
In Dortmund formiert sich ein Widerstand gegen ein für den 1. August 2026 geplantes Event der rechten Szene im Stadtteil Dorstfeld. Die Autonome Antifa 170 hat gemeinsam mit einem lokalen Bündnis zu einer Demonstration aufgerufen, die um 12:00 Uhr an der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße starten soll. Grund für die Mobilisierung sind Ankündigungen einer Veranstaltung der Partei „Die Heimat“, bei der eine Rechtsrockband sowie verschiedene extrem rechte Verkaufsstände vertreten sein sollen. Zivilgesellschaftliche Akteur:innen befürchten eine gezielte Einflussnahme auf Jugendliche und fordern die Bewahrung eines weltoffenen Stadtteils.
Protestierende stellen sich der Unterwanderung der Jugendszene entgegen
Nach Angaben der Organisator:innen der Demonstration richtet sich das Treffen der rechten Szene gezielt an ein junges Publikum, das über Musik und Mode an rechtsextreme Strukturen herangeführt werden soll. So sollen die Dorstfelder Neonazis seit über einem Jahr versuchen, eine rechte „Erlebniswelt“ aufzubauen.

Durch regelmäßige Treffen und Angebote von einschlägigen Labels und Verlagen sollen Jugendliche langfristig gebunden werden.
Anwohner:innen und Beobachter:innen zeigen sich besorgt über diese Verfestigung rechtsextremer Angebote im Stadtviertel. Besondere Brisanz erhält die geplante Veranstaltung durch den angekündigten Auftritt der Dortmunder Rechtsrockband „Oidoxie“.
Der Gruppe und ihrem Umfeld werden seit vielen Jahren Verbindungen zu gewaltbereiten und terroristischen Netzwerken wie „Combat 18“ nachgewiesen. Die Organisator:innen betonen, dass von solchen Musikgruppen nicht nur Hetze ausgehe, sondern diese historisch auch mit Waffenbeschaffung und Schießübungen in Verbindung gebracht würden.
Ein Bündnis organisiert kontinuierlichen Widerstand vor Ort
Seit Anfang des Jahres organisiert ein Bündnis aus antifaschistischen Organisationen jeden Monat Proteste gegen die am letzten Freitag stattfindenden „Heimatabende“ der Partei „Die Heimat“. Die Kundgebungen finden meist rund um diese Treffen statt und nutzen unterschiedliche Formate, um Öffentlichkeit herzustellen.

Neben Kundgebungen auf dem zentralen Wilhelmplatz gab es in der Vergangenheit bereits ein Open-Air-Konzert und einen Stadtteilspaziergang zur Geschichte des Kampfes gegen Neonazis im Quartier.
Teilnehmer:innen betonen, dass sie den öffentlichen Raum in Dorstfeld nicht kampflos extrem rechten Gruppierungen überlassen wollen.
Ziel der Demonstration am ersten Augustwochenende ist erneut der Wilhelmplatz als zentraler Treffpunkt des Stadtteils. Die Initiator:innen der Demonstration betonen, dass sie den Neonazis nicht den Raum überlassen werden und dafür sorgen wollen, dass Dorstfeld ein Ort für alle bleibt, die sich dort bewegen wollen. Trotz einer geschwächten Struktur versuchen sich die Rechten weiterhin im Raumkampf um den Stadtteil.
Verschiedene Aktionen bündeln den Protest am Wochenende
Bereits am Freitag vor der Hauptdemonstration starten die ersten Gegenaktionen im Stadtteil. Die Grünen organisieren einen „Rave gegen Rechts“, der ebenfalls auf dem Wilhelmplatz stattfinden soll.

Die Pressesprecherin der Autonomen Antifa 170 ruft ebenfalls zur Teilnahme auf und freut sich über alle Personen, die sich zweimal in Dorstfeld gegen Nazis engagieren.
Ziel sei es, an beiden Tagen ein klares Zeichen gegen die Präsenz von extrem Rechten im Quartier zu setzen. Mit der zweitägigen Aktion soll der Druck auf die rechten Strukturen im Stadtteil aufrechterhalten werden.
Während der Freitag im Zeichen des musikalischen Protests steht, soll der Samstag mit der Demonstration ein politisches Signal senden. Den Organisator:innen geht es nach eigenen Angaben darum, den Rechtsextremen den Raum zu nehmen und gleichzeitig den Zusammenhalt im Stadtteil zu stärken. Die Polizei und die lokalen Behörden bereiten sich auf entsprechende Einsätze am gesamten Wochenende vor.
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