Eine Ausstellung im Dortmunder U denkt Kreislaufwirtschaft & Repairkultur neu

Mitmachen gefragt: Nicht jeder Gegenstand ist automatisch Müll!

Ein Aktionsbrett lädt zum Mitmachen ein
Der Ausstellungsbereich „Kreislaufwirtschaft & Repairkultur“ ist bis 26. Juli 2026 im Dortmunder U zu sehen. Foto: Polina Zatulko für Nordstadtblogger

Alte dreckige Kleidung, kaputte Elektroschrotte, leere Verpackungen von Essen – im Alltag entsteht schnell viel Müll. Aber was kann man damit eigentlich richtig machen? Im Rahmen des Projekts „Circular City Contest NRW“ eröffnet im Dortmunder U ein neuer interaktiver Sonderbereich, der Menschen jeden Alters zeigt, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert. Der Sonderbereich ist Teil einer großen Ausstellung „Müll“ über die globalen Wege des Abfalls in der Kunst seit den späten 1960er-Jahren bis heute.

Müll neu denken!

„Kreislaufwirtschaft & Repairkultur“ ist  bis 26. Juli 2026 im Dortmunder U zu sehen. Die Grundidee ist, das Thema Müll mit einem spielerischen Charakter zu vermitteln. Für den Bereich wurden verschiedene sogenannte Challenges, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene interessant sein sollen, entwickelt. Dafür führten die Beteiligten zuerst Interviews mit den Zielgruppen und recherchierten, welche Angebote es in Dortmund bereits gibt. Im Mittelpunkt stehen vier Themen: Elektromüll, Verpackungen, Lebensmittel und Textilien.

Das Projektteam des „Circular City Contest NRW“: Annette Bathen, Svenja Noltemeyer, Hannah Thoma, Sabrina Schreiner. Foto: Polina Zatulko für Nordstadtblogger

„Es gibt viele Adressen und Initiativen, aber niemand kennt sie alle. Wir versuchen, diese Angebote zu bündeln und ein System zu schaffen, das alle Städte in NRW nutzen und spielen können“, betont Projektleiterin Svenja Noltemeyer.

Das Projekt steht ganz am Anfang und der interaktive Ausstellungsbereich dient als erster Testlauf. Langfristig soll das nicht nur in Dortmund funktionieren. Im Rahmen des Programms „Circular City Contest NRW“ ist ein NRW-Rollout geplant, damit auch andere Städte die Challenges nutzen können.

Kurzrundgang durch den Ausstellungsbereich

Der Sonderbereich ist wie ein kleiner Rundgang gestaltet. Dort an mehreren Mitmachstationen können Besucher:innen selbst aktiv werden: Sie lösen Aufgaben, probieren Dinge aus und sammeln dabei Punkte. Bei einer Station zum Beispiel geht es um Abfallarten und Alltagssituationen: Was macht man mit alten Textilien, Verpackungen oder Elektroschrott? Wegwerfen, reparieren, weitergeben oder recyceln?

Mit einer Punktekarte können Besucher:innen die Challenges im Ausstellungsbereich ausprobieren. Foto: Polina Zatulko für Nordstadtblogger

Die Pfeile auf dem Boden führen zur Schatzkarte. Sie lenkt den Blick auf Dinge, die viele Menschen zu Hause in Schubladen liegen haben. Alte Handys, Kabel oder andere Geräte sehen vielleicht nach Elektromüll aus. Doch in ihnen stecken wertvolle Rohstoffe.

So lädt die Installation dazu ein, darüber nachzudenken, welche ungenutzten Materialien zu Hause noch verborgen sind und wie sie wieder in den Kreislauf zurückkommen könnten.

Am Anfang des Rundgangs steht noch eine Meinungswand. Dort halten Besucher:innen ihre ersten Gedanken und Gefühle zum Thema Müll fest. Nach dem Rundgang können sie noch einmal reagieren – weg von Müll als etwas rein Negativem, hin zu einem möglichen Wertstoff.

Mitmachen statt nur anschauen

Das Projekt-Team betont, dass sich die Menschen auf der interaktiven Weise besonders gut darüber informieren können, wie sie Abfall vermeiden und Dinge länger nutzen können. Annette Bathen von den Urbanisten erklärt das Konzept: „Wir wollten schauen, wo wir spielerische Elemente einbauen können und was die Menschen wirklich zum Mitmachen bringt.“

Ausstelung “Kreisläufe & Repairkultur”
Eine der Mitmachstationen im neuen Ausstellungsbereich. Foto: Polina Zatulko für Nordstadtblogger

Statt nur Poster aufzuhängen, entschieden sie sich für die Gamifikations-Elemente. Gerade das Anfassen und Ausprobieren weckt Interesse bei Besuchern. In vielen Ausstellungen darf man Kunstwerke nur anschauen. Hier können die Menschen Dinge bewegen und Materialien fühlen und sogar das Holz riechen.

Die Urbanisten haben für die Stationen viele Materialien genutzt, die es schon vorher gab. Kacheln und Tafeln bestehen aus alten Regalteilen, manche Hölzer sind beschichtet, andere nicht. Vieles lässt sich später wieder auseinandernehmen und weiterverwenden. Schon die Gestaltung des Ausstellungsbereichs macht die Kernidee deutlich: Dinge können ein zweites Leben bekommen. Und das ist ein anderer Zugang zum Thema Müll.

Mehr Informationen:

  • Am Projekt beteiligt sind NETZ.NRW – Verbund für Ökologie und soziales Wirtschaften e.V., das Fraunhofer-Institut UMSICHT, die Wirtschaftsförderung Dortmund und die Urbanisten.
  • Weitere Informationen zum „Circular City Contest NRW“ gibt es unter circularcitycontest.de.

 

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