„Noah rockt“: 20 Jahre Musik, Haltung und Gemeinschaft in der Noah-Kirchengemeinde

Festival kehrt am 30. Mai 2026 an die Schlosskirche Bodelschwingh zurück

Blick ins Festival
Beim Festival „Noah rockt“ gibt es am Wochenende in Bodelschwingh wieder jede Menge Live-Musik für Jugendliche und junge Erwachsene. Foto: Noah rockt

Die evangelische Noah-Kirchengemeinde blickt auf 20 Jahre ihrer Konzertreihe zurück. Das Festival „Noah rockt“ findet am 30. Mai 2026 erneut in Bodelschwingh statt. Was einst mit Protesten begann, ist heute ein seit vielen Jahren bestehendes, kostenloses Musikfestival für Jugendliche und junge Erwachsene. Es verbindet Live-Musik, Ehrenamt und klare Haltung gegen Rechtsextremismus. Organisiert wird es seit Beginn von Jugendmitarbeiterin Bianca Budde.

Von Protest und „Rock den Turm“ zur heutigen Konzertreihe

Die Konzertreihe der evangelischen Noah-Kirchengemeinde begann vor fast 20 Jahren in Dortmund-Nette. Damals sorgte das Format „Rock den Turm“ nicht nur für Begeisterung, sondern auch für Widerstand aus der Nachbarschaft. Ein Zettel an der Kirchentür lautete: „Bitte verbieten Sie Frau Budde und ihre Teufelsmusik“.

Blick auf die Bühne
Das kostenlose Festival findet an der Schlosskirche Bodelschwingh statt. Foto: Noah rockt

Initiiert wurde die Reihe von Kinder- und Jugendarbeiterin Bianca Budde im Jahr 2005. Heute ist das ursprüngliche Kirchengebäude an der Joachim-Neander-Straße längst einem Kindergarten und Wohngebäuden gewichen. Die kostenlosen Konzertreihe selbst ist jedoch geblieben und hat sich weiterentwickelt.

Nach dem Umzug nach Dortmund Bodelschwingh ging es unter dem Namen „Noah rockt“ weiter. Das kostenlose Festival findet am Samstag, 30. Mai 2026, von 14 bis 22 Uhr an der Schlosskirche Bodelschwingh (Parkstraße 9) statt.

Live-Musik für alle und klare Haltung gegen Rechts

Im Mittelpunkt des Festivals steht der Zugang zu Live-Musik für junge Menschen. Jugendmitarbeiterin Bianca Budde erklärt dazu: „Die Idee ist Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu bieten, Livemusik zu erleben. Konzert- und Festivaltickets sind sehr teuer, im Rahmen der Jugendarbeit wollten wir das kostenlos anbieten, Snacks und Getränke gibt es bei uns für einen kleinen Preis“.

Blick auf die Bühne
Viele junge Bands sammeln erste Bühnenerfahrungen beim Festival. Foto: Noah rockt

Die Bands treten ohne Gage auf und junge Musikerinnen und Musiker sammeln erste Bühnenerfahrungen Viele kommen später gerne wieder. So standen auch diverse Jugendkellerbands aus der Gemeinde auf der Bühne.

Das Festival positioniert sich seit Beginn klar gegen Rechtsextremismus. Gerade früher kam es immer wieder zu Einschüchterungsversuchen durch rechte Gruppen. Doch die Veranstalterinnen blieben konsequent. „Das war mir immer egal. Nachgeben kam nie infrage“, sagt Bianca Budde. Auch wenn sie früher einmal sogar mit Polizeischutz nach Hause gehen musste. Heute sei es deutlich ruhiger geworden, auch weil man sich nie habe einschüchtern lassen.

Ehrenamt, treue Bands und Blick in die Zukunft

Dass das Festival bis heute funktioniert, liegt vor allem an den vielen Ehrenamtlichen. Von morgens um 10 Uhr bis nachts um 23.30 Uhr unterstützen Helfer:innen beim Aufbau, an den Ständen und hinter den Kulissen. Bianca Budde betont: „Ohne diese Hilfe wäre das alles gar nicht möglich.“

Festival Flyer
Flyer Noah Rockt 2026

Besonders freut sich die Organisatorin jedes Jahr auf die Bands. Einige Musiker:innen begleiten das Festival schon seit Jahren manchmal in ganz unterschiedlichen Formationen und kommen heute mit ihren Kindern. In diesem Jahr tritt unter anderem die Orchesterklasse der Huckarder Gesamtschule auf, in der auch eine ehemalige Konfirmandin mitspielt. Auch „3dirty7“ und „Omas Zwerge“, die bereits mehrfach aufgetreten sind, stehen wieder auf der Bühne. „Das ist schon ein besonderes Phänomen“, sagt Bianca Budde. „Wer einmal bei uns gespielt hat, möchte meistens wiederkommen.“

Ihre Hoffnung ist, dass ihre Kolleginnen und Kollegen die Unterstützung finden, um das Format weiterführen zu können und die Gemeinde auch künftig jungen Bands und Musikfans aus der Umgebung diese besondere Form von Live-Unterhaltung ermöglicht. Denn für Bianca Budde ist klar: „Digital auf irgendwelchen Apps Musik zu hören, ist viel langweiliger als ein echtes Live-Erlebnis.“

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