
Im Ruhrgebiet startet am 1. Juni 2026 erneut die Anmeldung für den Bürgerdialog „Das Ruhrgebiet spricht“. Das Format bringt Menschen aus Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen für ein persönliches Gespräch zusammen. Das Ziel: miteinander zu reden – statt übereinander. Die Gespräche finden am 11. Juli in den Innenstädten der vier Städte statt. Die Anmeldung ist kostenlos und online möglich.
Dialogformat setzt auf zufällige Begegnungen und echte Gespräche
Das Projekt „Das Ruhrgebiet spricht“ setzt auf direkte Begegnungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen. Dafür beantworten Interessierte zunächst online einige Fragen zu gesellschaftlichen Themen. Dazu zählen etwa Sicherheit, Wohnungsmarkt, Klimawandel oder Künstliche Intelligenz.

Ein Algorithmus ordnet anschließend die Teilnehmenden so zu, dass möglichst unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Die Gespräche sollen bewusst nicht auf Überzeugung, sondern auf Verständnis ausgerichtet sein. Die Initiator:innen fragen dazu: „Wie oft reden wir wirklich mit jemandem, den wir nicht kennen und der anders denkt als wir?“
Auch aktuelle gesellschaftliche Debatten werden im Format aufgegriffen. Dazu gehören Fragen wie: „Muss es wieder eine allgemeine Wehrpflicht geben? Machen dir die Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz Angst? Was macht dir Mut?“ Die Projektverantwortlichen betonen dabei die Bedeutung des Zuhörens: „Zuhören verbindet – und Verständigung ist möglich“.
Ablauf, Anmeldung und Orte der Gespräche
Die Anmeldung für den Bürgerdialog startet am 1. Juni und ist bis zum 7. Juli online möglich. Teilnehmen können Personen ab 16 Jahren. Die Gespräche selbst finden am Samstag, 11. Juli, von 11 bis 12.30 Uhr statt.
Die Begegnungen sind als persönliche Eins-zu-eins-Gespräche organisiert und finden in den Innenstädten statt. In Bochum rund um die Pauluskirche, in Dortmund auf dem Opernvorplatz des Theaters Dortmund, in Duisburg auf der Wiese hinter der Salvatorkirche und in Essen rund um die Marktkirche.
Die Teilnahme erfordert keine Vorkenntnisse oder Vorbereitung. Wichtig ist vor allem sich offen und unvoreingenommen auf ein echtes Gespräch mit einer unbekannten Person einzulassen.
Stimmen aus der Premiere und gesellschaftlicher Anspruch
Teilnehmende der ersten Ausgabe im Jahr 2025 berichten von positiven Erfahrungen. Eine Person beschreibt: „Ich habe mit einer Person gesprochen, die ich sonst nie getroffen hätte. Das war total bereichernd, weil es meinen Kosmos erweitert hat.“

Eine weitere Teilnehmerin berichtet: „Die Zeit verging wie im Flug, wir hätten noch viel länger sprechen können. Das hätte ich nicht gedacht.“ Und: „Ich habe gemerkt, wie sehr wir in unserer eigenen Bubble stecken und wie gut der Austausch über Stadtgrenzen hinweg ist, um Demokratie zu leben.“
Die Organisator:innen heben hervor: „Wir freuen uns über die große Unterstützung von starken Partnern aus der gesamten Region, die dieses Projekt überhaupt erst ermöglichen. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass starke Verbindungen zwischen den Menschen im Ruhrgebiet entstehen und der Dialog unsere Gesellschaft stärkt.“
Hintergrund zum Dialogprojekt
„Das Ruhrgebiet spricht“ ist ein gemeinsames Projekt evangelischer City- und Stadtkirchen aus Bochum, Dortmund, Duisburg und Essen. In Dortmund sind zudem das Theater Dortmund sowie die Diakonie Dortmund und Lünen beteiligt.
In Kooperation mit dem ZEIT Verlag fand das Dialogprojekt 2025 erstmals statt. Es ist eine Adaption des erfolgreichen Formats „Deutschland spricht“ der ZEIT Verlagsgruppe. Seit 2017 haben sich bereits mehr als 90.000 Menschen für das Gesprächsformat angemeldet.
Davon inspiriert, setzen sich die evangelischen Kirchen für eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der demokratischen Gesprächskultur im Ruhrgebiet ein. Mehr als 40 Partner:innen in den vier Städten und der Region unterstützen das Projekt.
Anmeldung und weitere Informationen: Die Anmeldung ist vom 1. Juni bis zum 7. Juli einfach online möglich. Teilnehmen können alle ab einem Alter von 16 Jahren. Alle Details und der Link zur Registrierung stehen auf der Homepage dasruhrgebietspricht.de

