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60 Jahre „Freunde des Museums Ostwall“: Ausstellung zum Jubiläum mit Werken von Max Beckmann bis Nan Goldin

Zum Jubiläum erwarb der Verein „Freunde des Museums Ostwall“ drei Fotografien der amerikanischen Künstlerin Nan Goldin. Hier zu sehen das Foto mit dem Titel „Jimmy Paulette after the Parade, NYC, 1981“. Foto: Joachim vom Brocke

Von Joachim vom Brocke

Zum 60. Geburtstag schenkte sich der Verein „Freunde des Museums Ostwall“ eine eigene Ausstellung, die bis zum 30. August auf der 5. Ebene des Museum Ostwall im Dortmunder U zu sehen ist. Seit sechs Jahrzehnten begleiten die Freunde des Museum Ostwall das Ostwall-Museum. Der Verein ist 2001 aus der Stiftergesellschaft zur Förderung des Museums am Ostwall hervorgegangen. Diese Stiftergesellschaft hatte sich 1960 gegründet, angeregt durch den Vorstand der Freunde Neuer Kunst. In den folgenden Jahrzehnten ermöglichten die Mitglieder gezielte Ankäufe.

Dem Freundeskreis gehören 271 Mitglieder an

„Viele Impulse haben die Freunde des Museums Ostwall in den Jahren gegeben“, lobte Dr. Stefan Mühlhofer, geschäftsführender Direktor des U, und würdigte: „Es ist ganz erstaunlich was durch den Verein alles im Laufe der Jahre angeschafft worden ist“. ___STEADY_PAYWALL___

Von Anfang an haben weite Teile aus der Bürgerschaft ihren Beitrag dazu geleistet. Benjamin Sieber nahm zusammen mit Antje Utermann für die Freunde des Museums Ostwall an der Präsentation im U teil. Insgesamt 271 Mitglieder gehören dem Freundeskreis an. Sieber lud die Besucher*innen zum Verweilen ein. Dazu gebe es eine „gemütliche Sitzecke mit Sofa und Sessel wie bei Freunden“. Hier gebe es die Möglichkeit, die „Kunst ganz in Ruhe auf sich wirken zu lassen“.

Das Glück jenseits restriktiver Moralvorstellungen – drei Fotografien von Nan Goldin angeschafft

Phillipe H. and Suzanne kissing at Euthanasia, New York City, 1981. Foto: Nan Goldin

Anlässlich des 60. Jubiläums darf sich das Museum Ostwall über eine Neuerwerbung freuen. Zusammen mit den Kulturbetrieben haben die Freunde des Museum Ostwall drei Fotografien der US-amerkanischen Künstlerin Nan Goldin (67) erworben, die in die Sammlung des Museums übergehen.

Ab Mai wird jeweils eine Fotografie für je drei Monate in der Sammlungspräsentation „Body & Soul“ präsentiert. Nan Goldin thematisiert auf intensive und feinfühlige Weise das Leben in all seinen banalen und dramatischen Momenten. Ihre Porträtaufnahmen dokumentieren unverblümt die Geschichte von Frauen und Männern, die ihr bürgerliches Leben verlassen haben, um jenseits restriktiver Moralvorstellungen ihr Glück zu finden.

Ab 1978 lebt Nan Goldin größtenteils in New York, mit längeren Aufenthalten in Berlin. Sie hält das Leben ihrer Freunde in der New Yorker Subkultur der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen tagebuchartig mit der Kamera fest. In vielen internationalen Kunstmuseen hängen ihre Arbeiten.

Verein bringt die Erforschung der informellen Kunst seit rund 30 Jahren voran

Fred Thieler, Riverrun IV, 1989, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Seit den 1990er Jahren trieben die Freunde die Erforschung der informellen Kunst voran – finanziell, ideell, aber auch durch ihre wissenschaftliche Unterstützung. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in vier kenntnis- und materialreichen Bänden zur Kunst des Informellen veröffentlicht.

Stellvertretend hierfür steht ein farbintensives Gemälde von Fred Thieler, das die Besucher*innen beim Eintritt in den Raum willkommen heißt. Das Gemälde wurde 2005 zum 100. Geburtstag der Gründungsdirektorin Leonie Reygers von den Freunden für das Museum erworben.

Einen wichtigen Platz nehmen auch die Arbeiten renommierter Fluxus-Künstler*innen ein, die in der von Natalie Calkozan kurierten Ausstellung durch Werke von Milan Knižák, Robert Filliou und George Brecht vertreten sind. Ein weiterer Bereich widmet sich dem MO-Kunstpreis „Follow me Dada and Fluxus“, der seit 2014 von den Freunden des Museums Ostwall vergeben wird, um den Sammlungsschwerpunkt Fluxus zu stärken und zu erweitern.

Zuhause bei Freunden: Broschüre zeigt und erläutert alle Anschaffungen

Kuratorin Natalie Calkozan (2.v.l.) mit Vertreter*innen des Vereins und des Museums.

Zur Jubiläumsausstellung ist die Publikation „Zuhause bei Freunden! 60 Jahre Freunde des Museums Ostwall“ erschienen. Auf den reich bebilderten 100 Seiten werden sowohl Geschichte als auch die zukünftige Ausrichtung des Vereins beleuchtet. Neben einem Ankaufverzeichnis gibt es viele Informationen zu den Kunstwerken, die in der Jubiläumsausstellung gezeigt werden.

Dem Verein „Freunde des Museums Ostwall“ hat das Museum in den 60 Jahren spektakuläre Ankäufe zu verdanken. Ein Gemälde von Max Beckmann zählt ebenso dazu wie eine Skulptur von Hans Arp oder knapp 500 Objekte und Dokumente aus der Fluxus-Sammlung von Wolfgang Feelisch. Eine Auswahl der Ankäufe inklusive der drei neu erworbenen Arbeiten von Nan Goldin für 50.000 Euro geben einen Einblick in das Wirken des Vereins.

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