Nordstadtblogger

“2030 Dortmund is(s)t anders ” – Einladung zum ersten YouTube Klimadialog des Klimabündnisses Dortmund

Nach mehreren Monaten Pause hat das Klimabündnis Dortmund den ersten Online-Klimadialog zum Thema Ernährung und Landwirtschaft veranstaltet und Filme dazu auf dem eigenen YouTube-Kanal (Link im Anhang des Artikels) veröffentlicht. Unter den Titel „2030 Dortmund is(s)t anders“ wurde eine Serie von fünf Filmen gedreht. Eigentlich war eine Veranstaltung für den 16. März in der Pauluskirche in der Dortmunder Nordstadt geplant. Poster und Flyer wurden verteilt, Vorträge geprobt und Gäste wurden eingeladen. Doch die Corona-Pandemie kam dazwischen. Als Mitte Juni dann auch die zweite Veranstaltung zum Thema Ernährung und Landwirtschaft nicht stattfinden konnte, hat sich das Planungsteam an diese digitale Darbietungsform gewagt. Der persönliche Austausch musste dabei zurücktreten.

Videos der Reihe und Spiele sollen Bewusstsein für den eigenen CO2-Ausstoß schaffen 

Vera Haenel und Inga Rittner erläutern das „Klima-Abendbrot-Spiel“. Foto: Screenshot

Die Serie von fünf Filmen gibt einen Überblick über die globale sowie lokale Landwirtschaft und Ernährungssituation, ihrer Klimaeinflüsse. Außerdem informiert sie über eine klimafreundliche Ernährung und Landwirtschaft. Denn auch diese Bereiche haben einen maßgeblichen Einfluss auf den globalen und ganz persönlichen CO2-Ausstoß. ___STEADY_PAYWALL___

Durch einfache Verhaltensänderungen kann jede*r Einzelne ihre und seine Klimabilanz verbessern. Dies soll z.B. der Film „Unser tägliches emissionsarmes Brot schmier uns heute – Das Klima-Abendbrot-Spiel“ aufzeigen. Ein Spiel, welches die Klimawirkung durch Ernährung erlebbar macht. Die Materialien zum Selberspielen finden sich auf der Website des Klimabündnis (Link im Anhang des Artikels).

In Dortmund gibt es schon jetzt zahlreiche, innovative Alternativen zum klassischem Supermarktkonsum. In dem Film „Wie Ernährung und Landwirtschaft neu gelebt wird“ kommen einige Aktive zu Wort. Gäste auf dem „Roten Sofa“ der Pauluskirche sind Vertreter*innen von Frau Lose e.V., Kornhaus Naturkost, VegaDo (Vegan in Dortmund) , Animal Rights Watch e.V.-Ruhrgebiet und von der Initiative zur Bildung eines Ernährungsrates. Ein Besuch des Ehepaars Schulte-Tigges, auf dem Hof der Solidarischen Landwirtschaft Kümper Heide, und des dortigen Lernbauernhofes, rundet den Beitrag ab.

„Als Menschheit stehen wir vor den zehn entscheidendsten Jahren unserer Geschichte“

In einem weiteren Video-Vortrag berichtet Anja Bonzheim über den biozyklischen-veganen Landbau, der sich vom ökologischen Landbau dadurch unterscheidet , dass keine tierischen Düngemittel verwendet werden und der CO2-Ausstoß der Produkte dadurch besonders gering ausfällt. Die Arbeitsgemeinschaft Ernährung und Landwirtschaft des Klimabündnis Dortmund ist hauptverantwortlich für das Konzept und die Durchführung der Videos. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen.

Das Klimabündnis Dortmund ist ein Zusammenschluss von 29 Verbänden und Initiativen sowie Einzelpersonen.

Das Klimabündnis Dortmund ist ein Zusammenschluss von 29 Verbänden und Initiativen sowie von Einzelpersonen Dortmunds. Sie kommen vor allem aus den Bereichen Energie, Mobilität, Naturschutz, Ernährung und Landwirtschaft und haben sich im Mai 2019 erstmals zu einem Netzwerk zusammen geschlossen. Es wird in Arbeitsgemeinschaften gearbeitet.

Ziel des Bündnisses ist, sowohl die politischen Entscheidungsträger*innen als auch die Mitbürger*innen zu motivieren, sich verstärkt für den Klimaschutz einzusetzen. Denn als Menschheit stehen wir aus Sicht der Aktivist*innen vor den zehn entscheidendsten Jahren unserer Geschichte. Auch in Dortmund müssten radikale Maßnahmen des Klimaschutzes erfolgen.

Jeden ersten Donnerstag im Monat findet um 18 Uhr ein Plenum in der Pauluskirche (derzeit im Kirchgarten mit viel Abstand) statt. Eine Anmeldung unter klimabuendnis-dortmund@posteo.de ist erforderlich.

 

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Ein Gedanke zu ““2030 Dortmund is(s)t anders ” – Einladung zum ersten YouTube Klimadialog des Klimabündnisses Dortmund

  1. Gutes Essen für alle - Ist die Ernährung der Stadtbevölkerung Dortmunds Parteien wichtig? (PM) Beitrags Autor

    Gutes Essen für alle – Ist die Ernährung der Stadtbevölkerung Dortmunds Parteien wichtig?

    Das Dortmunder Klimabündnis bat alle demokratischen Parteien zu sechs Fragen bzgl Ernährung und Landwirtschaft in Dortmund Stellung zu beziehen. Die Antworten finden sich auf der Website des Klimabündnis (klimabuendnis-dortmund.de) unter dem Reiter Wahlprüfsteine. Vor dem Hintergrund der anstehenden Kommunalwahl sollen sie Orientierung bieten, welche Parteien sich wie für eine zukunftsfähige Ernährungs- und Landwirtschaftssituation einsetzen wollen.

    Gesunde Ernährung und Klimaneutralität sind die Maßstäbe, an denen die Wahlaussagen der Parteien gemessen werden. Zugleich erwartet das Klimabündnis einen gewandelten Blick auf die Stadtbevölkerung als Zivilgesellschaft. Es gibt eine außerordentlich große Zahl von Menschen, die sich miteinander und füreinander engagieren (wollen). Sie verstehen sich als Partner*innen der Kommune. Individuell und gemeinschaftlich wollen sie selbst über ihre Ernährung bestimmen. Von der Politik erwartet das Klimabündnis klare Maßnahmen für eine gesunde Ernährung aller Bewohner*innen und ein funktionierendes regionales Ernährungssystem.

    Von herausragender Bedeutung ist nicht erst seit Corona die regionale Versorgung mit Lebensmitteln anstelle von weltweiten Einfuhren. Das spart eine Menge C02. Mehrere Parteien blicken daher auf den heimischen Ackerboden und schlagen nachhaltige Bewirtschaftungsweisen vor. Keinerlei Antworten für die gesamten Fragen boten CDU und Bürgerliste. Sinn für den Dortmunder Boden als Ackerland zeigt auch nicht die FDP.
    Das Klimabündnis erstaunt, dass die herausragende Bedeutung der Stadt selbst kaum gesehen wird. Immerhin besitzt die Stadt ¼ der landwirtschaftlichen Fläche und könnte hier großen Einfluss auf den gesunden Anbau von Gemüse und Feldfrüchten nehmen.

    Nicht nur städtisches Ackerland, sondern auch Kleingärten, Solawi und Gemeinschaftsgärten (z.B. Urban Gardening) tragen zur regionalen Versorgung, solidarischer Gemeinschaft und praktischem Wissen über Gemüseanbau der Bevölkerung bei. Hier sehen SPD, Grüne, Linke und Piraten neben DOS, FBI, Basisdemokratie Jetzt und Tierschutzpartei ausbaufähige Potentiale.

    Völlig ausgeblendet wird bei den Parteien die zentrale Rolle von Netzwerken, die neben den Erzeugenden die Lebensmittel Verarbeitenden wie Bäcker, Metzger und den regionalen Handel miteinander verbinden. Ohne ein solches Netzwerk können Gemüse und Obst oder Fleisch und Brot kaum zu den Konsument*innen gelangen.

    Welch zentrale Bedeutung der Ackerboden als CO2-Speicher hat, immerhin einem der wichtigsten Anliegen hin zur Klimaneutralität, bleibt den allermeisten Parteien keine Bemerkung wert, obwohl sie ausdrücklich danach gefragt werden.

    Die Chancen und Potentiale eines fruchtbaren Ackerbodens für die nachhaltige Versorgung der gesamten Bevölkerung mit gesunden Lebensmitteln sind ein neuer Blick auf die Lebensmittelsicherheit und Ernährungssouveränität der Dortmunder*innen. Erst die Herausforderungen der Klimakrise haben dies gezeigt.

    Für jeden Menschen ist die Freude am Essen zentral. Zugleich soll es gesund und nachhaltig sein. Noch immer wird dieses Anliegen in seiner politischen Bedeutung für die Kommune unterschätzt. Es sind oft nicht die fehlenden Lebensmittel, sondern die falschen, weil ungesunden, dick machenden, die eine Falle für Menschen in dieser Stadt bilden. Wenn mehr auf heimischen Böden produziert wird, können Ackergifte verboten werden, wie es die Stadt Dortmund für ihre Flächen bereits getan hat. Doch auch hier bleiben die meisten Parteien noch zu unentschieden und sprechen eher über die Deutsche Bahn als über hiesige Landwirte und heimische Gärtner*innen.

    Besonders gesund ist pflanzliche Kost. Das ist unbestritten. Wenn sich zahlreiche Parteien noch immer hinter der Formel der Wahlfreiheit verstecken, ignorieren sie das, was eine Vielzahl von Forschungsergebnissen zeigt. Im Sinne einer guten, gesunden Ernährung muss „Waffengleichheit“ hergestellt werden. Das Erlebnis von gutem, gesundem Essen, das auch satt macht, fehlt vielen Konsument*innen. Dass eine übergroße Menge an Menschen ihr Essen wenig wertschätzen, zeigen die Riesenmengen an weggeworfenem Essen in Kantinen und Privathaushalten, aber auch in Lebensmittelläden. Mehr als ein Drittel der mühsam und energieaufwendig produzierten Lebensmittel wird “entsorgt”. Diesen zentralen Punkt von Ressourcenverschwendung und CO2-Produktion berührt keine der Parteien, obwohl sie auch hierzu ausdrücklich befragt wurden.

    Richtigerweise verweisen mehrere Parteien auf die Bedeutung von Selbermachen, z.B. beim Anbau von Gemüse und Obst in Schulen und Kindergärten wie auch dem Selberkochen in den Bildungseinrichtungen (Grüne, Linke, Piraten u.a.). Kinder und Erzieher*innen/Lehrer*innen lernen echtes Gemüse und Obst kennen, wie es wächst, wie es schmeckt und wie man es zubereiten kann. Die Parteien haben das nur teilweise verstanden. Sie nehmen das Thema gute Ernährung für alle nicht ernst genug. Es fehlt ihnen an einem durchgehenden Gesamtkonzept. Wenn sie sich überhaupt äußern.

    Ein wirklich bitterer Punkt ist die fehlende Wahrnehmung der Zivilgesellschaft. Jede*r Bürger*in dieser Stadt will etwas essen. Doch welche Partei sieht sie und ihre Bedürfnisse? Das Klimabündnis appelliert an die Parteien, das Engagement und die Bereitschaft der Bürger*innen für gutes, gesundes Essen zu sehen und zu fördern, dass eine gemeinsame Verantwortung von Stadt und Bürgergesellschaft gelingt. Die Gründung eines Ernährungsrats ist dazu ein sehr geeignetes und weltweit bewährtes Mittel.

    Aus Sicht des Klimarats ist entschiedenes Handeln der Stadt Dortmund dringend geboten. Durch klare Umweltauflagen kann die Stadt bei den Pächter*innen kommunaler Flächen einen erheblichen Beitrag zu Klimaverbesserung und regionalen Ernährung der Stadtbevölkerung leisten. Sämtliche städtische Einrichtungen wie KiTas, Schulen, Altersheime, Krankenhäuser und Verwaltung müssten klimagerechte Verpflegung für die Kantinen verpflichtend vorschreiben und den Großteil der Produkte aus der Region beziehen. In den KiTas und Schulen sollte dringend wieder selbst gekocht werden.

    Ein hoch wirksamer Einstieg in dieses Thematik wäre, dass die Stadt beschließt, dass das Wegwerfen von Lebensmitteln nicht erwünscht ist. Hier muss eine Strategie der Müllvermeidung zur Ressourcenschonung vorgeschrieben werden.

    Der Lebensmittelhandel, insbesondere die Wochenmärkte müssen gestärkt und eine Bevorzugung von regionalem Gemüse- und Obstangebot ermöglicht werden. Es bedarf dezentraler Organisations- und Unterstützungseinrichtungen in den einzelnen Stadtteilen, die von der Stadt finanziell und mit geschultem Fachpersonal verbindlich und in Kooperation mit den Bewohner*innen vor Ort organisiert werden.

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