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Donnerstag erneute Bombenentschärfung – Feuerwerker hat bereits mehr als 100 Fliegerbomben in Dortmund geborgen

Vom Büro in die Baugrube: Die Luftbildauswertung ergibt Verdachtsmomente.

Vom Büro in die Baugrube: Am Anfang steht Luftbildauswertung. Sie sorgt für die Verdachtsmomente.

Dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe geht die Arbeit nicht aus. Nachdem sie erst am Mittwoch drei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg in der südlichen Innenstadt von Dortmund entschärft haben, läuft zur Stunde (08.12.2016) an der selben Stelle erneut eine Entschärfung. (Updates dazu am Ende).

Rainer Woitschek hat bereits 100 Fliegerbomben in Dortmund entschärft

Rainer Woitschek: Er ist als Feuerwerker für den Kampfmittelbeseitigungsdienst im Einsatz. Foto: S. Kleemann/Stadt DO

Kampfmittelbeseitiger  Rainer Woitschek. Archivfoto: Stefanie Kleemann/ Stadt Dortmund

Mit von der Partie ist Rainer Woitschek: Er ist als Feuerwerker für den Kampfmittelbeseitigungsdienst im Einsatz. Seine Haupttätigkeit ist klar definiert: Das Entschärfen von Kampfmitteln aus beiden Weltkriegen. Mehr als 130 Bombenblindgänger hat er bereits unschädlich gemacht.

Zu seinem Einsatzgebiet gehört die Stadt Dortmund. Hier entschärfte er erstmals am 5. Dezember 2012 in der Geßlerstraße einen britischen Blindgänger vom Typ „UK MC 500 Lb“. Seitdem ist Rainer Woitschek „Stammkunde“ auf dem Dortmunder Gemeindegebiet. An der Victor-Toyka-Straße entschärfte er seinen 100. und 101. Blindgänger.

Insgesamt mussten drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden. Zum einen die zwei erwähnten dann noch ein Exemplar an der Florianstraße – um diesen Blindgänger kümmerte sich dann ein Kollege von Herrn Woitschek.

Ein Blick zurück: drei Einsätze bleiben für ihn unvergessen

Natürlich lief es nicht immer so kurz und schmerzlos ab wie heute, erinnert sich Woitschek gut. Zu seinen größten Herausforderungen auf dem Dortmunder Gemeindegebiet zählt er insbesondere drei Einsätze.

Die Kampfmittelbeseitiger haben in Dortmund viel zu tun - u.a. weil hier viel gebaut wird. Archivbilder: Alex Völkel

Die Kampfmittelbeseitiger haben in Dortmund viel zu tun, weil hier viel gebaut wird. Archivbilder: Alex Völkel

Da wären zunächst die zwei sogenannten Luftminen vom Typ HC 4000 zu erwähnen. Am 3. November 2013 und am 30. November 2014 waren zunächst sehr umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen erforderlich, bevor die Minen in der Kieferstraße im Stadtteil Hombruch sowie im Jahr 2014 in der Nortkirchenstraße auf dem Gelände der Firma Wilo entschärft werden konnten.

Auch an seinen Einsatz auf dem späteren Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge „An der Buschmühle 5“, kann sich Woitschek sehr gut erinnern. Fünf Blindgänger mit jeweils 250 Kilogramm Gewicht hatten die neun Bohrtrupps hier freigelegt. An sieben Tagen arbeitete Woitschek hier in Dortmund täglich zwölf Stunden vor Ort, bis alle Bomben entschärft waren.

Gerne kommt er mit seinen Leuten nach Dortmund. Man kennt sich inzwischen, und Woitschek weiß, dass auch hier die Kolleginnen und Kollegen von Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen im Rahmen der erforderlichen Evakuierungsmaßnahmen im Vorfeld der eigentlichen Entschärfung einen guten Job machen, damit er einen guten Job machen kann.

OB dankte dem Feuerwerker für seinen gefährlichen Einsatz

Oberbürgermeister Ullrich Sierau gratulierte noch am Abend Rainer Woitschek zu seinem Dortmunder „Jubiläum“ und für seinen Einsatz: „Rainer Woitschek nahm 100 Mal für die Stadt Dortmund und seine Bürgerinnen und Bürger ein hohes Risiko auf sich. Dafür spreche ich ihm meinen Dank und hohe Anerkennung aus. Er trägt mit seiner Arbeit erheblich zur Sicherheit aller Dortmunderinnen und Dortmunder bei“.

Über eine Sache sind sich der Oberbürgermeister und der Feuerwerker einig: Der heute entschärfte Blindgänger wird nicht der letzte seiner Art gewesen sein. Auch mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Nordrhein-Westfalen noch in großem Umfang Kampfmittel aus den beiden Weltkriegen gefunden. Mit anderen Worten: Die Kriegsrelikte werden ihn noch bis zur Rente beschäftigen.

UPDATE:

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