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Zunächst keine Demontage der Sitzbänke am Borsigplatz – stattdessen sollen nun Patenschaften gesucht werden

Die Sitzbänke auf der Westseite des Borsigplatzes sind Stein des Anstoßes. Fotos: Sascha Fijneman

Kommando zurück: Die Beseitigung der Sitzbänke auf der Westseite des Borsigplatzes, die die Bezirksvertretung (BV) der Nordstadt im Juni nach kontroverser Debatte mit Stimmen von SPD und CDU beschlossen hatte, wird zumindest für ein Jahr auf Eis gelegt. Der Seniorenbeirat hatte interveniert, um die ohnehin schon knappen Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum zu erhalten. Sie sollten zumindest auf der Westseite entfernt werden, weil es dort regelmäßig zu Saufgelagen und Vermüllungen kommt. Nun sollen Patenschaften für die Bänke gesucht werden. 

Seniorenbeirat setzt sich für den Erhalt der Sitzmöglichkeiten am Borsigplatz ein

Dass das Thema überhaupt wieder auf die Agenda kam, lag an einer Folgevorlage: Die BV sollte 2.000 Euro bereitstellen, um die Bänke zu entfernen und die Oberflächen wieder herzustellen. Franz-Josef Ingenmey, neu gewählter Vertreter des Seniorenbeirats in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord, nutzte die Gelegenheit, das Fass wieder neu aufzumachen.

„Wir brauchen mehr und bessere Sitzplätze – dieser Vorschlag bringt genau das Gegenteil“, kritisierte Ingenmey. Stattdessen solle man viel mehr mit den Biertrinkern das Gespräch suchen und ihnen deutlich machen, was die Konsequenzen des nicht-ordnungsgemäßen Verhaltens sein können.

Denn der Abbau bringe nichts: „Die Biertrinker gehen dann einfach auf die anderen Bänke am Borsigplatz. Die müsste man dann auch demontieren. Und dann weichen sie auf die Fahrradständer aus und setzen sich darauf, die dieselbe Höhe haben. Dann müsste man auch die abbauen“, machte Ingenmey die mögliche Kettenreaktion deutlich.

Doch das sei weder im Sinne des Klimawandels, der Verkehrswende und schon gar nicht im Sinne der Senior*innen, für die das Neumitglied des Gremiums ja primär zuständig ist. Er bat daher darum, den Beschluss zurückzustellen und das Gespräch zu suchen.

Nun sollen Gewerbetreibende und Privatleute für Bank-Patenschaften gesucht werden

Dieser Vorschlag war Wasser auf die Mühle der Kritiker*innen, die den Vorschlag dankbar aufgriffen. Linke, Piraten, Grüne und AfD fanden die Argumentation „nachvollziehbar“, „bestechend“ und „logisch“. Auch die Kosten fanden sie horrend – „2.000 Euro, um da einmal die Flex anzusetzen“, so Andreas Urbanek (AfD). Cüneyt Karadas (SPD) forderte mit Nachdruck, am Abbau festzuhalten – Anwohner*innen wie auch Geschäftsleute forderten dies nachdrücklich. 

Seine Parteifreundin Brigitte Jülich schlug als Kompromiss vor, ob man nicht  – um den Ansinnen der Senior*innen gerecht zu werden – Patenschaften von Gewerbetreibenden und Privatleuten für die Bänke finden könne. Dies gibt es analog auch bei Baumscheiben und Spielplätzen, wo es seit Jahren entsprechende Patenschaften gibt.

Diese Idee stieß auch bei Cornelia Wimmer (Linke) und David Grade (Piraten) auf Zustimmung – dies gebe es auch im Kreuzviertel, wobei es in der Nordstadt aber sicher aufwändiger und fordernder sei, alles weg zu machen. Allerdings könnte so ein Weg aus dem Dilemma aussehen.

Daher verständigte man sich parteiübergreifend, den Abbaubeschluss für ein Jahr auszusetzen und den Ausgang der Gespräche in Sachen Patenschaften abzuwarten. Franz-Josef Ingenmey will darüber mit dem Quartiersmanagement sprechen und sich auch selbst um die Partnerschaften kümmern.

 

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