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Zeitzeugengespräch mit Max Mannheimer: Nordstadt-Jugendliche lernen Holocaustüberlebenden kennen

Jugendliche aus der Nordstadt trafen den 94-jährigen Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer.

Jugendliche des Jugendforums Nordstadt lernten während einer Studienfahrt nach München den 94-jährigen Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer im Haus des Deutschen Taschenbuchverlages kennen. Sie diskutierten mit ihm über Antisemitismus, Politik und die Wichtigkeit des Engagements für die Demokratie.

Nordstadt-Jugendliche vom Humor des Holocaust-Überlebenden überrascht 

„Auf jeden Fall war die Begegnung mit Max Mannheimer eine bewegende Erfahrung für uns“, sagte Zana Yekta, Sprecher des Jugendforums Nordstadt. Ebru Baser ergänzte: „Ich bin sehr froh darüber, dass das Jugendforum uns die Möglichkeit geboten hat“.

Was die Jugendlichen überraschte, war der Humor des Zeitzeugen. „Das Gespräch mit dem Zeitzeugen Max Mannheimer hat unsere Jugendlichen bewegt“, sagte Selda Sirin, Mitarbeiterin des Planerladen e.V. Eine Führung durch das Jüdische Museum und ein politisch-kultureller Stadtrundgang rundeten das Programm ab.

 Einzelschicksale machen die Schrecken der Diktatur deutlicher als Zahlen und Statistiken

„Ich möchte die Schrecken der Diktatur deutlich machen. Und die lassen sich durch Zahlen und Statistiken eben nur mangelhaft vermitteln. Die Zahl beeindruckt, aber sie berührt nicht, wenn man Einzelschicksale damit verbinden kann. Deshalb berichte ich von dem meinen“, erklärte Max Mannheimer.

Schikanen durch die Wehrmacht und Deportation nach Auschwitz erlebt

Sie diskutierten über Antisemitismus, Politik und die Wichtigkeit des Engagements für die Demokratie.

Max Mannheimer verbrachte eine unbeschwerte Jugend in dem Städtchen Neutitschein in Mähren in der damaligen Tschechoslowakei. Im Oktober 1938 erfolgte die Annektion des Sudetenlandes, die deutsche Wehrmacht marschierte ein. Das alte Leben endete. Zusammen mit vielen anderen Juden wurde die Familie Mannheimer gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie mussten sich ein  neues Zuhause suchen, Einschränkungen und Schikanen hinnehmen.

1943 wurde die Familie nach Auschwitz deportiert. Die Eltern, drei Geschwister und Mannheimers Ehefrau wurden ermordet. Nach der Befreiung begann das dritte Leben. Max Mannheimer gründete eine Familie und verdrängte lange die Leidenszeit. Nach dem Tod seiner zweiten Frau schrieb er seine Erinnerungen an den Holocaust nieder. Als „spätes Tagebuch“ wurden diese weltweit bekannt. Ihm sind die Gespräche über den Holocaust wichtig, insbesondere möchte er das Andenken an die Ermordeten wachhalten.

 Jugendforum Nordstadt wird vom Planerladen betreut

Seit September 2011 wird das Projekt Jugendforum Nordstadt im Rahmen des Förderprogramms Soziale Stadt, Dortmund Nordstadt mit Mitteln der EU, des Bundes, des Landes NRW und der Stadt Dortmund gefördert. Zur Realisierung der Studienfahrt trug auch die Unterstützung des Unternehmens tegos Gmbh in Dortmund bei.

 

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