Zeit für Kunst: Das Forum „Bildende Kunst“ traf sich zum 13. Mal – diesmal bei „More than Words“ im Dortmunder Hafen

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Bei der Firma „More than Words“ beschäftigten sich die Teilnehmer mit Graffitikunst. Fotos: Leopold Achilles

Von Stella Venohr

Die Zeiten, in denen Dortmund nur für Zechen bekannt war, sind längst vorbei. Inzwischen gehört auch die künstlerische Szene mit in den Ruhrpott. Wie vielfältig diese vertreten ist beweist das Forum „Bildende Kunst“ immer wieder. Regelmäßig treffen sich dort Künstler, Galeristen und VertreterInnen der Stadt Dortmund, um über künstlerische Projekte zu sprechen.

Graffitikunst: Hafenpiraten auf großer Steinwand – „More than Words“

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Kulturdezernent und Kämmerer Jörg Stüdemann vor der gestalteten Wand am Hafen.

Jetzt führte es die Gruppe in den Dortmunder Hafen. Bei der Firma „More than Words“ konnten sich die Teilnehmer mit Graffitikunst beschäftigen. Unter dem Thema „Hafenspaziergang“ hatte die Firma vor wenigen Tagen eine Wand besprayt.

Zu sehen ist unter anderem ein großes Schiff, das Hafenamt und Piraten. Im Hintergrund sind die Namen der Leute verewigt, die beteiligt waren. „Das ist aber eine temporäre Wand, wir werden sie irgendwann zu einem neuen Thema übermalen“, so Markus Happe, von „More than words“.

Das Kunstwerk entstand in Zusammenarbeit mit einer freien Künstlergruppe aus Holland. „Wir haben uns oft gegenseitig besucht und mal in in Holland was zusammen besprayt oder mal hier“, sagt Happe.

Wenn es um das Thema Graffiti geht, kommt automatisch auch das Thema illegales Sprayen auf. „Diese Szene ist halt sehr rau, aber im Augenblick haben wir es sehr ruhig in Dortmund“, so Happe. Das bestätigt auch Stadtdirektor Jörg Stüdemann: „In den 2000- er Jahren war es schon schlimm, aber die Begeisterung hat nachgelassen.“

Interessante und ganz legale Graffiti: Die Nordtribüne des Stadions verschönert

Markus Happe
Markus Happe von „More than words“.

Die Firma „More than words“ sprüht nur legal Farbe, je nach Auftrag, auf Visitenkarten oder ganze Häuserfassaden.

Den Signal Iduna Park haben die Mitarbeiter im Jahr 2009 gemeinsam aufgebessert. Im Hintergrund der Nordtribüne sind die Graffitiarbeiten der Firma zu sehen. Besonders häufige Kunden sind auch die Stadtwerke, deren Stromkästen besprüht werden.

„Zahnarztpraxen möchten gerne Suchbilder an der Decke haben, um die Patienten abzulenken“, so Markus Happe. Wenn man da im Behandlungsstuhl liegt, sieht man schon einmal durch die Wand einen Blick in tropische Welten.

Die neue Heimat durch Zeichnungen erkunden

Graffitikunst bleibt aber nicht das einzige Thema des Abends. Die Teilnehmer stellen ihre unterschiedlichen Projekte vor. Guido Wessel von Art-Transmitter möchte etwas Neues in Dortmund schaffen.

In dem Projekt „Stadtzeichner“ sollen Flüchtlinge, Asylsuchende und Dortmunder Bürger gemeinsam mit Skizzenblock und Stift durch die Stadt ziehen und zeichnen was sie sehen. Dadurch soll den Zeichnern ein neuer Blick für ihre Heimat geöffnet werden.

In einem zweiten Schritt könnten die Werke im Dortmunder Museum für Kunst- und Kulturgeschichte ausgestellt und in Dortmunder Bussen ausgehängt werden.

Ausstellung zu Ehren von ehemaligen Mitgliedern in der „BIG gallery“

Zwei große Ausstellen sind in der Mache von Axel Mosler, vom westfälischen Künstlerbund. Am 11. September soll den verstorbener Mitglieder gedacht werden. Dazu werden zwölf dieser Mitglieder in der „BIG gallery“ ausgestellt.

„Es war viel Arbeit alles von den Erben zusammenzutragen“, so Mosler. Die zweite Ausstellung des westfälischen Künstlerbundes ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Bochumer Künstlerbund. Unter dem Titel 6070 eröffnet sie am 16. September im Baukunstarchiv.

Skulpturenpfad am Phönixsee wird am Samstag eröffnet

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Monika Pfeifer von der Kulturstiftung „Schlanke Mathilde“ in Hörde.

Ein längerfristiges Projekt ist der zukünftige Skulpturenpfad in Hörde. Am kommenden Sonntag wird der Pfad eröffnet. „Wir haben nur regionale Künstler dabei“, so Monika Pfeifer, von der Kulturstiftung „Schlanke Mathilde“.

„Es war eine Arbeit von drei Jahren, bis alles fertig war und jetzt bin ich so froh, dass es endlich losgeht.“ Falls es in Zukunft noch Geld geben sollte, könne auch über eine Fortsetzung des Pfades nachgedacht werden.

Umgang mit offenen Ateliers in der Kritik

Galerist Axel Schöber regte bei dem Forum zur „Bildenden Kunst“ ein Gespräch über das Projekt der offenen Ateliers an. Der Galerist möchte konstruktive Kritik an der Veranstaltung üben.

Gemeinsam mit Stadtdirektor Jörg Stüdemann wurde beschlossen, einen Termin festzusetzen, um mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen.

Dadaismus feiert Geburtstag

Eine Veranstaltung der besonderen Art bietet die Veranstaltungsreihe zum 100-jährigen Jubiläum des Dadaismus. Bereits im Sommer gab es dazu Projekte. Vom 18. bis zum 20. November soll es wieder die sogenannten „DADAdäys“ im Baukunstarchiv zu bewundern geben. Anette Göke und Dieter Gawol vom Projektteam vom Veranstalter Kulturmeile Nordstadt versprechen Kunst der besonderen Art.

 

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