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Verwaltungsvorstand gibt grünes Licht für eine befristete Fortsetzung der Schulsozialarbeit bis Sommer 2021

Die Schulsozialarbeit ist auch weiterhin gesichert – nun mehr bis zum Sommer 2021. Archivfoto: Alex Völkel

Die Schulsozialarbeit in Dortmund im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes soll bis zum 31.Juli 2021 fortgesetzt werden. Dies hat der Verwaltungsvorstand beschlossen. Das letzte Wort dazu haben jedoch die politischen Gremien. Doch die Zustimmung gilt als sicher.

81 soziale Fachkräfte wurden befristet bei freien Trägern und der Stadt Dortmund eingestellt

Der Bund hat den Kommunen im Kontext von „Bildung und Teilhabe“ für die Jahre 2011 bis 2013 jährlich rund 400 Millionen Euro für „zusätzliche Sozialarbeit“ zur Verfügung gestellt. Auf die Stadt Dortmund entfielen davon jeweils zirka fünf Millionen Euro.

81 soziale Fachkräfte wurden befristet bei freien Trägern und der Stadt Dortmund eingestellt. In den Jahren 2011 bis heute wurden die Arbeitsverträge mehrfach verlängert, zuletzt bis zum 31. Juli 2018. Heute sind alle Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, die nun „Bildungs- und Teilhabeberater“ heißen, aus arbeitsrechtlichen Gründen bei den Freien Trägern beschäftigt.

Durch das im Oktober 2017 von der neuen Landesregierung in Aussicht gestellte Anschluss-Förderprogramm für die „Bildungs- und Teilhabeberater“ bis zum Jahr 2020 ist nun eine weitere befristete Fortsetzung der Beschäftigungsverhältnisse möglich.

Die Arbeitsverträge sollen in Dortmund nun bis zum 31. Juli 2021 verlängert werden

Die ISB hatte als erste Trägerin ihre Kräfte bereits vorab entfristet eingestellt. Foto: Stephan Schuetze

Da das Schuljahr jedoch am 31. Juli 2021 endet, schlägt die Vorlage den Gremien vor, die Verträge der Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter bis zum Endes des Schuljahres und nicht bis zum Ende des Kalenderjahres zu sichern. Das geschieht in der festen Erwartung, dass das Land NRW seiner Finanzierungsverpflichtung für diese Daueraufgabe am 1. Januar 2021 weiter nachkommen und die Finanzierung entfristen wird.

„Die Schulsozialarbeit ist unerlässlich für die Schulen. Daher muss die Frage nach einer unbefristeten Finanzierung nun endgültig und abschließend durch das Land NRW oder den Bund geklärt werden“, betont Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

„Das Thema darf nicht länger auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen ausgetragen werden. Die Schulsozialarbeit muss endlich verlässlich gestaltbar sein“, ergänzt Schuldezernentin Daniela Schneckenburger.

Land zahlt 2,6 Millionen Euro und die Stadt Dortmund 1,8 Millionen Euro pro Jahr

Das Land stellt wie bisher für NRW rund 47 Millionen Euro zur Verfügung. Die Stadt Dortmund erhält davon zirka 2,6 Millionen Euro. Zur Sicherung der 81 Stellen muss die Stadt zudem einen Eigenanteil von 1,8 Mio. Euro finanzieren.

Die Schulen, Eltern, Schülerinnen und Schüler setzen sich seit Jahren vehement für eine dauerhafte Fortsetzung der Schulsozialarbeit ein und weisen auf die Bedeutung dieser Arbeit für das schulische System hin. Durch den umfassenden Ausbau der Schulsozialarbeit sind an den Schulen multiprofessionelle Teams entstanden (Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte und Netzwerkpartner), die gemeinsam Kinder und Jugendliche beraten und begleiten.

Die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter unterstützen die Familien bei der Beantragung aller Leistungsansprüche aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (zum Beispiel Lernförderung, Mittagessen, kulturelle Teilhabe, Mitgliedschaft in Sportvereinen). Sie wirken als wichtige Bindeglieder zwischen Elternhaus und Schule und schlagen eine Brücke zur gesamten Beratungslandschaft – insbesondere zur Jugendhilfe.

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Ein Gedanke zu “Verwaltungsvorstand gibt grünes Licht für eine befristete Fortsetzung der Schulsozialarbeit bis Sommer 2021

  1. Grünen-Fraktion Beitrags Autor

    Schulsozialarbeit – Verwaltungsvorstand schließt sich GRÜNEM Antrag an

    Die GRÜNEN im Rat begrüßen die Absicht des Verwaltungsvorstandes, die Finanzierung von 81 Stellen der Schulsozialarbeit mit jährlich 1,8 Millionen Euro bis Mitte 2021 sicher zu stellen. Die GRÜNEN hatten während der Haushaltsberatungen im Dezember einen ähnlichen Antrag eingebracht, der damals von SPD und CDU abgelehnt worden war.

    Ulrich Langhorst, Fraktionssprecher der GRÜNEN: „Wir sind sehr gespannt darauf, was SPD und CDU nach ihrer damaligen Ablehnung nun mit der angekündigten Vorlage machen. Wahrscheinlich kommt es eben doch manchmal eher darauf an, wer etwas vorschlägt, als dass es um den Inhalt geht. Unabhängig davon ist es gut für die Beschäftigten, die Schulen und die Schüler*innen, dass der städtische Anteil der Finanzierung der Stellen nun in den Haushalt eingestellt werden soll.“

    Die GRÜNEN stimmen hinsichtlich der Notwendigkeit und der Verantwortung von Bund und Land für die dauerhafte und ausreichende Finanzierung der Schulsozialarbeit der Einschätzung des Verwaltungsvorstandes ausdrücklich zu.

    Ulrich Langhorst: „Die Stellen der Schulsozialarbeit sind auf Dauer notwendig. Bund und Land hätten längst mit einer ausreichenden Finanzierung die Entfristung aller 81 Stellen sicherstellen müssen. Es ist ein Skandal, dass stattdessen alle Beteiligten in dauerhafter Unsicherheit gelassen werden. Wir begrüßen, dass die Interessengemeinschaft Sozialgewerblicher Beschäftigungsinitiativen (ISB), die mit der Durchführung der Schulsozialarbeit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabegesetzes an den Dortmunder Schulen beauftragt worden ist, inzwischen 37 von 81 der Stellen entfristet hat. Der ISB hat damit den ersten, richtigen und mutigen Schritt gemacht, dem weitere folgen müssen. Wir setzen uns dafür ein, dass alle 81 Stellen entfristet werden. Dazu braucht es endlich ein politisches Signal von Land und den Bund. Solange das nicht passiert. muss die Stadt klar stellen, dass sie den kommunalen Anteil der Finanzierung der Stellen auch weiterhin übernimmt. Es ist gut, dass dies nun passieren soll – auch wenn politisch unser Antrag dazu noch im Dezember abgelehnt worden ist. Das gibt die Sicherheit für eine Entfristung weiterer Stellen.“

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