
Im April hat die Anzahl arbeitsloser Personen in Dortmund die Marke von 41.000 überschritten. Auch in diesem Monat ist keine sonst für die Jahreszeit typische Belebung des Arbeitsmarkts festzustellen. Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozentpunkte auf 12,3 Prozent gestiegen.
Bettermann: „Die konjunkturelle Entwicklung bereitet uns Sorgen“
„Seit vielen Monaten sehen wir, dass wie in ganz Deutschland auch der Dortmunder Arbeitsmarkt unter Druck steht; Ursache sind die multiplen geopolitischen Krisen, die sich zunehmend auch in Deutschland auswirken, insbesondere zuletzt bei den Energiepreisen. Diese externen Faktoren führen vielfach dazu, dass sich die Wirtschaft zunehmend von gewohnten Zyklen abkoppelt und Muster wie etwa die konjunkturelle Frühjahrsbelebung weniger stark sichtbar werden oder ganz verschwinden“, kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, die Situation auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

„Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit von März auf April im Schnitt der letzten vier Jahre um 0,5 Prozent oder 191 Personen zurückgegangen. In diesem Jahr ist dies anders: 376 Menschen mehr sind arbeitslos als noch im März. Unsere Zahlen zeigen aber, dass die Ursache hierfür vor allem bei rückläufigen vermittlungsfördernden Arbeitsmarktmaßnahmen wie etwa Sprachkursen liegt.
„Als Grund für den jetzigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen machen wir also nicht den weniger aufnahmefähigen Arbeitsmarkt aus – noch nicht. Wir verzeichnen im April sogar vier Prozent weniger Zugänge als im Vormonat. Das ändert aber nichts daran, dass die konjunkturelle Entwicklung uns Sorgen bereitet“, so die Agenturchefin.
„Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB meldet für Deutschland den schwächsten Beschäftigungsausblick außerhalb der Pandemie und bleibt dabei hinter den europäischen Erwartungen zurück. Wir werden aufmerksam beobachten, wie sich die Dortmunder Unternehmen positionieren und stehen selbstverständlich sowohl Betrieben wie auch Beschäftigten und Arbeitsuchenden mit individueller Beratung und Qualifizierungsangeboten zur Seite“, verdeutlicht Bettermann.
Langzeitarbeitslosigkeit: „Der Weg in Arbeit gelingt nicht immer sofort“
„Der April zeigt aus Sicht des Jobcenters Dortmund ein vertrautes Bild. Die Lage bleibt stabil, aber angespannt. Die Zahl der Arbeitslosen im Bürgergeldbezug ist leicht gestiegen. Das ist kein Alarmzeichen, aber ein Hinweis darauf, dass viele Menschen weiterhin Unterstützung brauchen“, berichtet Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund.

Besonders deutlich wird das bei den Langzeitarbeitslosen. Wer lange ohne Arbeit ist, findet oft nicht über eine einzelne Stellenanzeige zurück in den Arbeitsmarkt. Häufig geht es darüber hinaus auch um Qualifizierung, gesundheitliche Einschränkungen, familiäre Belastungen oder fehlende berufliche Anschlüsse.
„Umso wichtiger ist es, vorhandene Potenziale sichtbar zu machen und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber für diese Menschen zu gewinnen. Der Weg in Arbeit gelingt nicht immer sofort. Aber mit guter Beratung, passender Förderung und starken Partnerinnen und Partnern können wir Chancen eröffnen“, so Krömer.
Spürbarer Anstieg der Arbeitslosigkeit im April 2026
Im April wurden 41.005 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 10.406 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.599 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 376 Personen angestiegen. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt auf 12,3 Prozent (April 2025: 12,0 Prozent). Die anteilige Arbeitslosenquote für die Agentur verbleibt bei 3,1 Prozent, für das Jobcenter verharrt sie bei 9,2 Prozent.
Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im April 6.309 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.803 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 86 Personen weniger als im Vormonat.
5.962 Personen meldeten sich im April bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.481 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das ist 1 Person weniger als im Vormonat.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmende an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungs-verhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 49.814 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 51 Personen mehr.
Jugendarbeitslosigkeit leicht rückläufig – Arbeitskräftenachfrage wieder deutlich rückläufig
Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent gesunken. Im April waren damit 3.502 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 80 Personen weniger als im Vormonat.

Nach einem leichten Anstieg in den Vormonaten ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften wieder spürbar zurückgegangen. Der Agentur für Arbeit wurden im aktuellen Berichtsmonat 664 neue Stellen gemeldet. Das sind 271 Stellen weniger als im März. Der aktuelle Stellenbestand hat sich mit 4.037 offenen Stellen im Vergleich zum Vormonat ebenfalls verringert (-206).
Im Jahresvergleich liegt er mit einem Plus von 33 Stellen etwas höher als im April des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Verkauf, Erziehung und Sozialarbeit, Lagerwirtschaft und Altenpflege sowie Büro und Sekretariat.
Alle Zahlen und Fakten darüber gibt es hier als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport April 2026
Ausbildungsmarkt unter Druck: Weniger Bewerber:innen, weniger Stellen
Die gute Nachricht vorweg: Dortmunder Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz haben aktuell noch gute Chancen. Auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt gibt es Ende April mehr offene Stellen als Bewerberinnen und Bewerber.
Dennoch zeigt sich insgesamt ein rückläufiger Trend. Seit Beginn des Berichtsjahres wurden bis Ende April 2.972. betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 308 weniger als im Vorjahr.* Aktuell stehen davon noch mehr als die Hälfte zur Besetzung offen. Gleichzeitig haben sich seit Oktober 2025 2.632 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerberin oder Bewerber gemeldet, was einem Rückgang von 6,8 Prozent entspricht. 1.378 sind aktuell noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. In den kommenden Monaten ist auf dem Ausbildungsmarkt weiterhin mit viel Bewegung zu rechnen, während die Vermittlungen auf Hochtouren laufen.

„Die angespannte wirtschaftliche Lage der Unternehmen hinterlässt deutliche Spuren auch am Ausbildungsmarkt. Viele Unternehmen reagieren zurückhaltend, da unsichere Auftragslagen dazu führen, dass Entscheidungen zur Ausbildung von Fachkräften häufig verschoben werden. Das ist zwar nachvollziehbar, birgt jedoch Risiken: Jeder Ausbildungsvertrag, der in diesem Jahr nicht abgeschlossen wird, bedeutet in drei bis vier Jahren, wenn die demografische Wende ihren ersten Höhepunkt erreichen wird, eine Nachwuchskraft weniger“, so Bettermann.
Hinzu kommt in diesem Jahr ein besonderer Effekt: Ein kompletter gymnasialer Abiturjahrgang fällt weg. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für eine duale Berufsausbildung ist deutlich gesunken. „Für Jugendliche verbessern sich dadurch die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Das sollten die jungen Menschen nutzen. Nicht immer sind weiterführende Schulen der richtige Weg. Eine Ausbildung ist ein stabiles Fundament, auf das man sehr gut aufbauen kann“, so Bettermann.
„Eine Spezialisierung, die Meisterschule oder ein Aufbaustudium genauso wie die individuelle Karriere im Ausbildungsbetrieb sind sehr gute Optionen“, kommentiert die Arbeitsagenturchefin die Situation auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.
(* Hinweis: Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der BA. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden. Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren. Seit April 2025 können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung im Arbeitgeberservice aufgenommen werden, da diese von den Kammern geprüft wird. Wir senken damit bürokratische Hürden für Unternehmen. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.)
Mehr Informationen:
- Kontaktdaten Berufsberatung: Telefon: 0231 / 842 9800
- Wichtige Messen und Beratungsangebote: Erlebniswelt Ausbildung am Freitag, 12. und Samstag, 13. Juni 2026, im Signal Iduna Park.
- Messe Duales Studium & Karrieretag Öffentlicher Dienst am Freitag, 19. Juni 2026, im BIZ Dortmund, Steinstraße 39, 44147 Dortmund
- Alle Informationen zu den Veranstaltungen: www.Jugendberufshaus-Dortmund.de


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Erlebniswelt Ausbildung Dortmund 2026 Unternehmen können sich jetzt als Aussteller bewerben (PM)
Am 12. Und 13. Juni 2026 findet im Signal Iduna Park in Dortmund erneut die Erlebniswelt Ausbildung Dortmund statt – in diesem Jahr in Kooperation mit der HEROCON. Die Veranstaltung bietet Jugendlichen und ihren Familien die Möglichkeit, mehr als 50 Ausbildungsberufe kennenzulernen, sich auszuprobieren und direkt mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen.
Interessierte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben ab sofort die Möglichkeit, sich als Aussteller anzumelden. Die Veranstaltung bietet eine ideale Plattform, um frühzeitig mit potenziellen Nachwuchskräften in Kontakt zu treten. Neben Informationsständen erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit Mitmachaktionen wie eine Berufsorientierungs-Rallye. Teilnehmende der Rallye haben bei erfolgreichem Abschluss die Chance auf eine Stadionführung im Signal Iduna Park.
Die Teilnahme ist sowohl für die Ausstellenden als auch für die Besucherinnen und Besucher kostenlos. Eine Anmeldung für Unternehmen ist per E-Mail oder telefonisch beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund noch bis zum 15. Mai möglich.
Anmeldung:
E-Mail: dortmund.arbeitgber@arbeitsagentur.de
Telefon: 0231 / 842 1666