Unter der Laterne mit dem E-Mobil für die Verkehrswende: 320 niederschwellige Ladepunkte in Dortmund geplant

Akteure für niederschwellige Elektromobilität in Dortmund. Fotos: Thomas Engel

Die gute alte Straßenlaterne – sie soll mancherorts demnächst in Dortmund etwas anders dastehen. Näherhin ist ihr eigentlicher Zweck nicht mehr die Beleuchtung schummriger Wege. Sie wird eh in Ballungsräumen aufscheinen – zumeist umringt von Kameras zur Videoüberwachung. Ihr Erhellendes ist lediglich eine Zusatzfunktion, selbstverständlich mit hochmodernen LEDs. Wie oft bei Leuchttürmen liegt die eigentliche Wahrheit aber am Fuße: In diesem Fall sind es vorgebaute Ladeeinrichtungen für E-Autos, angebracht unten an den Pfeilern, wo Strom „getankt“ werden kann. Erkennbar sind die Hightech-Installationen an ihrem grünen Anstrich und entsprechender Beschilderung. An die 320 sollen es bis September 2022 in der Stadt werden.

Neue Möglichkeiten zum Aufladen von E-Fahrzeugen im öffentlichen Raum

Wer fürs E-Auto keine Lademöglichkeit auf dem eigenen Grundstück hat oder als Pendler*in auf entsprechende Infrastrukturen im öffentlichen Raum angewiesen ist, erhält in Dortmund und Umgebung zeitnah neue Angebote. Fortan darf es heißen: Laden “bei der Laterne“ (ohne Kaserne davor, wie einst weltöffentlich und nicht ganz unzweifelhaft besungen). ___STEADY_PAYWALL___

An der Schmiedingstraße in der Dortmunder Innenstadt wurden erste Ladepunkte eines städteübergreifenden Projektes in Betrieb genommen. Denn Energiewende heißt zwingend auch Verkehrswende, worunter unter anderem die Förderung von Elektromobilität fällt.

Zusammengeschlossen haben sich unter der Bezeichnung „NOx-Block“ (gefördert von der Bundesregierung im Sofortprogramm „Saubere Luft“ mit ca. 10 Millionen Euro) die Städte Dortmund, Schwerte und Iserlohn. In Kooperation mit kommunalen Versorgern und Dienstleistern sowie der TU Dortmund und der Bergischen Universität Wuppertal, wo zu Auswirkungen aufs Stromnetz und lokalen Stickoxid-Emissionen geforscht wird.

Förderung von E-Mobilität, konkret: etwa 320 neue Ladepunkte sind in Dortmund geplant

Ziel ist es, die Stickoxidwerte in Ballungsgebieten zu verringern. Es geht mithin um die Förderung möglichst klimaneutraler Mobilität, also für eine Zukunft im „Einklang“ und nicht gegen die Umwelt.

Bis September 2022 sollen in Dortmund insgesamt etwa 320 (von der Firma Ebee ausgestattete) Ladepunkte an den grünen Beleuchtungsmasten im öffentlichen Raum entstehen. Durch den Aufbau der Ladeinfrastruktur ist es möglich, E-Fahrzeuge mit bis zu 11 kW unten an den LED-Masten aufzuladen.

Alles, was dafür benötigt wird, ist ein Standardladekabel mit einem Typ-II-Stecker. Jede*r mag dort mit einem Akku andocken, ohne Vorbedingungen. Zur Authentifizierung und Bezahlung kann entweder eine Ladekarte mit RFID-Chip, eine App auf dem Smartphone oder eine Webseite mit Direct Payment verwendet werden.

Bürgerbeteiligung: Wer eine Idee hat, die Ladesäulenkarte zu vervollständigen – welcome!

Für die ersten 80 Standorte in Dortmund wurden mittlerweile die Rahmenbedingungen für den kurzfristigen Aufbau geschaffen: die Errichtung einer geeigneten, grün bestrichenen “Straßenlampe” sowie ihr Anschluss an das Stromnetz. Dadurch können wöchentlich bis zu zehn neue Ladepunkte in Betrieb genommen werden.

Die Energiequellen stehen im öffentlichen Raum und unterliegen den dort gültigen Vorschriften fürs Parken. Mit anderen Worten: Das Aufladen des eigenen Wagens entbindet nicht von der etwaigen Pflicht, fällige Parkgebühren zu entrichten.

Das Projekt – wesentlicher Baustein der Smart City-Strategie in Dortmund – ist interaktiv angelegt. Sonst machte es auch wenig Sinn. Die Möglichkeit, den schwächelnden Akku des eigenen Gefährts zu laden, soll dort bestehen, wo’s Bedarf gibt. Ergo: Auf einer interaktiven Ladesäulenkarte können Bürger*innen Vorschläge für neue Standorte machen.

Die werden sodann auf ihre technische Realisierbarkeit geprüft und beim Ausbau der Infrastruktur berücksichtigt – ohne Gewähr. Außerdem kann der aktuelle Entwicklungsstand mitverfolgt werden (hier verlinkt).

Weitere Informationen:

  • Zur Umsetzung des Projekts in Dortmund wurde das Konsortium StraBelDo (Straßenbeleuchtung Dortmund) beauftragt.
  • Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) sowie SPIE Deutschland & Zentraleuropa sind dafür verantwortlich, die Straßenleuchten in Dortmund zu modernisieren (LED- wie weitere smarte Technologie).
  • SPIE übernimmt als technischer Dienstleister die Installation von Ladesäulen, Verkabelung und den Anschluss ans Netz; DEW21 den Messstellenbetrieb wie Beratungs-Service rund um die neue Technik.
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Kommentare

  1. Bebbi

    Verkehrswende heißt, weniger Kfz. Dazu trägt das nicht bei. Aber in Dortmund will das keiner. Also etekettiert man anderes falsch, um so zu tun, als ob.

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