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Ungewöhnlicher Schritt: Der Geierabend degradiert Polizeipräsident Gregor Lange – er ist kein „Pannekopp“ mehr

Der Alternativkarneval Geierabend entzieht dem Dortmunder Polizeipräsidenten Gregor Lange den Pannekopp-Orden 2014. Die 28 Kilogramm schwere Trophäe ist ein satirischer Preis für negative Verdienste ums Ruhrgebiet. Lange hatte die Auszeichnung in der Session vor sechs Jahren erhalten, über 16 000 Zuschauer*innen hatten ihn damals in allabendlichen Abstimmungen zum Sieger gekürt.

Rathaussturm und Kriminalisierung der Rathausverteidiger brachten Lange die zweifelhafte Ehre

Steiger Martin Kaysh mit dem Orden. Foto: StandOut.de

Grund für die unangenehme Ehrung war der Sturm der örtlichen Naziszene auf das Dortmunder Rathaus am Abend der Kommunalwahl. Dabei hatte die Polizei keinen glücklichen Eindruck gemacht. Viele der demokratischen Rathausverteidiger bekamen anschließend auch noch Ärger mit der Justiz.

Satirisch galt der misslungene Polizeieinsatz als Förderung des auch touristisch interessanten Alleinstellungsmerkmals „Nazihochburg Deutschlands“.

Die Zeiten haben sich geändert. Der Einfluss der Rechtsradikalen schwindet, der so genannte Nazikiez im Vorort Dorstfeld zeigt Auflösungserscheinungen. Die Anarchokarnevalisten schieben das auch der Polizei unter Lange in die Schuhe.

Steiger Martin Kaysh: „Gregor Lange, es tut uns leid. Sie sind ab sofort kein Pannekopp mehr.“

In einem Video auf der Facebook-Seite des Geierabends begründet Steiger Martin Kaysh: „So ein Engagement sehen die Statuten des Ordens nicht vor. Gregor Lange, es tut uns leid. Sie sind ab sofort kein Pannekopp mehr. Sie werden aus der Liste der Preisträger gestrichen.“

Der Polizeipräsident, zum Datum des Ereignisses 2014 gerade frisch im Amt, ist somit nach 18 Jahren der erste Preisträger, dem die unbeliebte Auszeichnung entzogen wird. Sobald die Coronazeiten es erlauben, wollen die Geier dem neuen Expreisträger auch noch eine offizielle „Aberkennungsurkunde“ zukommen lassen. Kaysh ist sich sicher: „Nie war eine öffentliche Degradierung für den Betroffenen angenehmer.“

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