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Trauer um Ferdinand Hollmann: Der Kämpfer für soziale Arbeit in Dortmund starb im Alter von 86 Jahren in Eving

Ferdinand Hollmann ist im Alter von 86 Jahren in Eving gestorben. Foto: AWO

Ferdinand Hollmann ist im Alter von 86 Jahren in Eving gestorben. Foto: AWO

Zweiter großer Verlust für die AWO: Nach dem überraschenden Tod der amtierenden Vorsitzenden Gerda Kieninger im Januar 2020 im Alter von 68 Jahren ist nun auch ihr Vorgänger im Amt, Ferdinand Hollmann, am Samstag (28.03.2020) im Alter von 86 Jahren in Eving gestorben. Mit ihm verliert Dortmund einen Menschen, der sich mit herausragendem sozialen und bürgerschaftlichen Engagement für die Menschen in dieser Stadt eingesetzt hat.

Ferdinand Hollmann wurde vielfach für sein Engagement ausgezeichnet 

Hollmann war Träger des Bundesverdienstkreuzes (verliehen September 1999) und des Ehrenringes der Stadt Dortmund. Für seine großen Verdienste bei der Arbeiterwohlfahrt am Auf-und Ausbau der sozialen Arbeit des Unterbezirks Dortmund und darüber hinaus im Bezirksverband Westliches Westfalen wurde ihm 2004 die Marie-Juchacz-Plakette, die höchste Auszeichnung der AWO Deutschland verliehen.

Geboren am 2. August 1933 wuchs er in Hombruch auf, war politisch geprägt durch einen sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Lebenslauf und beruflich durch einen kaufmännischen Werdegang bei der Hoesch Stahl AG.

Mehr als 400 Menschen kamen zur Trauerfeier für Gerda Kieninger in Eving. Fotos: Alex Völkel

Er vertrat die Leitsätze und Leitbilder der AWO durch sein direktes ehrenamtliches Wirken sehr offensiv und setzte sich ein für die Menschen in dieser Stadt.

Von 1964 bis 1984 war er Mitglied im Bürgerausschuss bzw. in der Bezirksvertretung Hombruch; von 1984 bis 1994 wirkte er als Mitglied des Rates der Stadt Dortmund im Ausschuss Wirtschaft, Finanzen, Liegenschaften, war im Beirat des Technologiezentrums und im Aufsichtsrat des Flughafens.

Entwicklung der AWO zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen

Die AWO Dortmund hat Ferdi Hollmann viel zu verdanken: Bereits seit Januar 1962 Mitglied der AWO, wurde er im Mai 1991 in der Nachfolge von Herbert Neumann zum Vorsitzenden des Unterbezirkes gewählt und hat in dieser Funktion bis 2004 eine Menge für die AWO in Dortmund bewegt und erreicht.

In seiner Amtszeit hat sich der Verband im hauptamtlichen Bereich zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen entwickelt und es entstanden viele neue Einrichtungen und Betreuungsdienste.

Dazu gehörten auch z.B. die Gründung der Tochtergesellschaft dobeq GmbH mit Angeboten der Beschäftigung, Qualifizierung und Ausbildung für junge benachteiligte Menschen und Langzeitarbeitslose oder auch der Schultenhof, ein bundesweit herausragendes Projekt der Behindertenhilfe, welches Bundeskanzler Gerhard Schröder im August 2002 als Bioland-Betrieb unter dem Motto „Wohnen und Arbeiten auf dem Bauernhof“ besuchte.

Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und des Mitgliederverbandes als Anliegen 

Gleichzeitig legte Ferdinand Hollmann auch großen Wert auf eine starke Mitgliederorganisation und die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements als Fundament allen Handelns des seit 100 Jahren bestehenden Wohlfahrtsverbandes.

Er sah schon frühzeitig, dass für das ehrenamtliche Engagement der Mitgliedsorganisation neue Wege entwickelt werden müssen und dem ehrenamtlichen, bürgerschaftlichen Engagement in der zivilen Gesellschaft ein höherer Stellenwert und stärkere Anerkennung beigemessen werden müssen.

Ferdinand Hollmann war seit 1994 Mitglied des AWO-Bezirksvorstandes, vertrat den AWO-Unterbezirk in der Auslandsgesellschaft NRW, der durch seine Initiative dort korporatives Mitglied war, und engagierte sich bei „AWO-International“ auf Tagungen und Konferenzen.

 

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