Mehr Geld für rund 700.000 Beschäftigte und Auszubildende in NRW:

Tarifeinigung in der Metall- und Elektroindustrie

Auch in Dortmund hatten die Beschäftigten mehrfach gestreikt. Der IGM-Bundesvorsitzende Jörg Hofmann war zwei mal vor Ort. Foto: Bernd Röttgers

Die IG Metall NRW und der Arbeitgeberverband Metall NRW haben sich heute in Düsseldorf in der 5. Verhandlung auf die Übernahme des Pilotabschlusses aus Baden-Württemberg für die Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Nach diesem Verhandlungsergebnis erhalten die rund 700.000 Beschäftigten sowie die Auszubildenden in der der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie ab 1. Juni 2023 5,2 Prozent mehr Geld und ab dem 1. Mai 2024 weitere 3,3 Prozent mehr.

Gehälter steigen stufenweise an – außerdem gibt es i zwei Schritten 3000 Euro steuerfrei

Tausende Beschäftigte haben sich landesweit - so wie hier in Dortmund - an Warnstreiks beteiligt.
Tausende Beschäftigte haben sich landesweit – so wie hier in Dortmund – an Warnstreiks beteiligt. Foto: Bernd Röttgers

Zudem wird den Beschäftigten eine steuerfreie Inflationsprämie in Höhe von 3.000 Euro in zwei Schritten ausbezahlt: 1.500 Euro spätestens im Februar 2023, weitere 1.500 Euro spätestens im Februar 2024.

Auch den Auszubildenden hilft dieser Tarifabschluss, die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu schultern. Sie erhalten eine Inflationsausgleichprämie von zweimal 550 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis zum 30. September 2024.

„Das Verhandlungsergebnis gibt den Beschäftigten Sicherheit in unsicheren Zeiten. Die Inflationsausgleichsprämie hilft kurzfristig gegen die steigenden Energiepreise. Sie hat zudem eine starke soziale Komponente, da die unteren Entgeltgruppen überproportional profitieren. Die dauerhafte Erhöhung der Entgelttabelle stabilisiert die Kaufkraft“, kommentiert Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW, das Ergebnis.

Gutes Ergebnis war durch „großartige Beteiligung an den Warnstreiks möglich“

Warnstreik der IG Metall. Demonstration zum Sitz des Unternehmensverband der Metallindustrie. Verhandlungsführer IG Metall Knut Giesler
IGM-Verhandlungsführer Knut Giesler Klaus Hartmann | Nordstadtblogger

„Wir haben stets betont, dass Tarifpolitik alleine nicht eine kriegsgetriebene Inflation ausgleichen kann. Zusammen mit den von der Politik beschlossenen Maßnahmen und Entlastungspaketen, auf die die IG Metall in den letzten Monaten gedrängt hat, ergibt sich jetzt ein starkes Gesamtpaket gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten“, betont Giesler.

„Dieses sehr gute Ergebnis haben die Beschäftigten durch ihre großartige Beteiligung an den Warnstreiks möglich gemacht. Insgesamt haben sich in NRW 126.870 Beschäftigte aus 1.021 Betrieben an den Warnstreiks und Kundgebungen der IG Metall beteiligt. Ohne diesen Druck hätten die Arbeitgeber nicht eingelenkt“, so der Verhandlungsleiter.

Ulrike Hölter, 1. Bevollmächtigte der IG Metall
Ulrike Hölter ist 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Dortmund. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Das unterstreicht auch Ulrike Hölter, 1. Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Ruhr.Mitte: „Nur durch die gute Beteiligung an den Warnstreiks, insbesondere bei der zentralen Warnstreikkundgebung am 17. November 2022 in Dortmund, an der  1.600 Beschäftigte aus 27 Betrieben des Geschäftsstellenbereiches und Jörg Hofmann, 1. Vorsitzender der IG Metall als Hauptredner teilnahmen, konnte so viel Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden, dass dieser Abschluss erzielt werden konnte.“

„Die Beschäftigten leisten jeden Tag sehr viel, deshalb haben sie sich die Inflationsausgleichsprämie und Tabellenerhöhungen mehr als verdient“, findet Hölter. Heute entscheidet noch die Tarifkommission der IG Metall Nordrhein-Westfalen abschließend über die Annahme des Verhandlungsergebnisses.

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