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Syrische Ärzte sammeln Geld und leisten Hilfe – Gäste berichten über die Situation im Bürgerkrieg

Der Verein Deutsch-Syrische Ärzte für humanitäre Hilfe arbeitet in Partnerschaft mit der Union of Syrian Medical Relief Organizations, in der nationale Vereine von syrischen Ärzten aus Kanada und Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und der USA zusammengeschlossen sind.

Mitglieder des Vereins Deutsch-Syrische Ärzte für humanitäre Hilfe tagten jetzt in Dortmund. Fotos: Helmuth Vossgraff

Von Susanne Schulte

Syrische Ärzte in Deutschland ließen sich von ihren Berufskollegen aus Syrien informieren. Sie suchen Hilfe, wo immer sie die bekommen können. Syrische Ärzte, die in Deutschland leben und arbeiten, haben sich im August 2013 zusammengetan, um den Menschen in ihrem Geburtsland zu helfen. In Dortmund fand jetzt ein Treffen des Vereins „Deutsch-Syrische Ärzte für humanitäre Hilfe“ statt.

Viele Ärzte mussten früh aus politischen Gründen oder wegen des Bürgerkriegs  aus ihrer Heimat fliehen

Dr. Khalil Bajbouj (links) ist Kinderarzt in Dortmund und Vorsitzender des Vereins.

Dr. Khalil Bajbouj (links) ist Kinderarzt in Dortmund und Vorsitzender des Vereins.

Dort, in Syrien, ist Krieg. „Die Infrastruktur ist total zusammengebrochen“, sagt Dr. Riad El Kassar, Kardiologe aus Waltrop und Vorstandsmitglied im Verein „Deutsch-Syrische Ärzte für humanitäre Hilfe“.

Mit seinen Vorstands- und weiteren 30 Berufskollegen ist er gespannt auf den Vortrag von vier Ärzten aus Syrien, die dort noch arbeiten und zur Zeit in Europa unterwegs sind, um zu informieren, was im Land dringend für die medizinische Versorgung der Bevölkerung gebraucht wird.

Nur etwa 30 Prozent der syrischen Ärzte seien noch im Land, so die Informationen, die er und Dr. Khalil Bajbouj, Kinderarzt aus Dortmund und Vorsitzender des Vereins, haben. „Es ist glaubhaft, dass die Zahl stimmt, wenn man sieht, wie viele Ärzte geflohen sind.“

Ein Schwerpunkt der Hilfe liege im Süden Syriens, wo sieben Notkrankenhäuser in Betrieb seien. Dort fehle es an Geräten und Medikamenten wie auch an Personal. Die Ärzte, die noch da seien und die sieben bis neun Millionen Inlandsflüchtlinge betreuten, bekämen oft kein Gehalt mehr, haben die beiden Männer gehört.

Zusammenarbeit der syrischen Ärzte in Deutschland mit anderen Vereinen

Die vier Gäste, die an diesem Nachmittag in einem Dortmunder Hotel von den Vereinsmitgliedern erwartet werden, waren zuvor in Frankreich und dort im Außenministerium empfangen worden. Auch in Deutschland haben sie mit Vertretern des Auswärtigen Amtes und mit Bundestagsabgeordneten gesprochen. Von den deutschen Behörden sei bereits Hilfe geleistet worden – mit Geld und unkomplizierter Visa-Erteilung für die Behandlung von mehr als 85 Menschen aus Syrien – und weitere Hilfe sei versprochen, so Khalil Bajbouj.

Der Verein „Deutsch-Syrische Ärzte für humanitäre Hilfe“ arbeitet in Partnerschaft mit der „Union of Syrian Medical Relief Organizations“, in der nationale Vereine von syrischen Ärzten aus Kanada und Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und der USA zusammengeschlossen sind.

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