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Städtebauliche Aufwertung im Unionviertel: Arbeiten zum Umbau der Ritterstraße und der Übelgönne beginnen

Die Ritterstraße und Übelgönne im Schatten des U-Turms sollen umgebaut werden. Fotos: Carmen Körner

Als vorbereitende Arbeiten für den Umbau der Ritterstraße und der Übelgönne in der zweiten Jahreshälfte 2018 beginnt das Tiefbauamt Dortmund am heutigen Montag (26. Februar 2018) mit Baumfällungen und Strauchrodungen. Diese Rodungsarbeiten werden bis zum 1. März 2018 abgeschlossen sein. Die Kosten des Umbaus sind mit 1,3 Millionen Euro veranschlagt.

Das ehemalige Gelände der Dortmunder Unionbrauerei ist Standort für Kultur, Bildung und Kreativität

„Im Zuge des Ausbaus der Ritterstraße und der Übelgönne werden in den neu erstellten Baumscheiben Bäume nachgepflanzt“, erläutert Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes. Für die Zeit der Fäll- und Rodungsarbeiten wird die Ritterstraße zur Sackgasse, und die Übelgönne wird von der Unionstraße bis zur Zufahrt des Freizeitzentrum West (FZW) voll gesperrt.

In Anlehnung an das städtebauliche Konzept Dortmunder U entwickelt sich die Fläche zwischen Königswall und Unionstraße, nördlich der Rheinischen Straße und südlich der Gleisanlagen der Deutschen Bahn: Das ehemalige Gelände der Dortmunder Unionbrauerei wurde zu einem Standort für Kultur, Bildung, Kreativität und Dienstleistung. Überregional bedeutsame Einrichtungen, wie das Museum Ostwall, die Fachhochschule Dortmund und zwei Berufskollegs, sind auf dem ehemaligen Gelände der Unionbrauerei beheimatet.

In direkter Nachbarschaft schließt das Freizeitzentrum West (FZW) an, welches durch den Umzug an die Ritterstraße bundesweit als Veranstaltungsort an Bedeutung gewonnen hat. Südlich des FZW liegt das Einkaufszentrum Westcenter, dessen Anziehungskraft über die Grenzen des Quartiers hinausgeht.

Mit der Bebauung der Unionbrache und der angestoßenen Entwicklung zwischen Unionstraße und Ritterstraße haben sich die verkehrlichen und städtebaulichen Anforderungen an die Ritterstraße und die Übelgönne verändert. Der Straßenumbau reagiert auf den Bedeutungszuwachs der Straßen und lässt Optionen für weitere Bautätigkeiten auf der U-Fläche und im näheren Umfeld.

Die Ritterstraße wird zur Einbahnstraße mit Aufenthaltsqualität

Zur Entlastung des Verkehrsknotenpunktes Ritterstraße/Rheinische Straße wird die Ritterstraße zur Einbahnstraße, die von der Rheinischen Straße in Richtung Norden befahren werden kann. Die Fahrbahn umfasst eine Fahrspur mit einer Breite von 3,50 Metern, die auf Höhe des FZW leicht verschwenkt ist. Die Fahrbahn der Übelgönne umfasst zwei Fahrspuren mit einer Breite von jeweils 2,75 Meter im Zweirichtungsverkehr (Fahrbahnbreite insgesamt: 5,50 Meter).

Die Geschwindigkeit wird auf beiden Straßen auf 30 km/h begrenzt. Dadurch kann der Radverkehr auf der Fahrbahn mitgeführt werden. Ein deutlich erkennbarer Radfahrstreifen auf der Westseite der Ritterstraße sichert einen ungehinderten Radverkehr in südliche Richtung, entgegengesetzt zum Kraftfahrzeugverkehr. Die beschriebenen Straßenquerschnitte ermöglichen weiterhin einen Anlieger- und Lieferverkehr.

Auf der Ritterstraße wird ausschließlich auf der Ostseite längsseitig geparkt. Aufgrund der großen Anzahl von Häusereinfahrten können auf der Westseite keine öffentlichen Parkplätze angeboten werden. Die Gehwegbreite liegt im Schnitt bei 3,50 Metern. Vor dem FZW wird der westliche Gehweg auf ca. 7 Meter aufgeweitet, so dass eine Aufenthaltsfläche entsteht, welche mit Bänken und einer Baumreihe ausgestattet wird.

Das FZW ist bei Veranstaltungen ein Publikumsmagnet. Die Ritterstraße davor wird zur Einbahnstraße.

Barrierefreie Querungen

Auf der Übelgönne wird ausschließlich auf der Südseite schräg geparkt. Südlich des Parkstreifens grenzt ein einseitiger drei Meter breiter Gehweg an. Auf der Nordseite bleibt ein Schrammbord bestehen. Damit der Verkehr von der Übelgönne auf die Unionstraße besser abfließen kann, wird die Fahrbahn am Ende aufgeweitet. Es entsteht eine fünf Meter breite Fahrspur in Richtung Unionstraße, so dass künftig die PKW parallel in beide Richtungen abbiegen können. Dadurch wird der Radfahrer auf der Unionstraße nach dem Kreuzungsbereich mit einer Rampe auf den Gehweg geführt.

Die Trennung von Fahrbahn und Gehwegen erfolgt mit Hochbordsteinen, die im Bereich der Grundstückszufahrten abgesenkt werden. An den Straßenkreuzungen werden barrierefreie Querungen eingebaut. Diese bekommen einen ca. einen Meter breiten Bereich ohne Schwelle (so genannte 0-Absenkung) für Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer und einen ca. drei Meter breiten Bereich mit einem sechs Zentimeter hohen Bord für Sehbehinderte und Blinde. Nicht mobilitätseingeschränkte VerkehrsteilnehmerInnen können den gesamten Überweg nutzen.

Im Zuge der Baumaßnahme Ritterstraße und Übelgönne wird die bereits vorhandene Querungshilfe auf der Unionstraße, die südlich an die Kreuzung Unionstraße und Übelgönne angrenzt, barrierefrei ausgebaut und leicht nach Süden versetzt. Eine Verlegung soll das problemlose Abbiegen des Lieferverkehrs aus der Übelgönne sicherstellen.

Straßenbäume und Fahrradabstellplätze

Für die städtebauliche Gestaltung werden unter Berücksichtigung der örtlichen Versorgungsleitungen und in Abstimmung mit der Feuerwehr Straßenbäume in den Grünflächen zwischen den Stellplätzen und im Gehwegbereich vor dem FZW gepflanzt. Die Straßenbeleuchtung wird erneuert und mit LED-Technik ausgestattet. Darüber hinaus werden Fahrradabstellplätze gebaut, die das vorhandene Angebot in der Benno-Elkan-Allee und nördlich der Übelgönne ergänzen.

Die Gestaltung und Materialwahl der Gehwege und der Stellplätze sowie die mobilitätsgerechte Ausführung orientieren sich an dem baulich umgestalteten und angrenzenden Teilbereich der Rheinischen Straße: rechteckiges graues Betonpflaster auf dem Gehweg und Parkstreifen aus rechteckigem anthrazitfarbenem Betonpflaster. Für den Umbau werden entsprechend der Ortssatzung Anliegerbeiträge nach dem Kommunalen Abgabegesetz (KAG) erhoben.

Die Entwurfsplanung wurde auf einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung am 4. Mai 2017 den AnliegerInnen, EigentümerInnen und weiteren interessierten BürgerInnen vorgestellt. Die TeilnehmerInnen haben den Straßenneubau begrüßt und die damit verbundene städtebauliche Aufwertung des öffentlichen Raumes. Insbesondere der schlechte Straßenzustand lässt an einer Notwendigkeit der Umbaumaßnahme keine Zweifel.

 

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