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„Schau Mich An – das Stück“ bringt ungewöhnliche Begegnungen in der Nordstadt auf die Bühne des Depots

Marek Kot, André Wülfing und Berthold Meyer stellen das Stück vor.

Marek Kot, André Wülfing und Berthold Meyer stellen das Stück vor. Foto: Alex Völkel

Das Zusammenleben erfährt in der Dortmunder Nordstadt eine außergewöhnliche kulturelle Vielfalt. Persönliche Begegnung als konsequente Reduzierung dieses kostbaren Reichtums ist das Thema von „Schau Mich An“. Das Stück entsteht unter Mitwirkung zahlreicher Darsteller aus der urbanen Umgebung des Theaters im Depot.

Soziales Engagement – sozial, integrativ und inklusiv – steht im Mittelpunkt

Theaterprojekt, Schau mich an, in der Josephskirche

„Schau Mich An“ war auch in der Josephskirche zu Gast – eine von 18 Stationen. Foto: K. Hartmann

„Für uns ist das ein sehr besonderes Projekt“ sagt Theater-Leiter Berthold Meyer.  „Hier wurde mit Amateuren inklusiv arbeitet.“ Das zeige die Bandbreite des Theaterangebotes und die Vielfalt des Angebotes für freie Gruppen und ungewöhnliche Formate.

„Dazu gehört auch ein soziales Engagement – sozial, integrativ und inklusiv“, stellt Meyer die Zusammenarbeit mit André Wülfing (freischaffender Künstler/ für das Projekt künstlerischer Leiter) und Marek Kot (Depot, Dramaturg) vor.

Seit zwei Jahren läuft das Projekt „Schau mich an“ im Rahmen des landesweiten Vorhabens „Inklu:City“. Das beinhaltet Inklusion und Stadt und ist der Name des Überbaus von „Schau mich an“.

Landesweit hat man in vier Städten inklusiv gearbeitet. Das Depot ist einer der vier Städtepartner. In den vier Städten gab es ganz unterschiedliche Herangehensweisen und Bühnensparten. Häufig werden so behinderte und nicht behinderte Menschen zusammen gebracht.

Bewusst weit gefasster Ansatz für das Projekt in der Nordstadt

„Von Anfang an in der Nordstadt den Ansatz, den Begriff sehr weit zu fassen. Es geht um Herkunft, Behinderung, Sprache oder Stigmatisierung. Wir wollten ausprobieren, wie das geht und zusammen geht“, so Wülfing.

„Was wollen wir erreichen, um das miteinander leben zu verbessern?“ Das war die Leitfrage. Wie geht das Kennenlernen? „Es fängt irgendwo an – bei dem sich Betrachten. So kamen wir auf den Namen. Schau mich an“, berichtet Wülfing.

Sie zelebrieren das gegenseitige Betrachten: Nicht nur flüchtig, sondern in einer theatralen Form. Durch einen goldenen Bilderrahmen, der sich als Element durch das ganze Projekt gezogen hat. Und das für drei Minuten auszuhalten – schweigend – sich einander widmen.

Spannende Begegnungen an 18 verschiedenen Nordstadt-Orten

Bei „Schau Mich An“ konzentrieren sich zwei sich Unbekannte auf das gegenseitige Ansehen. Dabei und danach kam es zu ungewöhnlichen Situationen. Foto: Alex Völkel

Bei „Schau Mich An“  kam es zu ungewöhnlichen Begegnungen – hier auf dem Nordmarkt. Foto: A. Völkel

An 18 verschiedenen Nordstadt-Orten stand eine kleine Bühne mit dem Rahmen. Einige Menschen wurden bewusst eingeladen und sind gekommen. Andere wurden vor Ort spontan eingeladen und angesprochen.

Das Spannende dabei: Was passiert danach? wie geht es weiter – nach den drei Minuten? 170 Menschen haben das ausprobiert.

„Wir waren teils sehr überrascht, was dann da passiert ist. Was man entdeckt, wenn man sich konzentriert und spannende Begegnungsmomente“, berichtet der künstlerische Leiter.

Viele Menschen interessierten sich auch für die zweite Phase, die jetzt mit der Aufführung zu Ende geht. Bei „Schau mich an – das Stück“ sind theaterliebhabende Nicht-Profis – teils mit Vorerfahrung – dabei.

Die Erfahrungen wurden für ein Theaterstück weiterentwickelt

19 TeilnehmerInnen sehr unterschiedlicher Couleur, Alter und Herkunft stehen auf der Bühne – viele von ihnen haben im vergangenen Jahr an den „Drei-Minuten-Aktionen“ teilgenommen.

Neu dabei sind junge syrische Flüchtlinge, die erst seit kurzem in Dortmund auf den Schiffen im Hafen leben.

Nun finden die Ergebnisse vielfältiger „Laboruntersuchungen“ auf den Straßen und in den Orten der Nordstadt in einer erzählerischen Bühnenperformance choreografisch Gestalt – angereichert durch lyrische Text, Foto- und Videodokumentation.

 „Schau mich an“ kommt im Stück zur Anwendung – auch für das Publikum

Zwei Monate haben die Mitwirkenden am Stück gearbeitet. Donnerstag ist Premiere. Foto: TiD

Zwei Monate haben die Mitwirkenden im Depot an ihrem Stück gearbeitet. Donnerstag ist Premiere. Foto: TiD

Das Erlebte wird dargestellt: „Drei Minuten sich auszuhalten oder sich zu verweigern, aber auch zu scheitern“, erklärt Dramaturg Marek Kot.

Es geht um Entwicklungen, Entstehungen. Den Rahmen, den geschlossenen Raum, aber auch die Bühne zu verlassen.  Am Bühnenstück haben sie rund zwei Monate gearbeitet.

„Das Ringen darum ist entscheidend, es geht um Mut fassen. „Schau mich an“ kommt zur Anwendung – in beide Richtungen“, kündigt Kot an. So werden die AkteurInnen auf der Bühne auch das Publikum in den Blick nehmen.

Werkschau der „Inklu:City“-Projekte während des „Sommerblut“-Festivals

Mit der Premiere am Donnerstag, 28. April, und dem zweiten Aufführungstermin am 1. Mai, ist das Projekt noch nicht zu Ende. Dazu gehört auch, dass das Ensemble nach Köln reist, um mit anderen Produktionen ein Fest zu feiern. „Wir wollen uns gegenseitig die Ergebnisse zeigen“, so Wülfing.

Mehr Details:

  •  Premiere: DO 28.04.2016 um 20 Uhr
  • Weitere Vorstellung: SO 01.05.2016 um 18 Uhr
  • Eintritt: VVK + AK 10 € / 5 € erm.
  • Ort: Theater im Depot
  • Künstlerische Leitung / Regie: André Wülfing
  • Projektdramaturgie: Marek Kot
  • Assistenz: Lissa Zimmermann
  • DarstellerInnen: Menschen aus der Dortmunder Nordstadt

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Das Inklu:City-Theaterprojekt „Schau mich an“ schafft interessante Begegnungen in der Nordstadt

 

 

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