Rund 200 Bürger:innen demonstrierten gegen ein Lagerverkauf und Auftritt einer Rechtsrockband

Protestwochenende in Dortmund-Dorstfeld gegen Rechtsextremismus:

Antifa-Demonstration zum Tag der Befreiung in Dorstfeld auf dem Wilhelmsplatz 8. Mai 2021 Klaus Hartmann | Nordstadtblogger

In Dortmund-Dorstfeld haben am vergangenen Samstag, dem 1. August 2026, rund 200 Demonstrant:innen gegen eine Veranstaltung der rechten Partei „Die Heimat“ protestiert. Der Demonstrationszug führte von der Haltestelle Kampstraße über den Westpark bis zum Wilhelmplatz. Anlass des Protests waren ein kommerzieller Lagerverkauf sowie der geplante Auftritt einer einschlägig bekannten Rechtsrockband. Die Vernetzungsversuche der Szene stießen das gesamte Wochenende über auf breit getragenen zivilgesellschaftlichen Widerstand.

Der Aufmarsch der Demonstrant:innen richtete sich gezielt gegen kommerzielle Treffen der rechten Szene

Am Mittag des Samstags, dem 1. August 2026, versammelten sich rund 200 Protestierende in der Dortmunder Innenstadt. Die von der Autonomen Antifa 170 organisierte Demonstration zog von der zentralen Haltestelle Kampstraße über den Westpark bis zum Wilhelmplatz in Dortmund-Dorstfeld. Der Protest richtete sich gegen eine Veranstaltung der Neonazi-Partei „Die Heimat Dortmund“, bei der extrem rechte Bekleidung und Merchandise verkauft wurden sowie eine lokale Rechtsrockband auftrat.

Antifa-Demonstration zum Tag der Befreiung in Dorstfeld auf dem Wilhelmsplatz 8. Mai 2021 Klaus Hartmann | Nordstadtblogger

Kim Schmidt, Pressesprecherin der Autonomen Antifa 170, ordnete das Vorgehen der Organisator:innen vor Ort klar ein:

„Die Veranstaltung der Dorstfelder Neonazis ist ein weiterer Versuch, gerade auch junge Menschen anzusprechen und langfristig für die extrem rechte Szene zu agitieren.“

Mit der Demonstration sollte der Öffentlichkeit verdeutlicht werden, wie gezielt solche Kulturangebote genutzt werden, um schrittweise neue Anhänger:innen an menschenfeindliche Ideologien heranzuführen.

Nach dem zweieinhalbstündigen Demonstrationszug zog Schmidt ein positives Fazit der Aktion: „Wir sind zufrieden mit der Demonstration und wir sind froh, dass sich Menschen mit uns gemeinsam den menschenfeindlichen Ideologien entgegenstellen und dagegen auf die Straße gehen.“ Der Aufzug verlief ohne Zwischenfälle und endete wie geplant auf dem Dorstfelder Wilhelmplatz.

Sicherheitsbehörden warnen seit Jahren vor den militanten Querverbindungen der auftretenden Band

Ein Schwerpunkt der inhaltlichen Kritik betraf die historische und personelle Verflechtung der aufgetretenen Band Oidoxie mit rechtsterroristischen Strukturen. „Die Band Oidoxie war immer nah dran an rechtsterroristischen Strukturen. In ihrem Umfeld gründete sich die sogenannte Oidoxie Streetfighting Crew, aus der heraus eine Combat 18-Zelle entstand, Schusswaffen beschaffte und Schießtrainings organisiert wurden,“ erklärte Schmidt.

Neonazi Marco G., Frontmann der Rechtsrock-Band „Oidoxie“, gehört zu den Mitbegründern von „Combat 18“ in Dortmund .
Neonazi Marco G., Frontmann der Rechtsrock-Band „Oidoxie“, gehört zu den Mitbegründern von „Combat 18“ in Dortmund . Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Die Veranstalter:innen der Gegendemonstration wiesen zudem auf die langjährige Einbindung der Musiker in militante Netzwerke hin. Schmidt hob hervor: „Die Neonazi-Band hat sich schon vor über 20 Jahren an Aktivitäten des Terrornetzwerks Combat 18 beteiligt und dessen Hymne beigesteuert.“

Der Auftritt füge sich nach Ansicht der Sprecherin nahtlos in die Bemühungen ein, die lokal geschrumpfte Szene neu zu beleben: „Das Konzert und der Lagerverkauf fügt sich in die Ambitionen der Dorstfelder Neonazis ein, junge Menschen zu agitieren und für sich zu gewinnen, denn die Szene wird kleiner und sie brauchen Nachwuchs.“ Aus diesem Grund sei eine konsequente Gegenpräsenz der Stadtgesellschaft unumgänglich.

Ein breites Bündnis aus der Zivilgesellschaft stellte sich den rechtsextremen Initiativen das gesamte Wochenende entgegen.
Zu den Nachwuchsversuchen der Partei zählt die Pressesprecherin auch die monatlichen „Offenen Abende“, bei denen regelmäßig Nachwuchsneonazis mit älteren Kadern in Kontakt kommen. Ein solcher Abend fand auch am Freitag, dem 31. Juli 2026, statt und wurde von einem breiten Bündnis aus der Dortmunder Zivilgesellschaft durch einen Protest-Rave begleitet. Damit setzten Aktivist:innen bereits im Vorfeld der Samstagsdemonstration ein unübersehbares Zeichen.

Initator:innen danken zahlreichen Teilnehmer:innen der Demonstrationen

„Wir danken allen, die sich gestern auf dem ‚Rave gegen Rechts‘ und heute auf der Demonstration mit uns auf die Straße gestellt haben. Wir werden den Neonazis keine Ruhe lassen,“ äußerte sich Schmidt bezüglich der Gegenproteste vom Freitag und Samstag.

Mit den zwei aufeinanderfolgenden Aktionen am Freitag, dem 31. Juli, sowie am Samstag, dem 1. August 2026, machten die Demonstrierenden deutlich, dass rechtsextreme Raumnahmeversuche in Dortmund nicht unbeantwortet bleiben. Die Organisator:innen kündigten an, das Geschehen im Stadtteil Dorstfeld auch in Zukunft genau zu beobachten und Proteste zu veranstalten.


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