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Neues Denkmalheft erzählt die wechselhafte Geschichte der gotischen Stadtkirche St. Petri in Dortmund

Vom Bahnhof kommend fällt der Blick über die Katharinenstraße auf die große Stadtkirche St. Petri. Foto: Jutta Sankowski

„Die Mauer ist weg“. Das war früher ein häufig zu hörender Satz von den Dortmunder BürgerInnen, die sich an der ev. Stadtkirche St. Petri aufhielten. Wer dagegen heute vom Hauptbahnhof kommend die Stadt betritt und die große Freitreppe empor geht, den empfängt eine breite, offene Katharinenstraße und der Blick auf die große, gotische Stadtkirche St. Petri. Hier wurde der Versuch unternommen, moderne Architektur und Stadtplanung im Einklang mit der Stadtgeschichte umzusetzen – ein für Dortmund nicht typisches Stadtbild.

Seit Mitte des 14. Jahrhunderts ist St. Petri ein prägendes Bauwerk der Stadt

Die „Bastion“,wie sie oft genannt wurde, hatte entlang der Kampstraße wie eine Grenze zwischen Kirche und Stadt gewirkt. Düster und erdrückend trennte sie Kampstraße, Katharinenstraße und den Hauptbahnhof von dem höher gelegenen Gelände um St. Petri und dem Westenhellweg ab.

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Ausschnitt aus dem Stadtplan des Detmar Mulher von 1610. Foto: Madeleine-Annette Albrecht/MKK Dortmund

In der Kampstraße wird seit 2008 viel unternommen. Aus grauem Asphalt soll ein vielfältiger Boulevard entstehen, der zum Spazieren, zum Erholen und zum städtischen Erleben einlädt. Sorgfältige Planung und die Einbeziehung der historischen Entwicklungen Dortmunds sollen aus dem Straßenraum langsam einen Lebensraum machen.

Drei Bauabschnitte sind inzwischen fertiggestellt, von denen der Abbruch der Bastion und die Umgestaltung des Petrikirchhofs Thema des neuen Heftes der Dortmunder Denkmalbehörde sind. Vielschichtig und wechselhaft – so lässt sich die mehrhundertjährige Geschichte des Petrikirchhofes mit Kirche und Kampstraße zusammenfassen.

Die Entwicklung vom Handwerkerquartier vor dem Bau der Kirche zum Friedhof der Petrigemeinde, zur anschließenden verwahrlosten Bastion bis zur heutigen Freifläche – so ist diese  Entwicklung im neuen Heft der Dortmunder Denkmalbehörde nachgezeichnet. Ein thematischer Schwerpunkt liegt dabei auf der Umgestaltung des Petrikirchhofes und ein weiterer – natürlich – auf der Kirche selbst mit ihrer Baugeschichte und dem berühmten Antwerpener Schnitzaltar, dem „Goldenen Wunder“.

Aktuelles Denkmalheft und ältere Ausgaben stehen kostenlos zur Verfügung

Blick durch das Langhaus auf den Chor von St. Petri. Foto: Bruno Wittke

Die Heftreihe „Bausteine und Fundstücke – Dortmunder Denkmalhefte“ macht Expertenwissen zugänglich und trägt das Anliegen von Denkmalschutz verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Gleichzeitig sollen die Veröffentlichungen ein Dankeschön für das beeindruckende Engagement der vielen Interessierten und zahlreichen ehrenamtlich historisch aktiven Bürgerinnen und DenkmaleigentümerInnen sein.

Das neue Heft ist das zehnte in der Reihe „Bausteine und Fundstücke – Dortmunder Denkmalhefte“. Es wurde aus Städtebaufördermitteln des Bundes und des Landes (Programm: Aktive Zentren) und städtischen Mitteln gefördert. Das Heft wird kostenlos ab sofort von der Denkmalbehörde im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, vom Museum für Kunst und Kulturgeschichte, vom Stadtarchiv sowie vom Amt für Stadterneuerung ausgegeben – solange der Vorrat reicht.

Alle älteren Hefte stehen ebenfalls wieder zur Verfügung, insbesondere auch das schon zum dritten Mal nachgedruckte Heft über den Botanischen Garten Rombergpark mit dem ehemaligen Schloss (Bausteine und Fundstücke, Heft 04). Alle Hefte können auch auf der Internetseite www.denkmalbehoerde.dortmund.de heruntergeladen werden. Die pdf-Datei steht auch im Anhang des Artikels zur Verfügung.

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