Neubauprogramm: Die Stadt Dortmund will bis zum Jahr 2028 insgesamt 175 Millionen Euro in neue Kitas investieren

Der Kita-Ausbau ist eine der größten Herausforderungen. Denn es wird immer schwieriger, entsprechend große Flächen wohnortnah für Neubauten zu finden - insbesondere in der Innenstadt. Foto: NSB-Archiv
Der Kita-Ausbau ist eine der größten Herausforderungen. Denn es wird immer schwieriger, entsprechend große Flächen wohnortnah für Neubauten zu finden – insbesondere in der Innenstadt. Foto: NSB-Archiv

Dortmund wächst und die Zahl der Kinder nimmt zu. Daher muss der Kita-Aus- und Neubau weiter an Fahrt gewinnen. Während der Kitaneubau in den vergangenen Jahren vor allem über das Investorenmodell und den Betrieb von neuen Einrichtungen durch Wohlfahrtsverbände vorangetrieben wurde, soll nun auch der städtische Kita-Eigenbetrieb FABIDO verstärkt neu bauen. 20 (!) neue Kitas mit rund 120 Gruppen sollen bis zum Jahr 2028 entstehen.

Stadt hat bisher 99 eigene Kitas – an 14 Kitas sollen weitere Gruppen angebaut werden

Damit erlebt FABIDO erstmals seit vielen Jahren einen nennenswerten Schub an zusätzlichen Einrichtungen. Aktuell gibt es 99 Kitas. Bislang hatte man dort durch Um- und Anbauten erfolgreich versucht, zusätzliche Kitaplätze zu schaffen. Das reicht aber nicht mehr aus: Daher sollen 20 neue Tageseinrichtungen für Kinder (TEK) als städtische Eigenrealisierungen bis 2028 umgesetzt werden – wenn denn der Rat grünes Licht gibt.  ___STEADY_PAYWALL___

Die Kita Uhlandstraße/ Fliederweg - hier soll noch eine weitere Kita gebaut werden. Foto: Alex Völkel
Die Kita Uhlandstraße/ Fliederweg – hier soll noch eine weitere Kita gebaut werden. Foto: Alex Völkel

Ein „Starterpaket“ aus bis zu sechs TEK soll voraussichtlich im 2. Halbjahr 2021 zur Beschlussfassung in den Rat eingebracht werden. Dies umfasst die Standorte Burgweg, Buschei 30, Kleyer Weg 90, Oberbeckerstr. 26, Schragmüllerstr. 25 und  Steinkühlerweg 235. Dadurch könnten bis zu 32 Gruppen zusätzlich geschaffen werden.

Weiterhin ist geplant, 2022 ein weiteres Paket mit sechs Standorten auf den Weg zu bringen. Hier geht es um die Standorte Mackenrothweg 11-13, Probstheidastr. 2, Somborner Feldweg 11, Uhlandstr. 170,  Varzinerstr. 20  und Wambeler Hellweg.

An acht weiteren Kita-Standorten wird geprüft, ob man auf dem Grundstück einen Neubau realisieren kann. Optimal wäre, wenn man den Neubau gegen den Altbau setzen könnte, um dann einen nahtlosen Umzug zu schaffen und dann den Altbau abzureißen, wenn dies wirtschaftlicher ist als ein Um- und Anbau, erklärt Liegenschaftsdezernent Jörg Stüdemann. An 14 Standorten sollen zudem weitere Anbauten von Gruppen erfolgen.

Die Stadt geht von einen Investitionsvolumen von 175 Millionen Euro aus

Die Verantwortlichen der AWO und der Unternehmensgruppe Derwald sind zuversichtlich, den Eröffnungstermin. im November halten zu können.
Der Bau von Kitas in Dortmund geht weiter und muss noch intensiviert werden.

Diese Investitionen sind ein wichtiger Baustein, um der gestiegenen Nachfrage an Kitaplätzen gerecht zu werden. Dazu soll das vorhandene Angebot an Betreuungsplätzen in den nächsten Jahren weiter durch städtische Maßnahmen und durch Bauvorhaben privater Investoren auf städtischen und privaten Grundstücken erhöht werden.

Die Stadt geht von einem Investitionsvolumen von 175 Millionen Euro aus. Um die Prozesse für alle künftigen TEK-Neubauten und -Erweiterungen zu beschleunigen, hat eine Gruppe aus Fachbereichen der Stadt Dortmund (Liegenschaften, Jugendamt, FABIDO, Städtische Immobilienwirtschaft) Standards für die Planung und den Bau sowie deren finanzielle Umsetzung erarbeitet. 

In der neuen Bauleitlinie sind die Raumempfehlungen, pädagogische Konzepte und technischen Regelungen für Arbeitsstätten zusammengefasst. Wenn eine neue Kita geplant wird, muss das Rad nicht mehr neu erfunden werden – die Planer*innen können auf die gesetzten Standards zurückgreifen.

Neue Bauleitlinie sieht Beratungs- und Multifunktionsräume sowie Wirtschaftsküchen vor

Dabei hat sich einiges getan: Wesentliche Eckpunkte sind, dass künftig alle Kitas – unabhängig von der Zertifizierung als Familienzentrum – einen Raum für Beratungs- und Familienangebote bekommen sollen. Außerdem sollen alle Kitas einen gruppenübergreifenden Multifunktionsraum bekommen. 

Geregelt ist auch die künftige Küchensituation: Sie sehen überwiegend Wirtschaftsküchen vor, in denen vor Ort gekocht wird. Ab mindestens vier Gruppen sind diese vorgesehen. In kleineren Einrichtungen sind sogenannte „Regenerierküchen“ vorgesehen. Aber auch dort werde „gesunde und vielfältige Küche“ geboten. 

Ein weiterer Punkt: Die Außenanlagen mit den Spielflächen sollen „mutiger“ gestaltet werden. Bei der Neukonzeption haben Grünflächenamt und FABIDO Hand in Hand gearbeitet. Diese neuen Funktionen führen zu ungefähr zwölf Prozent mehr Raumfläche als bisher – und damit zu rund zehn Prozent höheren Kosten bei Bau und Betrieb, rechnet Stüdemann vor. Die politischen Gremien werden dies ab sofort beraten – der Rat soll am 24. Juni entscheiden.

Hier gibt es die Ratsvorlage als PDF zum Download:  Vorlage TEK-Bauleitlinie

 

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  1. Dortmunder SPD-Landtagsabgeordnete: „Mit Kita-Zukunftsgesetz ausreichend Betreuungsplätze schaffen“ (PM)

    Dortmunder SPD-Landtagsabgeordnete: „Mit Kita-Zukunftsgesetz ausreichend Betreuungsplätze schaffen“

    Das neue Kita-Jahr startet zum 1. August 2021. Für viele Eltern gestaltet sich die Suche nach einem Betreuungsplatz schwierig. Dafür ist aus Sicht der vier Dortmunder SPD-Landtagsabgeordneten Volkan Baran, Anja Butschkau, Nadja Lüders und Armin Jahl, auch die Landesregierung verantwortlich. Seit Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz wurden noch nie so wenige zusätzliche Plätze geschaffen wie für das kommende Kita-Jahr. Lediglich 3.349 neue Plätze wird es landesweit geben – was einer Steigerung um gerade einmal 0,8 Prozent entspricht.

    „Der Betreuungsbedarf von Familien steigt. Es ist besorgniserregend, dass die Landesregierung mit dem Ausbau der neuen Stellen nicht vorankommt“, so Volkan Baran. Landesweit liegt die Betreuungsquote bei den U3-Plätzen derzeit bei 40,6 Prozent. Im Jugendamtsbezirk Dortmund stehen ab 1. August 7.290 U3-Plätze zur Verfügung. Die Versorgungsquote liegt bei 41,6 Prozent und damit knapp über dem Landesdurchschnitt, Grund zur Freude ist das aber noch lange nicht.

    Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) sieht vor, dass Kitas pro Kind jährlich Zuwendungen vom Land erhalten. Die Zuwendungen für die Kitas und die Kindertagespflege sind in den letzten Jahren um rund drei Prozent jährlich gestiegen, zum kommenden Kita-Jahr steigt diese Kindpauschale jedoch nur um 0,83 Prozent. Noch dramatischer sieht es bei den Mietzuschüssen aus: Der Inflationsausgleich liegt bei lediglich 0,66 Prozent. Das könnte sich negativ auf den künftigen Zuwachs an Betreuungsplätzen auswirken. Schon heute sind etwa 40 Prozent der Kitas Mietprojekte. „Wenn die Baukosten über die Mieten nicht wieder reinzuholen sind, wird es bald keine Investoren mehr geben“, befürchtet Anja Butschkau. Um den U3-Ausbau zu fördern, fordert die SPD-Fraktion im Landtag NRW daher, dass sich die Mietzuschüsse des Landes an der realen Kostenentwicklung orientieren.

    „Wir wollen mit einem Kita-Zukunftsgesetz die frühkindliche Bildung finanziell besser ausstatten, damit mehr Qualität und ausreichend Betreuungsplätze in Nordrhein-Westfalen endlich Wirklichkeit werden. Denn gute Betreuungsplätze sind eine echte Unterstützung für Kinder und Familien“, betont Nadja Lüders.

    Neben zusätzlichen Kita-Plätzen müssten aber auch Fachkräfte gewonnen werden, so Armin Jahl. Dafür müsse der Beruf attraktiver und die Ausbildung zum Beispiel von Beginn an bezahlt werden. Um Ausbildung und Familie besser vereinbaren zu können, strebt die SPD-Fraktion im Landtag NRW außerdem mehr Teilzeit-Modelle für angehende Fachkräfte an.

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