Nach der Klatsche für DEW und DONETZ gibt es nun eine bessere Lösung für das neue Umspannwerk in Hombruch

Mehr als 50 Jahre alt ist die Umspannanlage am Batheyweg in Kirchhörde. Foto: DEW21
Mehr als 50 Jahre alt ist die Umspannanlage am Batheyweg in Kirchhörde. Foto: DEW21

Die Kritik der Politik und Anwohner*innen war massiv, die Klatsche für Peter Flosbach, technischer Geschäftsführer von DEW21 und Dr. Bernd Ramthun, Geschäftsführer Dortmunder Netz GmbH (DONETZ) heftig, als ihnen der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen die Pläne für den Neubau eines Umspannwerkes um die Ohren haute. Das zeigte offenbar Wirkung: Der Standort an der Gotthelfstraße wird nicht weiter berücksichtigt und das Landschaftsschutzgebiet bleibt unangetastet. Dafür gibt es jetzt eine andere Lösung.

Stadt stellt ein alternatives Grundstück in Aussicht – Verlagerung vom Tisch

E-Busse stellen eine neue Herausforderung an die Stromversorgung. Foto: Karsten Wickern

„Nach einem umfangreichen Prüfverfahren hat die Dortmunder Netz GmbH (DONETZ) gemeinsam mit der Verwaltung und Politik eine Lösung gefunden, um auch in Zukunft für die Bürger*innen in Hombruch und Kirchhörde eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten und so auch die Energie- sowie Verkehrswende im Stadtbezirk Hombruch voranzutreiben“, teilt das Netzunternehmen mit.

Anfang des Jahres war seitens DONETZ noch geplant, die notwendige Kapazitätssteigerung in einer Stufe abzudecken. Dies hätte einen kompletten Neubau an einem neuen Standort bedeutet. In diesem Zuge wurde als eine von vier Varianten auch der bestehende Standort am Batheyweg geprüft, da diese Anlage aufgrund ihres Betriebsalters ohnehin Erneuerungsbedarf aufweist und modernisiert werden muss.

„Im Frühjahr hat sich dann für uns eine neue Option ergeben, die uns wiederum ein anderes Vorgehen ermöglicht“, erklärt Dr. Bernd Ramthun, DONETZ-Geschäftsführer. Die Stadtverwaltung hatte dem Unternehmen ein Grundstück auf der nordwestlichen Seite der Bahnbrücke in Aussicht gestellt. „Durch diese Grundstücksoption in direkter Nachbarschaft der bestehenden Umspannanlage ist für uns eine Lösung im Umfeld der bestehenden Anlage am Batheyweg möglich geworden.“

Einsatz intelligenter Netzsteuerung und Aufbau eines Innovationsareals im Versorgungsnetz

Mehr als 50 Jahre alt ist die Umspannanlage am Batheyweg in Kirchhörde. Foto: DEW21
Mehr als 50 Jahre alt ist die Umspannanlage am Batheyweg in Kirchhörde. Foto: DEW21

War dies bisher keine Option, da nicht ausreichend Platz für einen zweiten Trafo vorhanden ist, so hat sich dies nun geändert. Auf dem städtischen Grundstück wäre ausreichend Platz, jedoch steht dieses aufgrund des geplanten Neubaus der DB-Brücke erst später zur Verfügung. 

„Daher schlagen wir vor, die erste Stufe der Kapazitätssteigerung bis 2030 über die Erneuerung der bestehenden Schaltanlage, den Einsatz einer intelligenten Netzsteuerung und den Aufbau eines Innovationsareals im Versorgungsnetz der bestehenden Umspannanlage zu realisieren“, so Dr. Ramthun. „Den zweiten Trafo werden wir zu einem späteren Zeitpunkt installieren, um so die notwendige weitere Kapazitätssteigerung ab 2030 abzudecken.“

Konkret bedeutet dies: In der ersten Stufe wird DONETZ die bestehende Anlage am Batheyweg modernisieren und ein neues Schaltfeld installieren, das eine intelligente Netzsteuerung für Kirchhörde ermöglicht. Dabei würde die Modernisierung im Bestand erfolgen. 

In einem zweiten Schritt soll dann nach dem Neubau der Bahnbrücke an der Hagener Straße durch die Deutsche Bahn ein zweiter Trafo auf dem städtischen Grundstück installiert werden, um den steigenden Strombedarf ab 2030 abzudecken. 

Ludger Wilde: Gute Lösung für Energieversorgung, Klimaschutz und Verkehrswende

Planungsderzernent Ludger Wilde. Foto: Klaus Hartmann

„Bei den Überlegungen zum zweiten Trafo auf dem städtischen Grundstück befinden wir uns noch in den ersten Überlegungen: konkrete Planungen zur baulichen Umsetzung gibt es noch nicht“, erklärt Dr. Ramthun. Aufgrund des geänderten Vorgehens ist der umstrittene Standort an der Gotthelfstraße vom Tisch – Grünes Licht hätte es dazu von der Politik auch nicht gegeben.

„Eine für die Stadt gute Lösung. Hier zeigt sich, dass notwendige Energieversorgungsmaßnahmen, die auch dem Klimaschutz und der Verkehrswende dienen, in eine bestehende Stadtstruktur integriert werden können“, kommentiert  Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund.

DONETZ und die Stadtverwaltung haben bereits politische Vertreter*innen aus dem Fachausschuss über das weitere Vorgehen informiert. Nach der politischen Sommerpause wird DONETZ die neuen Pläne auch in den offiziellen Gremiensitzungen u.a. in der Sitzung des AKUSW oder in der Bezirksvertretung Hombruch präsentieren. 

Darüber hinaus soll insbesondere auch der direkte Dialog mit den Bürger*innen im Dortmunder Süden geführt werden. In der Zwischenzeit sind alle Informationen auf der Projektseite auf der DONETZ-Internetseite unter www.do-netz.de zu finden.

 

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