Nordstadtblogger

15 Ensembles aus elf Nationen beim 21. Micro!Festival

Zum Micro!Festival kommt auch das Teatro Só aus Deutschland und Portugal. Foto: Veranstalter

Von Joachim vom Brocke

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört es zu einer schönen Tradition, die Sommerferien mit dem Micro!Festival auf dem Friedensplatz zu beenden. Vom 15. bis 17. August gibt es die 21. Ausgabe vor dem Rathaus. Internationale Stars des Straßentheaters und der Weltmusik geben sich an allen drei Festivaltagen erneut ein Stelldichein.

Ungewöhnliche Klang- und Seh-Erlebnisse beim 21. Festival

Gruppe Kapelsky mit Claudia Kokoschka, Katrin Gellermann und Sylke Heberholt, v. l., präsentieren das Festival-Programm. Foto: Klaus Hartmann

Präsentiert werden den Besuchern 15 Ensembles aus elf Nationen. „In diesem Jahr mit besonders ungewöhnlichen Klang- und Seh-Erlebnissen aus China, Kolumbien, Tansania und Europa“, verspricht Festivalleiterin Claudia Kokoschka, Leiterin des Kulturbüros.

Besondere Höhepunkte aus Bulgarien und China

Dem Organisationsteam gelingt es immer wieder, neue musikalische Gäste oder Straßentheater-Ensembles zu finden und einzuladen.

Besondere Highlights des Micro!Festivals sind zum Beispiel Oratnitza aus Bulgarien mit Bulgar-Beat, einer Fusion von bulgarischer Volksmusik mit Dubstep, Drum ,n’ Bass, australischem Didgeridoo und traditionellem Gesang. Oratnitza haben schon auf vielen Festivals die Besucher begeistert (Freitag, 17 Uhr).

Erstmals dabei das Musikerkollektiv Da Wang Gang des in Peking lebenden Künstlers Song Yuzhe. Hörgewohnheiten, so heißt es, müssten „faszinierend neu ausgerichtet“ werden. Der Erfahrungsreichtum von Song Yuzhe speist sich aus einer professionellen Ausbildung, Jahren als Punkrock-Musiker und Reisen durch Tibet sowie zu Nomadenvölkern (Freitag, 21 Uhr).

Erfrischende Klangerlebnisse aus Kolumbien in Dortmund

Pelemele aus Deutschland. Foto: Georg Mueller

Für ein quicklebendiges und erfrischendes Klangerlebnis werden Catalina Garcia und ihre Band Monsieur Periné aus der jungen Musikszene Bogotàs in Kolumbien sorgen.

Inspiriert von Django Reinhardt verbinden sie das Paris der 30er Jahre mit Latino-Musikstilen und stürmen in ihrer Heimat die Charts (Samstag, 20 Uhr).

Zwei heimische Bands mit internationalen Wurzeln sind auf dem Friedensplatz mit dabei: Cats n Fruits (Samstag, 16 Uhr) und Kapelsky & Marina (Sonntag, 18 Uhr).

Ihre große Spielfreude, die charmante Ironie und ein verzückendes Temperament mit spritzigen, wilden und temperamentvollen Klangcollagen diverser Kontinente überzeugten zuletzt auch die Jury des Weltmusikwettbewerbs creole.

Atemberaubende Großbaustelle auf dem Friedensplatz

Das Theater Gajes. Foto: Jennifer Rumbach

Mit einem atemberaubendem Straßentheater-Spektakel wird traditionell der Micro!Festival-Samstag in der Dortmunder Innenstadt beendet.

Diesmal entsteht mitten auf dem Friedensplatz eine atemberaubende Großbaustelle. Presslufthammer und Bagger brechen sich Bahn in der sommerlichen Abendidylle.

Planer und Architekturen beschönigen, beschwichtigen und verzweifeln; Arbeiter drehen durch und das große Staunen kann beginnen. „Agora Phobia“ nennt das mehrfach ausgezeichnete niederländische Straßentheaterensemble Gajes ihre große Inszenierung (Samstag, 22 Uhr).

Ein optischer Hingucker ist die Produktion „Somente“ des deutsch-portugiesischen Theaterensembles Theatro Só. Ohne Worte und mit viel Poesie verzaubert ein alter, einsamer Mann seine Mitmenschen – ein stilles, anrührendes Stück, das mehrfach ausgezeichnet wurde (Freitag, 18 und 20 Uhr).

Erstklassige Musikensembles komplettieren den Festival-Rahmen

Monsieur Periné aus Kolumbien. Foto: Sandro Sanchez

Dazwischen, davor und danach verzaubern und berühren die besten Artisten und Komödianten – im freien Fall oder ganz poetisch auf einer grünen Parkbank, die KinderKulturKarawane mit Unterstützung der UNESCO und weitere bekannte und zu entdeckende erstklassige Musikensembles.

Für die Jüngsten Festivalbesucher wird ordentlich gerockt und gehip-hopt. Pelemele sorgt für einen coolen Mix aus Rock, Hip Hop und zarten Balladen, einschließlich der WDR-KiRaKa-Hits „Geburtstag“ und „Bumschakalaka“ (Sonntag, 16 Uhr, ab 4 Jahre).

Oratnitza aus Bulgarien. Foto: Nedelcho Hazarabasanov

Mit einer stilistischen Querdenkerin, die über eine außergewöhnliche Stimmbegabung verfügt, wird das MicroFestival beendet. Melissa Laveaux, in Frankreich lebende Kanadierin mit haitianischen Wurzeln, präsentiert ihre fast unbeschreibliche Stimme: mal samtig-soulig, mal rauchig-brüchig. Außergewöhnliche Arrangements spiegeln ihr kreolisches Erbe und eine entfesselnde Leidenschaft für die Musik (Sonntag, 20 Uhr).

Südländische Piazza in der Dortmunder City

Mitten in Dortmunds City entsteht vom 15. bis 17. August eine südländische Piazza mit Klängen, Gerüchen und Genüssen ferner Länder. Denn internationale Gastronomie (u.a. afrikanische, mongolische und chinesische Küche) sowie Souvenirs laden zum entspannten Verweilen ein.

Für Katrin Gellermann, Fachreferentin im Kulturbüro, zusammen mit der erfahrenen Claudia Kokoschka ein Start in der Festivalleitung. Michael Hoppe, lange Jahre aktiv dabei, ist in den Ruhestand getreten.

Das komplette Programm gibt es als PDF:

www.microfestival.dortmund.de

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