„Mahnwache statt Wahnmache“: „Die Partei“ warnt vor dem Gastronomie-Sterben in Dortmund durch den Lockdown

Mit Humor und Bier im Gepäck auf Phoenix-West: „Die Partei“ macht auf das Gastronomie-Sterben aufmerksam.

Von Marius Schwarze

„Mahnwache statt Wahnmache“: Auf Phoenix-West versammelten sich rund 25 Mitglieder der Partei „Die Partei“. Grund war das akute Gastronomiesterben während des anhaltenden Corona-Lockdowns. Immer wieder werden durch Verschärfungen und Verlängerungen der Pandemie-Beschränkungen die Hoffnungen auf eine Öffnung der Gastronomie zerstört. Immer mehr Gastronom*innen wissen letztlich nicht mehr, ob sie sich auch die nächsten Monate noch über Wasser halten können.

Januarhilfen können zum Teil erst jetzt beantragt werden

Die Mahnwache. Fotos: Leopold Achilles

Eines der größten Probleme seien nicht die Maßnahmen an sich, erklärte Judith Röder von der Partei „Die Partei“. Viel schlimmer sei es, dass die Hilfen erst so spät beantragt werden können und auch nach der Beantragung nicht klar sei, wann genau die Hilfen eintreffen.

„Teilweise bekommen die Gastronomen ihre Hilfen auch nur einmalig“, umschreibt Bettina Neuhaus die Situation. Es sei eine Ungerechtigkeit erkennbar, die nicht mehr tragbar sei. Dass das Kneipensterben schon Jahre voranschreitet, sei kein Geheimnis, nur sei durch die Pandemie und den Mangel an Hilfen dieser Vorgang mittlerweile sehr weit vorangeschritten.

Sterben in der Gastronomie: „Es geht ein Stück Kultur des Ruhrgebiets verloren“

Bettina Neuhaus von Die Partei mit einem Zwinkern.
Bettina Neuhaus von der Partei „Die Partei“.

Abends in der Kneipe zu sitzen, war und ist für viele Dortmunder*innen eine Sache, die einfach zum Leben dazugehört, so Neuhaus. Ob in der Stammkneipe samstags die Bundesliga zu verfolgen oder am Wochenende mit den Freunden abends auf ein Bier zusammenzukommen. Klar sei, dass all das in der Zeit der Pandemie nicht möglich ist. Dennoch sei die Trauer groß, dass gerade die Kneipen und Klein-Gastronom*innen derart unter der Situation litten: „Sie fühlen sich allein gelassen“, so  Neuhaus.

„In der Nordstadt oder dem Kreuzviertel sieht man immer mehr Kneipen, die endgültig geschlossen haben“, erklärt sie weiter. Es sei einfach nicht schön mit anzuschauen, wie große Unternehmen immer wieder mehr Geld bekämen, während die kleinen Einzelhändler*innen oder eben auch die Kneipen keine oder nur sehr spät Hilfen bekommen.

„Die Situation führt dazu, dass in Dortmund und dem Ruhrgebiet ein Stück Kultur vom Aussterben bedroht ist“, macht Christoph Thomas Heisele deutlich.

Für die Partei „Die Partei“ sei klar, dass das Augenmerk auch auf solche Berufsfelder und Schicksale gelegt werden müsse –  auch und gerade in Zeiten einer Pandemie. Schnellere Hilfen und mehr Sicherheit für kleine Gastrobetriebe ist daher ihre Forderung.

 

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