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Krupplyn hält als lebendiger und junger Verein die Fahne des Hip-Hop für Dortmund und die gesamte Ruhrregion hoch

Im Hintergrund: Dortmund. Logodesign: BOBBY ANALOG & Moon Sixtysix, Collage: Lapharel Loco

Von Leopold Achilles

Was als lose Verbindung schon seit Jahren bestand, wurde Anfang 2017 zu einem Verein. Krupplyn hält nicht erst seitdem die Fahne des Hip-Hop für den Ruhrpott hoch. Mehr als 50 Köpfe sind in Dortmund, Essen, Bochum, Duisburg, Witten und darüber hinaus als Rapper, DJ, Tänzer, Beatboxer oder Graffiti-Sprayer mit von der Partie.

Hip-Hop als Lebensstil, als Religion, als Verein und weils Spaß macht

Nur ein kleiner Teil der Krupplyn Crew während eines Vereinstreffen. Foto: Leopold Achilles

Mit der Anlehnung an die amerikanische Stadt New York und ihren Stadtbezirk Brooklyn, als Keimzelle des amerikanischen Hip-Hop’s, und den Industriellen aus der Region Ruhr gibt der Name schon eine Richtung vor.

Und nicht, dass sich „Krupplyn“ einfach cooler anhört als zum Beispiel „Hoeschling“: das SBK-Basement nannte bereits im Jahr 2013 eins ihrer Alben „The Krupplyn Edition“ und brachte so wohl den größten Impuls zur Namensfindung des Vereins, erklärt Till Großmann.

Mit Krupplyn hat sich zu Beginnn des Jahres 2017 ein Verein gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Subkultur Hip-Hop im Ruhrgebiet zu repräsentieren, sie zu leben und den Pott zurück auf die „Deutschrap-Karte“ zu holen.

Unter dem Dach von Krupplyn vereinen sich besonders viele Musiker, also Rapper und Dj’s. Neben Musikern bilden auch Tontechniker, Foto- und Videokünstler, Grafik-Designer und -künstler oder IT- und Webspezialisten den kreativen Teil.

Über das Ruhrgebeat, Krupplyn und Hip-Hop 

Beatschmiede und Yuto sind Kunstfabrik. Eine der jüngsten Künstler in der Crew. Foto: Krupplyn

Künstler wie IndiRekt, Heidecke & Kopfschuss, Orange Field oder SBK Basement sind seit Jahren auf Bühnen unterwegs und haben ein gewisses Grad an Bekanntheit erreicht, erzählt Till Großmann.

Großmann selbst ist Teil der Musikgruppe „Funk Your Head Up“ und lebt und erlebt darüber hinaus als „LockeOne“ den Hip-Hop für sich.

Auf der Webseite des Vereins finden sich aktuell insgesamt 28 Einzelkünstler und Gruppen unter dem Menüpunkt „Artists“ aufgelistet und doch ist Krupplyn kein Label, keine GmbH sondern ein gemeinnütziger Verein.

Großmann macht im Interview deutlich, dass all das, die vielen Konzerte, die gemeinsam produzierten CD’s und Platten, genauso wie Musikvideos in erster Linie Spaß machen soll.

„Wir wollen nicht in die Charts, wir wollen unsere Kultur leben“

„Die Leiter rauf, rauf und wieder runter (…)“ Fotos (3): Krupplyn e.V. Zitat: Deichkind

„Wir wollen nicht in die Charts, wir wollen unsere Kultur hier leben und hier wirken.“ Auch wenn er zugibt, dass es schön sei von der Musik leben zu können. Viel wichtiger als das verdienen von geld ist den Vereinsmitgliedern viel mehr die lokale Bindung“ weiß Großmann.

„Wir können uns in unserer Gruppe sehr gut austauschen und unterstützen. Die verschiedenen Expertisen ergänzen sich sehr erfolgreich. So organisiert Der eine die Jams, der andere die günstigste Plattenpressung, der andere macht Musikvideos. Natürlich trifft man sich auch zum quatschen und auf ein Bier“, so Till Großmann weiter.

Für interessierte Freunde des Hip-Hop ist eine Mitgliedschaft im Verein und die Mitgestaltung natürlich erwünscht und fast jederzeit möglich: „Die Crew wächst und darf auch gern weiter wachsen.“ betont Großmann. Der Kontakt über die sozialen Netzwerke oder per Mail ist dafür ein einfacher und direkter Weg.

Musikalische Styles aus Rap, Break Beat und Vibes treffen auf dem Nordmarkt zusammen

Veranstalterinnen, SponsorenInnen und Mitwirkende präsentieren Musik.KUltur.Picknick 2018. Foto: Alex Völkel

Noch einfacher ist es aber wohl, sich persönlich ein Bild zu machen, wenn Akteure aus der Krupplyn-Crew mit von der Partie sind. Zur Eröffnung des Utopia Skateplatzes am Dortmunder U, am 18. August 2018 zum Beispiel. Oder einen Tag später auf dem Nordmarkt in Dortmund.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Musik.Kultur.Picknick.2018.“ steht der 19. August nämlich ganz im Zeichen des Hip-Hop. Unter anderem „Der Wolf“ und „Funk your Head Up“ sind dann am Start. Sie wollen das DJ-Handwerk genauso vermitteln wie die Musik an sich und das gesamte Gefühl, das den Hip-Hop für die Akteure von Krupplyn aus macht.

Der „Do it yourself“ Skateplatz am Dortmunder U, Utopia genannt, feiert am 18. August seine offizielle Eröffnung. Beim „Utopening“ – so der Veranstaltungsname – werden auch mehrere Köpfe von Krupplyn mit am Start sein, freut sich Großmann. Hier werden die Rapper und DJ’s dann gemeinsame Sache mit Skatern und anderen Bands machen.

„Viele Leute gucken nach dortmund und haben garnicht auf dem Schirm was hier eigentlich abgeht“

Im September 2017 veranstaltete Krupplyn den „BackYard Jam“ im Hinterhof an der Adlerstraße 59.

Einer der wichtigsten Leitgedanken von Krupplyn ist eine hohe Qualität in der gemachten Musik und der Inhalte der Texte, erklären die Mitglieder. „Es gibt ganz viel inhaltslosen Rap – es kann so viel gesagt werden.“

Hier bei Krupplyn ist man sich einig: Der Grundgedanke ist Zusammenhalt. Und Hip-Hop wird als eine Art Religion verstanden – mit Werten an die man sich orientiert.

„Viele Leute gucken nach Dortmund und haben garnicht auf dem Schirm was hier eigentlich abgeht“. „Abgesehen von Namen wie zum Beispiel Miami Yacine oder Goldroger“.

Und genau das will Krupplyn ändern. Und so halten sie das Zeitgeschehen im gesamten Ruhrgebiet – insbesondere in Dortmund und Umgebung – in musikalischer Form nachhaltig fest und tragen so dem Erhalt der Kultur bei.

„Wir sind die Enkel der Stahlarbeitergeneration und davon geprägt“

Der „BackYard Jam“ im September 2017 war ein voller erfolg.

Anfang der neunziger Jahre waren es Rapp-Pioniere wie „Too Strong“ in Dortmund, natürlich „Torch“ für ganz Deutschland und viele andere die die immer noch und relativ jungen Menschen in der Krupplyn-Crew inspiriert haben, erklären die Mitglieder.

Weiter berichten sie von der „Silonation“ die damals, während der „goldenen Zeiten“, in Dortmund sowas wie Krupplyn heute, hätte sein können. „Silonation war etwas ganz loses, Hip-Hop-Aktivisten um die Gruppe „Too Strong“. Eine Bewegung.“ Was damals eine „Mongoklicke“ in Hamburg oder „Kolchose“ aus Stuttgart waren, das war „Silonation“ in der Ruhrregion.

Nun, die Zeiten haben sich geändert, das sehen die Mitglieder von Krupplyn auch. „Damals hattest du den „Too Strong“-Pulli an und mittlerweile tragen wir unseren eigenen Merch“, sagt Till Großmann ein wenig stolz. Und so scheint es, als würde der Plan für Krupplyn aufgehen, Dortmund, den Ruhrpott, die Region und ihre Menschen in Sachen Hip-Hop wieder stärker auf den Plan zu rufen.

Weitere Informationen:

Mehr zum Thema auf nordstadtblogger.de:

Der Nordmarkt dreht die Boxen auf: Veranstaltungsreihe „Musik.Kultur.Picknick“ präsentiert die 16. Auflage

 

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2 Gedanken über “Krupplyn hält als lebendiger und junger Verein die Fahne des Hip-Hop für Dortmund und die gesamte Ruhrregion hoch

  1. Quartiersmanagement Nordstadt

    Live Musik umsonst und draußen auf dem Nordmarkt: In guter alter Hip Hop Manier heißt es am kommenden Sonntag beim 4. Musik.Kultur.Picknick.2018: „Nordi by Nature!“

    Das Kulturbüro und das Quartiersmanagement Nordstadt laden zur vierten und damit letzten Veranstaltung der angesagten Open-Air Konzertreihe ein am Sonntag, den 19.08.2018, um 14.00 Uhr auf dem Dortmunder Nordmarkt.

    Die Abschlussveranstaltung des 16. Musik.Kultur.Picknicks. steht ganz im Zeichen des Hip-Hops. Der Nordmarkt moved rhythmisch im Takt schwerer Bässe und Beats.

    Aus der Krupplyn Crew sind mit dabei:

    – Funk Your Head Up drei Dudes mit einer Mission, den Hip-Hop so zu präsentieren wie sie diese besondere Musikkultur fühlen und stehen für echten Ruhpott Hip-Hop.
    – The Funkyz fanden ihre Leidenschaft zum Tanz 1992 durch Michael Jackson Clips. Einige Brüche, Prellungen und Schürfwunden später folgten Shows für Detlef D. Soost, Too Strong und Der Wolf.
    – Eymen ist Hip-Hop Künstler und Underground MC aus Bonn, mittlerweile wohnhaft in Dortmund. Als Rapper stand er über hundertmal auf der Bühne und formt mit Musik Bilder die unter die Haut gehen.
    – Das Minimal-Orchestra, ein Zusammenschluss der beiden Dortmunder Künstler INFERNO.79 und dem DJ und Produzenten TAZTICAL. Beide Künstler stehen für einen urbanen Klangteppich, der ganz klassisch auf die Nutzung von Samples, Breaks u. ä. basiert. Minimal-Orchestra steht für einen satten, dreckigen, analogen musikalischen Style.

    Für die ultimative Abfahrt sorgt schließlich das Dortmunder Urgestein des Hip-Hops, Der Wolf. Charakteristisch für seine Songs ist ein zumeist gesampleter Funk- oder Soul-Beat, gepaart mit schnellen Reimen. Der Sound knüpft an vergangene Zeiten an: Freshe Raps, Funky Scratches & Dicke Beats, und kombiniert den gewohnt funklastigen Oldschool-Flavour mit modernen Elementen aus den Bereichen DrumNBass/Jungle, Elektro-Swing, Reggae, Ghetto-Funk und Dub Step. 

  2. Rekorder

    Kulturelle Bildung im Dortmunder Rekorder: DJing und Musikproduktionsworkshop in Dortmund

    Der Dortmunder Rekorder, Gneisenaustraße 55, veranstaltet ab Dienstag (11.09.) in Zusammenarbeit mit dem Künstler-Kollektiv Krupplyn und dem Musiklabel Trust in Wax das HipHop-Kultur-Projekt „Your Song Is My Song“, das sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 18 Jahren richtet.

    Mit dem Projekt wird im Rahmen der Initiative „Jugend ins Zentrum“ ein wöchentlicher Musik-Workshop angeboten, der die Elemente „Musik“ und „Sprache“ vereint und einen Einblick in die Hard- und Software der aktuellen Clubmusik gibt.

    Die Grundidee ist, die Lieblingslieder der Teilnehmenden als ein „Instrumental“ (Musik) zu erarbeiten, um dann „eigene“ Lyrics (Sprache) zu texten und diese zu einem Song zusammen zu bringen. Ziel ist es gleichzeitig, die Grundlagen im Bereich „DJing“ und „Musikproduktion“ zu vermitteln sowie der Sprache Raum zu geben, sodass am Ende ein gemeinsamer Song entsteht.

    Der Rekorder verwandelt sich dabei in ein Musikstudio und lädt dazu ein, immer dienstags von 16 Uhr bis 19 Uhr gemeinsam mit erfahrenen Musikern Beats und Songs selbst zu produzieren. So können die Teilnehmenden sampeln, Keyboard spielen, an einem DJ-Set den passenden Scratch üben und vor allem Fragen stellen, um die eigenen Fähigkeiten weiter zu entwickeln.

    Neben dem wöchentlichen Jugendtreff im Rekorder sind auch ein Ausflug in ein richtiges Studio, ein DJ-Workshop in den Herbstferien oder einen Soundwalk durch das Museum Ostwall geplant. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung im Vorfeld nicht notwendig. http://www.rekorder.org

    Veranstaltungsort:
    Rekorder
    Gneisenaustraße 565
    44147 Dortmund

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