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Gute Bauten: Gleich drei Auszeichnungen für Dortmund beim BDA-„Architekturpreis Dortmund Hamm Unna“

Das Baukunstarchiv NRW (l.), das PhoenixWERK (oben rechts, Photodesign Christian Eblenkamp) und das Hotel Hampton by Hilton wurden mit dem diesjährigen „Architekturpreis Dortmund Hamm Unna“ ausgezeichnet. Fotos: Alex Völkel & BDA Dortmund

Vom großen Wassersportzentrum am Kanal bis zum kleinen Kiosk im Botanischen Garten, vom PhoenixWERK mit großartiger Industriekulisse bis zum sehr persönlichen Wohntraum auf einem alten Bunker, von der kleinen Mehrzweckbühne bis zur multifunktionalen denkmalgeschützten Berufsschule: 27 Projekte aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna stellten sich im Wettbewerb „Architekturpreis Dortmund Hamm Unna“ der Kritik der Jury. Die war sich am Ende des Tages der Entscheidung einig: Das Siegerfeld liegt dieses Mal ausschließlich in Dortmund. Drei Auszeichnungen wurden vergeben, drei Anerkennungen ausgesprochen.

Baukunstarchiv NRW: Behutsame Neugestaltung mit Blick für historische Details

Einer der Preisträger: das neue Baukunstarchiv NRW. In seiner langen und wechselvollen Geschichte erst als Landesoberbergamt, dann Kunstgewerbemuseum, später fünf Jahrzehnte lang Haus der Moderne, wurde es noch einmal behutsam und mit Blick auf historische Details zu einem neuen Ausstellungs- und Forschungsort umgebaut (Spital-Frenking + Schwarz Architekten) und hat heute eine neue Strahlkraft. ___STEADY_PAYWALL___

Blick ins Baukunstarchiv NRW. Foto: BDA Dortmund

Im Urteil der Jury heißt es: „Die intelligente Weiternutzung des Vorgefundenen überzeugt bis ins Detail. Das Baukunstarchiv NRW findet im heutigen Bestand des ehemaligen Königlichen Oberbergamtes einen angemessenen Ort, um die Baugeschichte des Landes zu dokumentieren und zu präsentieren. Wohltuende Zurückhaltung im Umgang mit der Historie eines Hauses wird an diesem bedeutenden Gebäude exemplarisch sichtbar.“

Außerdem ausgezeichnet: das Hotel Hampton by Hilton am Phoenixsee (Schamp & Schmalöer). Das Hotelgebäude besteche durch die gelungene städtebauliche Komplementierung des Platzgefüges rund um die Hörder Burg, so die Jury. Ein klassischer Kolonnaden-Gang erweitere gekonnt den vorderseitigen Straßenraum.

Die ruhige Lochfassade überzeuge mit präziser Detaillierung, hochwertigen Materialien und einer zeitlosen Ästhetik. „Ein gutes Beispiel für Langlebigkeit als tragende Strategie für Nachhaltigkeit.“

Hotel Hampton by Hilton und PhoenixWERK punkten am alten Industriestandort Hörde

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Bürokomplex PhoenixWERK (SHA Scheffler Helbich Architekten) – mit dem Hotel Hampton by Hilton beides neue Projekte, die am alten Stahlstandort Hörde punkten. 

Auszug aus dem Urteil der Jury: „Vorhandene Raumkanten werden städtebaulich prägnant ergänzt. Der so geschaffene Platz wird der neuen Nutzung gerecht und lässt die Historie des Raumes erkennbar. Die Formensprache der Industriearchitektur wird auch in der Materialität und Fassade aufgegriffen. Diese Qualitäten setzen sich in den Grundrissen und der Detailierung des Innenraums fort.“

Anerkennung für Fritz-Henßler-Berufskolleg, Kiosk im Rombergpark und das Haus S7

Für das Fritz-Henßler-Berufskolleg wurde eine Anerkennung ausgesprochen. Foto: Jörg Hempel

Neben den Auszeichnungen wurden Anerkennungen ausgesprochen für das Fritz-Henßler-Berufskolleg (SSP AG), den neuen Kiosk im Rombergpark (BAUART) und das (Privat) Haus S7 (Schamp & Schmalöer).

Auffallend und doch unaufgeregt gelinge es den beiden Erweiterungsbauten des Fritz-Henßler-Berufskollegs zwischen Monumentalität und Sachlichkeit zu vermitteln.

Die Jury würdigt insbesondere die rationalen und effizienten Grundrisse, wobei die klare Anordnung der neuen, inneren Erschließungsstruktur die Identität des historischen Baudenkmals in angemessener Weise respektiere.

Der Kiosk im Rombergpark. Foto: BAUART

Ein kleines architektonisches Highlight sehen die Jury-Expert*innen im größten botanischen Garten Europas: eine Kaffeebohne als Kiosk.

Mit natürlicher Holzfassade aus vorbehandelter Lärche liege die organische Form unter einer mächtigen Buche und in der Nachbarschaft anderer Baumriesen. Eine scheinbar eher kleine Bau-Aufgabe sei – mit Liebe zur Natur leicht, heiter und originell gelöst worden.

Das Gebäude Haus S7 liegt in einem Umfeld aus gründerzeitlichen und denkmalgeschützten Gebäuden und entstand auf einem alten Bunker. Dabei füge sich der moderne Bau mit viel Platz für Kunst harmonisch in die gewachsene Umgebung ein. Das Privathaus überzeuge mit vielen durchdachten Details, Raumabfolgen und schönen Sichtbezügen auch ins Umland und begeistere mit einer ganz eigenen, sehr persönlichen Handschrift.

Ausstellung mit allen Beiträgen im Baukunstarchiv NRW für Anfang 2021 geplant

Das Gebäude Haus S7. Foto: Hans-Jürgen Landes

Die Jury beim Architekturpreis Dortmund Hamm Unna 2020, bestand aus Leona Geitner (geitner architekten, Düsseldorf), Thimo Weitemeier (Stadtbaurat Nordhorn), Marc Falke (Goeke Falke Architekten, Münster), Arndt Brüning (Architekten Brüning Rein, Essen) und Prof. Heike Hanada (Architektin, Berlin/ Professorin TU Dortmund).

Alle Wettbewerbsbeiträge werden in einer Ausstellung im Baukunstarchiv NRW in Dortmund  gezeigt: geplant vom 7. Januar bis 21. Februar. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

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Weitere Informationen:

www.bda-dortmund.de

Zur Förderung der Baukultur in den Städten und Regionen und zur Belebung der öffentlichen Diskussion über Architektur und Stadtplanung verleiht der BDA regelmäßig Architekturpreise.In diesem Jahr werden erneut die regionalen Architekturpreise des BDA in Nordrhein-Westfalen durchgeführt.

Insgesamt handelt es sich um 16 Verfahren, der BDA Dortmund Hamm Unna organisiert eines davon für seine Region. Einige Verfahren sind abgeschlossen, die meisten laufen aber noch – wegen Corona verschoben.

Die Preisträger (Auszeichnungen) der regionalen Architekturpreise bilden im nächsten Jahr den Teilnehmerkreis des „Architekturpreises Nordrhein-Westfalen 2021″ des Landesverbandes. Die beim Architekturpreis NRW ausgezeichneten Projekte werden wiederum zur Teilnahme am „Architekturpreis Nike“ des BDA Bundesverbandes nominiert. Der wird 2022 durchgeführt und in Berlin verliehen.

 

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Ein Gedanke zu “Gute Bauten: Gleich drei Auszeichnungen für Dortmund beim BDA-„Architekturpreis Dortmund Hamm Unna“

  1. Der „Architekturpreis Dortmund Hamm Unna 2020“ ist entschieden Auszeichnung für das PhoenixWERK (PM SHA Scheffler Helbich Architekten GmbH)

    Der „Architekturpreis Dortmund Hamm Unna 2020“ ist entschieden
    Auszeichnung für das PhoenixWERK

    Große Freude auf dem alten Stahlwerksgelände PHOENIX West: Das Büroensemble PhoenixWERK, geplant, realisiert und seit dem Frühjahr 2020 neuer Firmenstandort von SHA Scheffler Helbich Architekten GmbH, hat gemeinsam mit zwei weiteren Projekten die begehrte Auszeichnung „Architekturpreis Dortmund Hamm Unna 2020“ erhalten. Insgesamt hatten sich 27 Projekte aus der Region im Wettbewerb der Kritik der Jury gestellt.

    „Wir sind sehr stolz“, sagt Christoph Helbich, geschäftsführender Gesellschafter von SHA. „Das ist wirklich eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit“, ergänzt Birgit Helbich, Gesellschafterin von SHA. Das Ehepaar fungiert gemeinsam mit der Immira
    Grundstückverwaltung als Bauherr der ersten beiden Bauteile.

    Langfristig werden auf dem Areal drei weitere Gebäudeteile errichtet, darunter bis zum kommenden Frühjahr ein Parkhaus. Dadurch wird das Quartier dem Bedarf entsprechend komplettiert.

    Zur Beurteilung des PhoenixWERKs durch das Preisgericht hieß es:

    „Vorhandene Raumkanten werden städtebaulich prägnant ergänzt. Der so geschaffene Platz
    wird der neuen Nutzung gerecht und lässt die Historie des Raumes erkennbar. Die
    Formensprache der Industriearchitektur wird auch in der Materialität und Fassade
    aufgegriffen. Diese Qualitäten setzen sich in den Grundrissen und der Detailierung des
    Innenraums fort.“

    Strukturwandel am Phoenixplatz

    Christoph Helbich führt weiter aus: „Wir wollten den vorhandenen historischen und teils
    denkmalgeschützten Gebäuden – dem Hochofen, der Warsteiner Music Hall und dem
    Schalthaus 101 – eine kompakte Bebauung als Gegenpol entgegenstellen. Inhaltlich entsteht
    ein urbaner Nutzungsmix aus Arbeiten, Veranstaltung, Gastronomie und Naherholung, das
    den Phoenixplatz zur lebendigen Quartiersmitte erhebt.“ Die Auszeichnung ist ein Preis für
    Architektur und Bauherrenschaft zugleich und zeigt, dass auch die Entscheidung für den
    Standort richtig war.

    Zum Hintergrund: Bereits im Jahr 2014 begannen bei SHA erste Überlegungen zu einem neuen Standort, denn das alte Architekturbüro in einem ehemaligen Zweifamilienhaus in Aplerbeck platzte trotz diverser provisorischer Zwischenlösungen aus allen Nähten.

    Das Team identifizierte verschiedene attraktive Standorte in Dortmund und entwickelte
    Bewertungskriterien für einen Vergleich. Schließlich erwies sich einzig das Gebiet PHOENIX West als prädestiniert; SHA nahm die Planung auf und die Geschichte des PhoenixWERKs damit ihren Lauf.

    Jury‐Besuch vor Ort

    Die BDA‐Jury hatte alle 27 Bewerbungen vorab mittels der eingereichten Pläne, Fotos und
    Erläuterungstexte begutachtet und diskutiert. Die „Shortlist“‐Kandidaten wurden dann Ende
    November ganz analog und unter Einhaltung aller Corona‐Regeln vor Ort genauestens in
    Augenschein genommen.

    Leona Geitner (geitner architekten, Düsseldorf), Thimo Weitemeier (Stadtbaurat Nordhorn), Marc Falke (Goeke Falke Architekten, Münster), Arndt Brüning (Architekten Brüning Rein, Essen) und Prof. Heike Hanada (Architektin, Berlin/Professorin TU Dortmund) bildeten das fachkundige Preisgericht.

    BDA‐Sprecher Marcus Patrias bedankt sich bei allen Teilnehmer*innen und gratuliert den
    Preisträger*innen: „Mein herzlicher Glückwunsch geht an alle Ausgezeichneten und anerkannten Kolleginnen und Kollegen und nicht zuletzt an deren Bauherrenschaft, die das Streben nach ausgezeichneter Architektur gefördert und mitgetragen hat.“

    Ausstellungseröffnung in Dortmund

    Gewinner des „Architekturpreises Dortmund Hamm Unna“ ist auf jeden Fall der Standort
    Dortmund, denn die weiteren Auszeichnungen gingen an das Baukunstarchiv NRW (Spital‐
    Frenking + Schwarz/ Bauherr Stadt Dortmund) und das Hotel Hampton by Hilton (Schamp & Schmalöer/ Bauherr DIAG GmbH & Co KG IV).

    Anerkennungen gab es für das Fritz‐Henßler‐Berufskolleg (SSP AG/ Bauherr Stadt Dortmund), das Haus 7 in Hörde (Schamp & Schmalöer/Bauherren Anne und Richard Schmalöer) sowie für den neuen Kiosk im Rombergpark (BAUART GmbH/Bauherr Sport & Freizeitbetriebe Botanischer Garten
    Rombergpark).

    Preisverleihung und Ausstellungseröffnung sind für Donnerstag, den 7. Januar 2021, im
    Baukunstarchiv geplant. Dort wären dann alle angefertigten Ausstellungstafeln zu den
    verschiedenen Projekten zu sehen. Der Termin steht noch unter „Corona‐Vorbehalt“. Auf
    jeden Fall wird ein Katalog zum „Architekturpreis Dortmund Hamm Unna 2020“ erscheinen.

    Über SHA

    SHA Scheffler Helbich Architekten GmbH ist in Dortmund Zuhause – und das seit über 90 Jahren. Im Herzen des Ruhrgebiets wurde in den 1920er‐Jahren der Grundstein für unsere heutige Arbeit gelegt. Seitdem haben wir unsere Geschäftsfelder sukzessive erweitert.

    Die Schwerpunkte von SHA und des 35‐köpfiges Team liegen in der Planung von großflächigen Industrie‐ und Gewerbeimmobilien (Baustoffhandel, Fahrradhandel, Lager‐ und
    Produktionsgebäude), Verwaltungs‐ und Bürogebäuden sowie Sportstätten.

    UnservArchitekturbüro wird heute in vierter Generation neben Birgit und Christoph Helbich von
    den drei Prokuristen Volker Kaminsky, Jens Beele und Marc Horstmeier geleitet. Mit einem
    weiteren Planungsbüro in Berlin zeigt SHA seit Anfang 2019 auch in der Hauptstadt Gesicht.

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