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Große Überraschung – Der denkmalgeschützte Sprungturm im Dortmunder Volksbad wird jetzt nach 17 Jahren wiedereröffnet

Sanierungsarbeiten am denkmalgeschützten Sprungturm im Volksbad am Signal-Iduna-Park. Foto: Sportwelt Dortmund

Von Hannes Czech

Nach rund 17 Jahren wird der denkmalgeschützte Sprungturm, an dem die Sanierungsarbeiten im letzten Herbst begonnen haben, dieses Jahr wieder eröffnet, wenn auch nur zum Teil, denn die Zehn-Meter-Plattform bleibt für die Besucher*innen geschlossen. Aufgrund der zu geringen Beckentiefe darf hier nicht gesprungen werden. Eine konkrete Zahl, was die Sanierungsarbeiten gekostet haben, könne man allerdings nicht nennen, so Sonja Schöber, Presseprecherin der Sportwelt Dortmund gGmbH. Ein Gutachten aus dem Jahr 2010 allerdings schätzte die Kosten auf rund  300.000 Euro. Die „Sportwelt Dortmund gGmbh“ fungiert seit 2004 als gemeinnütziger Betreiber des Volksbades und sieben weiterer Frei- und Hallenbäder in und um Dortmund. Im selben Jahr wurde der Sprungturm wegen der maroden Bausubstanz gesperrt. Aufgrund des Coronavirus wurde die Eröffnung des Freibades und des Sprungturmes in diesem Jahr verschoben. Planmäßig eröffnet des Freibad jedes Jahr am 1. Mai. Man „hoffe“ derzeit, die Eröffnung für Ende Mai organisieren zu können, genaues könne man allerdings noch nicht sagen, so Sonja Schöber.

Sanierung dank Sonderzuschuss der Stadt Dortmund und durch Spenden möglich

Archivfoto: Leopold Achilles

Der Rat der Stadt Dortmund beschloss am 18. Juni 2020 eine Bereitstellung von überplanmäßigen Mitteln bis zu einer Summe von 1,1 Millionen Euro für den Betrieb der Dortmunder Freibäder in privater Trägerschaft für die Sommersaison 2020. Im Wege dieses Sonderzuschusses geht an die Badbetreiber Sportwelt Dortmund gGmbH eine Summe von bis zu einer Millionen Euro und an den Schwimmverein Derne ein  Zuschuss von bis zu 100.000 Euro. ___STEADY_PAYWALL___

Des weiteren appelierte die „Aktion-10-Meter“, die von Claudia Heckmann, ehemalige Geschäftsführerin der Sportwelt Dortmund gGmbh, 2014 initiiert worden war, an die Dortmunder Bürger*innen und die ansässige Industrie, die Sanierung und den originalgetreuen Wiederaufbau des historischen Sprungturmes, der mit seiner Förderturm-Optik einzigartig im Ruhrgebiet und in Deutschland ist, zu unterstützen.

Zu den ca. drei Dutzend Spender*innen, die rund 9.000 Euro zusammentrugen, zählte damals auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau.“Verewige Dich selbst bei dieser einzigartigen Aktion, auf der Spendenwand im Volksbad und erwecke den einzigen Zehn-Meter-Turm unter freiem Himmel im Umkreis von 40 km wieder zum Leben!“ So hieß es damals auf der eigens eingerichteten Homepage. Die Wand an der die Spendentafel befestigt wurde, wurde im Zuge der Sanierungsarbeiten zwar entfernt, bleibt aber erhalten.

Nie wieder zehn Meter – schöne Erinnerungen und besondere Geräuschkulisse in den Ohren

Klassische Skyline des Volksbades: Westfalenstadion (heute Signal-Iduna-Park) und Pommes. Foto: Dennis Nier

Für die, die sich erinnern war es ein Highlight eines jeden Volksbad-Besuches. Wenn der Sprungturm die Pforten öffnete, scharten sich Schaulustige um den Beckenrand und auch von den umliegenden Wiesen wurde das Treiben auf dem Turm begutachtet.

Bei sehr gelungenen Sprüngen hörte man ein leises Raunen über die Wiesen ziehen. Und bei denjenigen, die es diesen Springer*innen gleichtun wollten, es aber nicht schafften, und nur mit Glück wohlbehalten aus dem Becken kletterten, atmete das Volksbad gemeinsam auf.

Aufgrund einer Gesetzesänderung wird es aber im Volksbad keine Sprünge mehr aus zehn Metern geben. Das Becken sei schlichtweg nicht tief genug, um für die Sicherheit der Springer*innen zu sorgen. Was dem Spaß aber keinen Abbruch tun soll, denn die Drei-Meter-Plattform und die Fünf-Meter-Plattform werden weiterhin genutzt werden können.

 

 

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