
Am Samstag feierte Dortmund sein erstes „Fest der Demokratie“. Anlass dafür war das Datum: Der 23. Mai markiert den Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes im Jahr 1949. Zum Fest eingeladen hatte der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus.
Das Fest will an die Grundsätze unserer Demokratie erinnern
Vertreten waren bei der Veranstaltung auf dem Alten Markt in Dortmund die AWO, die Christen gegen Rechts, Bündnis 90/Die Grünen, der Omas gegen Rechts Dortmund e.V., die SPD und die Fan- und Förderabteilung des BVB. Eröffnet wurde sie offiziell von Bürgermeister Norbert Schilff.

Das Fest stand unter dem Motto von Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Der Grundsatz bildet das Fundament der deutschen Verfassung. Bärbel Sumagang vom Arbeitskreis nahm ihn zum Anlass, um in einer Rede auf die Ungleichbehandlung von Menschen innerhalb der Gesellschaft aufmerksam zu machen.
In der Realität würde der Grundsatz leider oft nicht genug gelebt. Sie sprach dabei die Diskriminierung von Gruppen wie zum Beispiel queeren Menschen, Menschen mit Behinderung aber auch wohnungslosen Menschen an. In diesem Zuge mahnten die Veranstalter:innen auch zur Wachsamkeit gegenüber rechtsextremen Strömungen.
Menschenfeindliche Ansichten kommen immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an
Pfarrer Friedrich Stiller vom Arbeiterkreis verwies dafür auch auf die „Mitte-Studie“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Jahr 2025 hatte diese gezeigt, dass eindeutig rechtsextreme Überzeugungen in der Bevölkerung zurückgegangen waren. Gleichzeitig normalisieren sich punktuell menschenfeindliche und antidemokratische Ansichten in der Mitte der Gesellschaft. Diese können eine Annäherung an Rechtsextremismus bedeuten.

Auch Zweifel am Funktionieren der Demokratie waren laut der Studie auf einem Höchstwert. „Wir müssen die Demokratie nach dem Grundgesetz verteidigen“, benannte Friedrich Stiller deshalb den Anlass des Festes. „Dortmund bleibt bunt statt braun.“
Dementsprechend bunt sollte auch das Programm beim „Fest der Demokratie“ sein: Viele Teilnehmende hatten Mitmach-Angebote an ihren Ständen aufgebaut. Auf der Bühne gab es Live-Musik von der Band „Unchained Django“ und Mitglieder des Arbeitskreises trugen über den Nachmittag verteilt ihre Lieblingsartikel aus dem Grundgesetz vor.
Omas gegen Rechts sammeln weiter Unterschriften gegen die AfD
Auch die Poetry-Slammerin Jana Goller stand auf der Bühne. Goller stammt auch Wipperfürth und ist ein fest etablierter Teil der deutschen Poetry Slam Szene. Ihre Texte befassen sich viel mit queeren und feministischen Themen, so auch bei der Veranstaltung in Dortmund.

Die Omas gegen Rechts waren vor Ort, um auf den NRW-Appell für ein AfD-Verbot aufmerksam zu machen. Der Appell richtet sich an die Landesregierung und will diese dazu anhalten, sich im Bundestag für ein AfD-Verbot einzusetzen. Ein Bündnis aus verschiedenen Organisationen hatte ihn ins Leben gerufen.
„Wir wollen richtig prüfen lassen, inwiefern die AfD diese Demokratie beschädigt“, erklärt Sabine Höne vom Omas gegen Rechts e.V.. Die angestrebten 100.000 Unterschriften habe der Appell längst erreicht, aber sie sammeln weiter. Im Juli werden die Unterschriften in Düsseldorf übergeben.
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