
Das erste Mal seit vier Jahren wurden in Dortmund laut der nun vorliegenden Kriminalstatistik weniger Straftaten begangen. Die polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 zeigt einen Rückgang um 5,4 Prozent. Damit setzt sich der Trend steigender Fallzahlen aus den Jahren 2022 bis 2024 nicht fort. Die Aufklärungsquote liegt mit 54,7 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau, wie die Polizei Dortmund am Montag (2. März) mitteilte.
Gesamtkriminalität nimmt um 5,4 Prozent ab
Für Achim Stankowitz, stellvertretender Polizeipräsident, seien es „ganz gute Zahlen“. Mit einer Gesamtzahl von 69.256 Fällen zählt die Statistik knapp 4.000 Fälle weniger als im Jahr 2024. Rund 37 Prozent davon entfallen auf Diebstahlsdelikte. Vermögens- und Fälschungsdelikte machen 16 Prozent aus.

19 Prozent der Straftaten sind Rohheitsdelikte, die Körperverletzung, Bedrohung und Raub umfassen, und weitere 19 Prozent fallen in die Kategorie „Sonstige Straftaten“, die Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch bis Beleidigung beinhalten.
Stankowitz hob besonders die rückläufigen Zahlen zur Kriminalität im öffentlichen Raum positiv hervor. Diese seien im Sicherheitsgefühl der Bürger:innen ein „besonderer Gradmesser“. Die Straßenkriminalität ist um etwa elf Prozent gesunken.
Darunter fallen Delikte wie Beschädigungen an und Diebstahl von Autos und Fahrrädern sowie Körperverletzung auf offener Straße und Raubüberfälle. Jörg Ziegler, Leiter der Direktion Kriminalität, sprach von einer „deutlichen Trendwende“, da in den letzten Jahren besonders in diesem Bereich ein starker Anstieg beobachtet wurde. ___STEADY_PAYWALL___
Der Rückgang der Straßenkriminalität sei im Vergleich mit NRW „außergewöhnlich“
Obwohl die Straßenkriminalität in ganz NRW zurückgeht, sei der Rückgang der Straftaten auf den Dortmunder Straßen „außergewöhnlich“, den Stankowitz auf die uniformierte Präsenz im öffentlichen Raum zurückführte. Darüber hinaus seien die Videobeobachtung an kritischen Orten sowie das Dortmunder „Alleinstellungsmerkmal“ – die Messertrageverbote – Gründe für den starken Rückgang der Delikte, die im öffentlichen Raum verübt werden, so Stankowitz. 2025 wurden 212 rechtskräftige Messetrageverbote ausgesprochen. Die Aufklärungsquote der Straftaten im öffentlichen Bereich liegt bei etwa 18 Prozent.

Die rückläufigen Zahlen der Straßenkriminalität seien allerdings „kein Grund, sich auszuruhen“, betonte Jörg Ziegler. Denn nicht alle Kriminalitätsbereiche weisen weniger Fälle als 2024 auf. So verzeichnen die Wohnungseinbrüche einen zehnprozentigen Anstieg, 133 Einbrüche mehr als im Vorjahr wurden gezählt.
Verglichen mit dem Höchststand aus 2016 mit 2.844 Einbrüchen bleibt der Anstieg der Fälle auf 1.445 allerdings moderat. 42 Prozent der Einbrüche scheiterten beim Versuch. Mit einer Aufklärungsquote von 11 Prozent könne man jedoch nicht zufrieden sein, so Ziegler. Ein Rückgang der Einbrüche bliebe ein „Schwerpunktziel“ für alle Polizei-Direktionen.
Gewaltkriminalität leicht rückläufig – seit 2021 trotzdem stark ansteigend
Die Gewaltkriminalität bleibt für die Dortmunder Polizei ein „Sorgenkind“, sagte Ziegler. So ist die Gewaltkriminalität in den letzten Jahren seit dem Tiefstand mit 2.200 Fällen im Jahr 2021 stark angestiegen. 2025 wurden 3.550 Fälle gezählt, ungefähr 100 Fälle weniger als 2024. Damit kann ein gering ausfallender Rückgang festgestellt werden.
Die Gewaltkriminalität umfasst in Dortmund zu 74 Prozent der Straftaten gefährliche und schwere Körperverletzung und zu 21 Prozent Raubdelikte. Die Aufklärungsquote ist um 4,65 Prozent gestiegen und liegt bei etwa 68 Prozent.
Ziegler wies im Kontext dieser Zahlen auf den hohen Anteil von Jugendlichen und Heranwachsenden in der Tätergruppe hin. 16 Prozent der Gewalttäter seien demnach jugendlich, 11 Prozent heranwachsend. Als heranwachsend zählen Menschen zwischen 18 und 21. Die Polizei Dortmund versuche hier mit Maßnahmen an Schulen zur Suchtprävention und Deeskalationstrainings gegenzusteuern, so Ziegler.
Gründe für jugendliche Gewalt sind sehr komplex
Die Gründe für jugendliche Gewalt seien allerdings gesellschaftlich komplex, betonte der Leiter der Direktion Kriminalität. Hier würden gewaltakzeptierende Einstellungen und toxische Männlichkeitsbilder genauso wie fehlende Kritik- und Konfliktfähigkeit in der Gesellschaft sowie die vielen Krisen in der Welt zu der hohen Gewaltanwendung durch junge Menschen beitragen, so Ziegler.

Außerdem verzeichnet die Polizei Dortmund in ihrer Statistik im Gegensatz zum gesamten Land NRW einen Rückgang der Sexualdelikte. Die Anzahl der angezeigten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr um 50 Fälle gesunken (insgesamt 996 Fälle). Im Zehnjahres-Vergleich bleibt das Niveau jedoch sehr hoch, was mit der erhöhten Sensibilisierung und Aufklärung für sexuelle Gewalt einhergeht.
Die Aufklärungsquote bei Sexualdelikten liegt bei fast 80 Prozent auf einem hohen Niveau, wie den Daten der Polizei-Statistik zu entnehmen ist. Unter Sexualdelikte fallen sexuelle Belästigung (200 Taten), Vergewaltigungen (152), sexueller Missbrauch (293) und Kinderpornographie (136 Taten).
Polizeidirektor besorgt Zunahme an Straftaten gegen Staatsgewalt
Im Jahr 2025 wurden lediglich sieben Straftaten im Bereich der Kinder- und Jugendpornografie weniger als im Vorjahr erfasst. Ziegler wies jedoch auf die gestiegene Aufklärungsquote von 82 auf 91 Prozent hin, was als Erfolg gesehen wird.
Mit Sorge blickte Jörg Ziegler auf den deutlichen Anstieg von Fällen im Bereich Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf die Staatsgewalt. Im Vergleich zu 2024 zählt die polizeiliche Statistik 245 Fälle mehr, was einen prozentualen Anstieg von fast 39 Prozent entspricht. Für Ziegler brachten die Zahlen „die steigende Respektlosigkeit“ gegenüber Beamten zum Ausdruck.
Mit den vorgestellten Zahlen schneidet Dortmund etwas besser ab als das gesamte Land NRW, und auch im Vergleich mit weiteren Großstädten wie Köln, Düsseldorf, Essen und Duisburg.
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Reaktionen
Waffen, Drogen, Festnahmen – eine weitere Woche intensiver Einsätze für mehr Sicherheit in der Stadt durch Präsenzkonzeption „Fokus“ (PM)
Mehr Kontrollen, klare Ergebnisse: Zwischen dem 2. und 8. April waren die Einsatzkräfte der Präsenzkonzeption „Fokus“ wieder verstärkt im Einsatz – mit sichtbarer Wirkung auf den Straßen. Dabei wurden zahlreiche Personen überprüft, Drogen, Waffen und Bargeld sichergestellt und präventive Maßnahmen gegen Kriminalität ergriffen.
Am Donnerstag (2. April) stoppten die Einsatzkräfte gegen 17:30 Uhr ein Auto an der Bornstraße. Der Fahrzeugführer stand unter Drogeneinfluss. Die Folge: Eine Strafanzeige.
Kurze Zeit später kontrollierten die Beamtinnen und Beamten einen 36-Jährigen in der Lütge Brückstraße. In seinem Auto: Eine scharfe Schusswaffe, ein Teleskopschlagstock und Bargeld. Die Einsatzkräfte stellten Waffen und Geld sicher und fertigten eine Strafanzeige.
An der Weißenburger Straße überraschte ein Wohnungseinbrecher einen Bewohner. Es folgte eine Auseinandersetzung. Die Einsatzkräfte nahmen den Täter vorläufig fest.
Am ZOB beobachteten die Beamtinnen und Beamten einen Drogenhandel und stellten Cannabis sicher.
Am Osterwochenende (4. Und 5. April) kontrollierten die Einsatzkräfte insgesamt 117 Personen und 52 Fahrzeuge. Dabei stellten sie mehrere Straftaten und Ordnungswidrigkeiten sowie Verkehrsordnungswidrigkeiten fest. Außerdem: Eine Festnahme. Ein alkoholisierter Randalierer fing an, Sachen zu beschädigen. Die Beamtinnen und Beamten brachten ihn ins Zentrale Polizeigewahrsam.
Am Dienstag (7. April) kontrollierten die Einsatzkräfte eine Person, die bereits polizeibekannt ist. Der Mann hatte hochwertige Fahrräder dabei, die nach derzeitigen Erkenntnissen gestohlen sind. Außerdem Heroin, Bargeld und diverse Dokumente, die aus einem Taschendiebstahl stammen. Die Kräfte stellten die Drogen und das Diebesgut sicher und fertigten mehrere Strafanzeigen.
Weitere Drogen fanden die Polizistinnen und Polizisten am Mittwoch (8.4.) bei Personen am Nordmarkt (Kokain) und im Dietrich-Keuning-Park (illegaler Handel mit Cannabis). Außerdem an der Mallinckrodtstraße (nicht geringe Menge Cannabis und Bargeld im vierstelligen Bereich). Im Zuge dieser Kontrolle fanden die Einsatzkräfte eine Person mit offenem Haftbefehl und brachten diese in das Polizeigewahrsam. Von da aus ging es weiter in die JVA.
Die Polizei Dortmund wird auch weiterhin im Rahmen der Konzeption „Fokus“ eine hohe Präsenz im Stadtgebiet zeigen, um die Straßenkriminalität sowie den gewerbsmäßigen Drogenhandel nachhaltig zu bekämpfen. Ziel ist es weiterhin, das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu erhöhen
Einsatzkräfte der Präsenzkonzeption ,,Fokus“ kontrollieren zahlreiche Personen und Fahrzeuge im Dortmunder Stadtgebiet (PM)
Im Rahmen der Präsenzkonzeption „Fokus“ hat die Dortmunder Polizei in den vergangenen Tagen (10. bis 15. April) zusammen mit dem Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Dortmund und mit starker Unterstützung der nordrhein-westfälischen Bereitschaftspolizei die Sicherheit in verschiedenen Stadtteilen durch umfangreiche Kontrollen und Maßnahmen erhöht. Dabei wurden zahlreiche Personen überprüft, Drogen sichergestellt und präventive Maßnahmen gegen Kriminalität ergriffen.
Am Freitag (10. April) beobachteten unsere Einsatzkräfte der Videobeobachtung einen Betäubungsmittelhandel zwischen mehreren Personen im Dietrich-Keuning-Park. Mehrere Einsatzwagen der Bereitschaftspolizei suchten daraufhin den Park auf und trafen die verdächtigen Personen an.
Auch am Nordausgang des Hauptbahnhofs Dortmunds beobachteten zivile Einsatzkräfte am Samstag (11. April) einen Drogenhandel. Die Beamten stellten die Drogen und das Bargeld sicher und erstatteten Anzeige.
Insgesamt war am Wochenende auf dem Wall wenig Fahrzeugverkehr der Poser- und Tunerszene festzustellen. Jedoch erhoben die Einsatzkräfte in mehreren Fällen Verwarngelder und erstatteten Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen unterschiedlicher Verstöße.
Am Montag (13. April) trafen Einsatzkräfte am Café Kick auf einen Mann, gegen den ein Haftbefehl vorlag. Er war zuvor in ein Drogengeschäft verwickelt und hatte das eingenommene Bargeld offensichtlich gebunkert. Die Polizisten nahmen ihn vorläufig fest. Nach Bezahlung des Betrags, der ihn aus der Haft entließ, konnte er die Polizeiwache wieder verlassen. Dennoch wurde ein Strafverfahren wegen Handels mit Betäubungsmitteln eingeleitet.
Eine Bürgerbeschwerde bezüglich eines Minimarkts in der Münsterstraße führte zu einer gemeinsamen Kontrolle mit dem Ordnungsdienst. Bei dieser fanden sie eine größere Menge illegalen Kautabak. Diesen stellten sie sicher und leiteten ein Strafverfahren ein.
Am Dienstag, dem 14. April, musste sich eine verdächtige Person auf einem Fahrrad auf der Bornstraße einer Kontrolle unterziehen. Es bestand der Verdacht des Fahrraddiebstahls. Dieser bestätigte sich bei der Kontrolle, sodass das Fahrrad sichergestellt und eine Strafanzeige erstattet wurde. Gegen den 37-jährigen Tatverdächtigen lagen keine Haftgründe vor.
Im Kontrollzeitraum kontrollierten Kräfte der PK Fokus insgesamt 323 Personen und 135 Fahrzeuge. In 11 Fällen wurden Strafanzeigen gefertigt. Die Polizei stellte 33 Gegenstände sicher und sprach 33 Platzverweise aus.
Auch in den kommenden Wochen wird die Polizei in Dortmund weiterhin Präsenz zeigen und an unterschiedlichen Orten Schwerpunktkontrollen durchführen.