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„Eine sehr persönliche Entscheidung“: Direktor Edwin Jacobs verlässt das Dortmunder U in Richtung Maastricht

Edwin Jacobs kehrt Dortmund nach nur 2,5 Jahren den Rücken. Bild: Patrick Temme

Edwin Jacobs, Direktor des Dortmunder U,  kehrt Dortmund nach nur 2,5 Jahren den Rücken. Bild: Patrick Temme

Die teuerste und bekannteste Dortmunder Kultureinrichtung sucht schon wieder einen neuen Leiter: Edwin Jacobs, Direktor des Dortmunder U und des Museums Ostwall im U, wird seine Wirkungsstätte nach gut zweieinhalb Jahren verlassen. Im September 2019 kehrt der 58-Jährige auf eigenen Wunsch zurück in seine niederländische Heimat. Die Stadt Dortmund bedauert seine am 29. April erfolgte Kündigung.

Edwin Jacobs wird ab September neuer Leiter der Kunstakademie in Maastricht

„Edwin Jacobs hat in seiner vergleichsweise kurzen Zeit in Dortmund vieles bewegt und das Dortmunder U sichtbar geprägt. Mit der Pink Floyd-Ausstellung hat er das U international bekannt gemacht – nun bildet dieser Höhepunkt den Endpunkt seiner Karriere in Dortmund“, sagt Kulturdezernent Jörg Stüdemann.

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Edwin Jacobs hat einen Ruf an die Kunstakademie Maastricht erhalten, die er ab September leiten wird. Die Kunstakademien sind Teil der Zuyd University of Applied Sciences und bieten Studiengänge in u.a. Bildender Kunst und Design, Architektur und Multimedien-Design.

Der Wechsel an die Hochschule ist für Edwin Jacobs ein Herzenswunsch. „Es ist eine sehr persönliche Entscheidung. Ich habe das Gefühl, in Museen nun alles erreicht zu haben. Als Leiter einer Kunsthochschule habe ich die großartige Chance, meine Erfahrungen und mein Wissen weiterzugeben zu können – das ist ein Geschenk“, teilt der Niederländer via Pressemitteilung mit. „In Dortmund habe ich mich sehr wohl gefühlt und bleibe dem U und der Stadt auf jeden Fall verbunden.“

Frischer Wind aber auch rote Zahlen – zumindest wirtschaftlich floppte Jacobs größtes Projekt

Auf dem Dach des Dortmunder U fand am Donnerstag das Entzünden der fünften Kerze statt - Edwin Jacobs entzündete sie.

Auf dem Dortmunder U fand eine jüdische Chanukka-Feier statt – Edwin Jacobs war dabei Foto: Alex Völkel

Damit beginnt die erneute Suche nach einer Leitung. Gründungsdirektor des Dortmunder U war im Jahr 2010 Dr. Andreas Broeckmann. Dieser ging nach nur einem Jahr an die Uni Lüneburg. Bis 2017 leitete Dr. Kurt Eichler als Geschäftsführer der Kulturbetriebe das Dortmunder U – eine interne Lösung. Dann übernahm Jacobs, dessen frische und lockere Arbeit auf große Sympathie in der Kulturszene stieß.

Größtes Projekt seiner Laufzeit war die Pink Floyd-Ausstellung. Doch die wirklich gut gemachte Ausstellung sorgte im Nachhinein nicht nur für Begeisterung: Denn sie blieb deutlich hinter den erwarteten Gästezahlen zurück. Statt der erhofften 150.000 BesucherInnen kam nur die Hälfte. Edwin Jacobs musste daher ein Defizit im siebenstelligen Bereich verbuchen.

Das Museum Ostwall im Dortmunder U startet in der kommenden Woche mit „Ein Gefühl von Sommer …“ – Sammlungstausch mit dem Museum Singer Laren in Holland. Damals war noch nicht absehbar, dass Jacobs selbst auch in seine holländische Heimat zurückkehren würde…

Findungskommission wird nach KandidatInnen – Mühlhofer übernimmt kommissarische Leitung

Die Suche nach der Nachfolge beginnt sofort und mit Hochdruck, kündigte die Stadt umgehend an. Eine Findungskommission soll nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten suchen. Bis dahin übernimmt Dr. Stefan Mühlhofer, Direktor der Dortmunder Kulturbetriebe, die Leitung des Dortmunder U.

Edwin Jacobs war im Januar 2017 ans Dortmunder U gewechselt. Zuvor hatte er als Generaldirektor am Centraal Museum Utrecht gewirkt und sich in den Niederlanden als Museumsreformer und Netzwerker einen Namen gemacht. Auch in Dortmund gelang es ihm schnell, Kooperationen zu knüpfen und Partner des Dortmunder U noch stärker ans Haus zu binden. Als Sprecher der RuhrKunstMuseen half er beim Aufbau eines bleibenden Netzwerks den Nachbarmuseen.

Im U hinterlässt er – so die Sicht der Stadtspitze – aber sichtbaren positiv seine Handschrift. Zu den größten und nachhaltigen Projekten gehört der Umbau des Museums Ostwall, der derzeit in die zweite Runde geht: Nach der Wiedereröffnung Ende des Jahres wird das MO die Highlights seiner Sammlung in großzügiger Raumaufteilung ganz neu präsentieren.

 

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  1. Dortmunder U (Pressemitteilung) Beitrags Autor

    Roboterhelm basteln und Podcasts aufnehmen: Familiensonntag im Dortmunder U mit neuen Angeboten

    Einen Roboterhelm basteln, als Astronaut durch den Himmel fliegen oder einen eigenen Podcast aufnehmen – das geht beim nächsten Familiensonntag im Dortmunder U unter dem Motto „U R ART“ – Du bist Kunst. Am 5. Mai, 12 bis 17 Uhr kann die ganze Familie das Dortmunder U und seine Angebote entdecken – und zwar kostenlos: Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene sind an jedem ersten Sonntag im Monat der Eintritt und alle Angebote im U frei. Und die sind diesmal besonders cool:

    Ideen, ein bisschen Zeit und jede Menge Spaß – mehr ist nicht nötig, um einen Roboterkopf entstehen zu lassen. Pappe, Scheren und Bastelutensilien stehen bereit. Ein Foto mit dem fertigen Roboterkopf gibt es gratis dazu.

    Beim Astronautenflug steuert man den Flug mit seinem eigenen Körper und kann die Welt vom All aus erleben. Wer den Highscore knackt, wird neuer Superheld! Außerdem entsteht am Sonntag im U die größte Weltfreundekarte Dortmunds: Wer weit entfernt lebende Freunde hat, kann ihren Wohnort mir einem Fähnchen auf der Weltkarte markieren und eine Geschichte dazu erzählen, die man sich später als Podcast anhören kann.

    Dazu gibt es Live-Musik von der Band Binyo, die ab 12.30 und ab 15.30 Uhr mit musikalischer Leichtigkeit und fröhlichen Texten verzaubert – zum Mitsingen, Tanzen oder Zuschauen.

    „Her mit dem Müll!“, heißt es auf der UZWEI-Ausstellungsfläche. An verschiedenen Stationen können mitgebrachte Plastikbecher, Flaschen, Kleidungsstücke upgecycelt werden. Familien, die nachweisbar umweltfreundlich zum Familiensonntag angereist sind, erhalten zudem eine kleine Überraschung.

    Das Museum Ostwall vermittelt kurz vor Start der gleichnamigen Ausstellung schon einmal „Ein Gefühl von Sommer…“. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, ihr schönstes Sommererlebnis zu einem Kunstwerk zu verarbeiten. Am Aktionspunkt können sie ihr Lieblingsurlaubsbild vom Smartphone ausdrucken und es in der Kunstwerkstatt auf der UZWEI zum Sommergemälde weiter bearbeiten – mit Ölkreiden, Gouachefarben oder Stabilos, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

    Eine kleine Pause von den vielen Mitmachaktionen kann man im Kino machen: Dort laufen den ganzen Tag über Animationsfilme über Tiere, Außerirdische oder das Leben auf dem Bauernhof.

    Eine „Reise durchs U“ startet um 14 und um 15.30 Uhr. Die Kinderführungen für 5- bis 12-Jährige dauern eine Stunde, Treffpunkt ist der Empfang auf der UZWEI. Anders herum funktioniert es auch: Von 16.30 bis 17.30 Uhr führen Schülerinnen und Schüler durch das U und zeigen ihre Lieblingsplätze im Haus (Treffpunkt: Empfang der UZWEI).

    DEW21 ist auf der UZWEI mit einer Schmink- und Kreativstation präsent und verwandelt Kinder auf Wunsch in Piraten, Prinzessinnen oder Löwen.

    Auf Ebene 3 beim Hartware MedienKunstVerein HMKV ist die Ausstellung „Der Alt-Right-Komplex – Über Rechtspopulismus im Netz“ gestartet und bietet um 11.30 und um 15 Uhr eine 20-minütige Familienführung durch die Schau. Außerdem haben Kinder zwischen 12 und 17 Uhr jederzeit Gelegenheit, eine Rallye durch die Ausstellung zu unternehmen.

    Die Dachterrasse und das Café Moog haben geöffnet.

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