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UPDATE: Dortmunder Jugendliche machen großes Kino: Premiere für „Chancengleichheit – nur ein Traum?“

In Wewelsburg und Dortmund haben die Dortmunder Jugendlichen gefilmt.

„Ich bin beim Dreh selber überrascht worden. Und beim Schnitt noch einmal“, sagt Cem Arslan. Allerdings nur positiv, berichtet der Regisseur. Grund waren die teilnehmenden Dortmunder Jugendlichen: Ihre Leidenschaft und der Einsatzwille, die Disziplin und die Kreativität, aber auch ihre Teamfähigkeit. Der Regisseur ist begeistert, was sie gemeinsam in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben.

Dobeq, Grünbau und der Jugendring machen Filmproduktion möglich

Das professionelle Filmteam unterstützt die Jugendlichen bei dem Projekt. Foto: Völkel

Daher sind die Jugendlichen zu Recht gespannt, als sie mit Freunden, Familien, aber auch vielen interessierten Dortmundern, im „Kino im U“ ihren Film zu ersten Mal sahen. Der Titel: „Chancengleichheit – nur ein Traum?“ Möglich gemacht haben diesen Film die Dobeq, Grünbau und der Jugendring Dortmund.

Wenn die Jugendlichen von „ihrem“ Film sprechen, ist das nicht gelogen.

Sie haben gemeinsam mit den Filmemachern und den Begleitern der beteiligten Institutionen den Film von Anfang an mit konzipiert, das Thema ausgesucht, die Geschichte entwickelt und geschrieben, die Drehorte mit ausgesucht und auch vor und hinter der Kamera bei den Dreharbeiten mitgewirkt.

Selbst zur Musik haben sie Ideen beigesteuert und mitgewirkt.

Thema „Chancengleichheit – nur ein Traum?“ kam beim Asyl-Film auf

Hinter den Kulissen bei den Dreharbeiten zu „Chancengleichheit – nur ein Traum?“

Die Idee kam den Beteiligten beim Dreh des letzten Films des Dortmunder Jugendrings unter Mitwirkung der „Botschafter der Erinnerung“ – 2013 hatten sie sich dem Thema Asyl und der Situation der Flüchtlinge verschrieben. Nun also Chancengleichheit.

Die Geschichte: Eine Jugendgruppe besucht die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg in Büren. Sie mobben untereinander und interessieren sich nicht für Geschichte. Wie Jugendliche eben so sind – vermeintlich.

Doch dann bewegen sie die Biografien von zwei Holocaust-Überlebenden und bringen sie zum Nachdenken. Die persönlichen Geschichten aus der Nazizeit, erzählt in Videos, werden in den Köpfen der Jugendlichen lebendig und verändern ihre Haltung.

Diese fiktiven Ereignisse spielen im Jahr 2014 und in der Zeit des Nationalsozialismus.

Rund dreißig Jugendliche setzten sich mehrere Monate lang mit dem Thema und mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander. Sie entwickelten mit Unterstützung des pädagogischen Teams der Kooperationspartner das Drehbuch und spielten fast alle Rollen selbst. Ein neunköpfiges Filmteam um Regisseur Cem Arslan und Kameramann Nils Witt sorgte für professionelle Dreharbeiten.

Filmprojekt brachte Jugendliche mit unterschiedlichem Bildungshintergrund zusammen

Filmpremiere im Dortmunder U: Viel Applaus gab es für die Mitwirkenden. Foto: Völkel

Widerstand, Zwangsarbeit und Flucht prägen die historischen Filmsequenzen. Es geht um die Liebe zwischen einem Mann der Waffen-SS und einer Jüdin.

In der Jetztzeit steht das Mobbing eines Jugendlichen mit Behinderung im Mittelpunkt. Gedreht wurde unter anderem in der Wewelsburg, in der Dortmunder Steinwache und der Kulturwerkstatt Lindenhorst.

Die Jugendlichen sind zwischen 15 und 27 Jahre alt und haben unterschiedlichste Bildungshintergründe. Das Medium Film bot den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Ängste, Wünsche und Hoffnungen zum Ausdruck zu bringen und ihre eigene Situation zu reflektieren. „Der Film war ein voller Erfolg“, zieht Andreas Roshol Bilanz.

Die Jugendlichen seien über sich hinausgewachsen und hätten viel erreicht, was man ihnen sonst nicht zutraue. „Sie haben auch für sich selbst ungeahnte Fähigkeiten entdeckt. Wir haben sie dabei unterstützt, ihre Stärken herauszuarbeiten“, so Roshol.

Professionelles Ergebnis: Film kann auch auch Festivals bestehen

Die Premierengäste im Kino im U waren begeistert vom gelungenen Film. Foto: Völkel

Sie können daher stolz auf ihren Film sein: Er kann sich sehen lassen. Großes Kino – wenn auch nur gut 20 Minuten lang. Für einen Streifen in Spielfilmlänge hätten sie mehr Zeit und Geld gebraucht. Kaum zu glauben, dass nur fünf Drehtage ein solch gutes Ergebnis erbracht haben. Ganz abgesehen davon, dass es für viele Mitwirkende das erste Filmprojekt war.

Wer den Film verpasst hat – und durch den Trailer Lust auf mehr bekommen hat – er ist in Kürze auf DVD erhältlich.  Er soll dann auch in Schulen und Jugendeinrichtungen, aber auch auf Festivals gezeigt werden.

Ende Januar wird er zudem in Wewelsburg für die zahlreichen Helferinnen und Helfer gezeigt, die das Filmteam vor Ort tatkräftig unterstützt haben.

Die positive Erkenntnis: Die von Jugendlichen entwickelte Geschichte hat so viel Potenzial, um auch einen langen Film zu tragen. Das kann man von vielen Hollywood-Filmen nicht behaupten…

Szenenbild von den Dreharbeiten in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache.

Hier klicken – für den Trailer zum Film

 

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Wer sich für den Film interessiert, kann sich hier melden:

dobeq GmbH
Ulrike Fischer
Lindenhorster Straße 38
44147 Dortmund
T. 0231 / 28 66 28 -13
F. 0231 / 28 66 28 -28
Mail: u.fischer@dobeq.de
Internet: www.dobeq.de

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