Dortmund hat viele Flächenpotenziale für Unternehmen – aber auch zahlreiche Entwicklungshemmnisse

Dortmund hat Potenzial – zumindest was die Wirtschaftsflächen angeht. Insgersamt 271 Hektar stehen zur Verfügung. „Das ist ein echter Standortfaktor“, macht Wirtschaftsförderer Thomas Westphal deutlich.

Unterschiedliche Restriktionen behindern die Flächenentwicklung

Der Blick über den Dortmunder Hafen bis zum Kraftwerk Knepper.
Der Blick vom Hafen bis Kraftwerk Knepper.

Allerdings sind „nur“ 66 Hektar kurzfristig verfügbar. Die durchschnittliche Nachfrage liegt aber bei rund 138 Hektar pro Jahr.

Daher müsse es das vordringliche Ziel sein, die vorhandenen Restriktionen abzubauen, damit wir „nicht perspektivisch Flächenprobleme bekommen“, so Westphal.

Das geht aus dem Zwischenbericht 2015 zum Masterplan Wirtschaftsflächen hervor, der Entwicklungen im gewerblichen Immobilienbereich aufzeigt.

Restriktionen wie ungünstige Grundstückszuschnitte, Boenaltlasten, unrealistische Preisvorstellungen, Hochspannungsleitungen oder ungenügende Erschließungen können mittelfristig zu einer Verknappung des Flächenangebots führen.

Raum zur Entfaltung für Unternehmen

„Die Beseitigung dieser Restriktionen, das hat die Vergangenheit bereits gezeigt, ist mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden“, so Westphal.

„Unser Ziel ist es, den Bestandsunternehmen genügend Raum für die Erweiterung ihrer Betriebsstätten zu bieten. Neuansiedlungen sollen ideale Investitionsbedingungen vorfinden“, erläutert Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

128 Hektar unbebaute Flächen – weitere 142 Hektar mittel- bis langfristig verfügbar

Das kurzfristig vermarktbare Angebot unbebauter Grundstücke beträgt insgesamt rund 128 Hektar. Davon sind etwa 62 Hektar mit unterschiedlichen Restriktionen behaftet und 66 Hektar restriktionsfrei.

Westfalenhütte, erster Bauabschnitt Garbe-Logistik für Schenker
Die Westfalenhütte in der Nordstadt ist ein wichtiger Eckpfeiler im Flächenkonzept der Stadt.

Etwa 50 Hektar befinden sich auf Industrieflächen. Hierzu zählen überwiegend die Bereiche Gneisenau Südwest und auf der Westfalenhütte die zwei Teilbereiche südlich Springorumstraße und ehemalige Sinteranlage.

Rund 43 Hektar Gewerbefläche verteilen sich auf 27 Bestandsgebiete mit 54 Einzelgrundstücken unterschiedlicher Größen. In der Kategorie Sondergebiet TECHNOLOGIE können ca. 23 Hektar überwiegend in den Bereichen Im Weißen Feld und PHOENIX West angeboten werden.

In der Nutzungsart Sondergebiet Güterverkehrszentrum stehen circa drei Hektar im Logistikpark Fürst Hardenberg zur Verfügung. Im Hafenbereich bietet die Hafen AG sechs Grundstücke in der Summe von rund neun Hektar an, die gepachtet werden können.

Das mittel- bis langfristig verfügbare Flächenpotenzial beträgt, heruntergerechnet auf Nettoflächengröße, insgesamt etwa 142 Hektar.

Davon stehen für Industrie 57 Hektar, für Gewerbe rund 75 Hektar und für Sondergebiet TECHNOLOGIE circa zehn Hektar mittel- bis langfristig zur Verfügung. Von diesem Potenzial sind rund 131 ha mit Restriktionen belegt und rund 11 ha restriktionsfrei.

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Reaktionen

  1. CDU-Fraktion

    CDU besorgt über Gewerbeflächenentwicklung: Masterplan Wirtschaftsflächen kein Erfolg

    Die CDU-Ratsfraktion zeigt sich besorgt über die Aussage des Geschäftsführers der Dortmunder Wirtschaftsförderung Thomas Westphal, der mittelfristig nach wie vor einen Engpass bei den Gewerbeflächen in Dortmund sieht.

    Benedikt Penning, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion sieht dabei unter anderem auch den aktuellen Masterplan Wirtschaftsflächen nahezu als gescheitert an.
„Aus dem Masterplan sind wichtige Vorhaben wie Groppenbruch, Werner Hellweg oder Buddenacker entweder gescheitert, beeinträchtigt oder stecken in der Verwaltung fest.

    Die jüngste Nachricht der Verwaltung, dass das geplante Gewerbegebiet Werner Hellweg auf Grund der Pläne um das Opel Areal in Bochum vor dem Aus stehe, ist die nächste Hiobsbotschaft. Dass man Teilerfolge auf der Westfalenhütte hat, hebt das mittelfristige Risiko zukünftig mangelnder Gewerbeflächenangebote nicht auf“, so Penning.

    

Uwe Waßmann, planungspolitischer Sprecher der CDU, erwartet daher, dass bei dem Vorhaben Buddenacker endlich die nötige Energie und Intensität für die Entwicklung eingesetzt wird: „Das ständige Klagen über mangelndes Personal oder Überlastung steht im krassen Gegensatz zu den eigenen Zielen der Verwaltung im Masterplan Wirtschaftsflächen“, so Waßmann.

    Letzte Hoffnung setzt die CDU in die Flächen des Kraftwerks Knepper. Jedoch teilte die Verwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen auch hierzu jüngst mit, dass die Entwicklung noch Jahre dauern könnte. 

„Die jetzt dargestellten Erfolge bei der Büroflächenentwicklung hingegen sind durchaus zu begrüßen. Wir brauchen aber dringend mehr Flächenentwicklung für Gewerbe und Industrie, damit wir mit unserer Stadt konkurrenzfähig bleiben und interessant werden für die Ansiedlung von Unternehmen, die Arbeitsplätze mitbringen“ sagt Waßmann.

    

Die CDU sieht daher auch weiterhin das Projekt newPark als äußerst relevant an und unterstützt jede Form der erfolgreichen Entwicklung. Hierzu werden Penning und Waßmann in der kommenden Woche ein Gespräch mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Josef Hovenjürgen, Aufsichtsratsvorsitzender der newPark Projektgesellschaft mbH, führen.



    Unabhängig von den derzeit sehr bedauerlichen Unternehmensentwicklungen sind sich Penning und Waßmann auch bezüglich der Überlegungen einig, die Flächen der HSP Spundwand von Thyssen Krupp eventuell zu erwerben. „Es wäre aus wirtschaftspolitischer und städtebaulicher Sicht sicher fahrlässig, bei diesem Thema nicht einzusteigen“, so beide übereinstimmend abschließend.

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