
Dortmund bleibt für Unternehmen ein gefragter Standort. Im vergangenen Jahr investierten Unternehmen insgesamt rund 779 Millionen Euro in die Stadt. Das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2015. Die Stadt sieht darin ein Zeichen für die anhaltende wirtschaftliche Stärke des Standorts. Gleichzeitig entstehen deutlich weniger neue Arbeitsplätze als Investitionen vermuten lassen. Die Stadt verweist dabei auf einen laufenden Strukturwandel. Dieser verändere die Art, wie Investitionen in Beschäftigung wirken.
Trotz hoher Investitionen konnten kaum neue Stellen geschaffen werden
Die Wirtschaftsförderung erfasste im vergangenen Jahr 76 Investitionsvorhaben. Daraus entstanden 278 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig wurden mehr als 4.700 bestehende Stellen gesichert. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Rückgang deutlich. So entstanden 2024 noch mehr als 1.100 neue Arbeitsplätze. Der Beschäftigungszuwachs hat sich damit spürbar verlangsamt.

Ein Blick auf die Investitionsgründe zeigt ein klares Bild. Ein großer Teil entfällt auf Erweiterungen und Verlagerungen bestehender Unternehmen. Diese sichern vor allem Arbeitsplätze, schaffen aber nur wenige neue Stellen.
Die größten Investitionen konzentrieren sich auf einzelne Branchen. Die Immobilienwirtschaft kommt auf rund 533 Millionen Euro schafft dabei allerdings keine Arbeitsplätze. Die Finanz- und Versicherungswirtschaft investiert rund 145 Millionen Euro und bleibt ebenfalls ohne neue Stellen. Deutlich beschäftigungsintensiver sind Gesundheitswirtschaft und Einzelhandel mit jeweils rund 80 neuen Arbeitsplätzen bei deutlich geringeren Investitionssummen.
Wirtschaftsförderung spricht vom gelungenen Strukturwandel
Für Heike Marzen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Dortmund, zeigen die Zahlen dennoch eine positive Entwicklung. Es handele sich um einen „sehr, sehr hohen Wert“ und den „zweithöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 2015“.

„Dortmund hat aufgrund des gelungenen Strukturwandels eine hohe Anzahl von jungen Unternehmen“, erklärte Marzen. Viele dieser Unternehmen würden wachsen und erneut in den Standort investieren.
Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung neuer Ansiedlungen. Nur rund zehn Prozent der Investitionen entfielen auf neue Unternehmen. Diese sorgten jedoch überdurchschnittlich oft für neue Arbeitsplätze.
Marzen: Investitionen gehen mit Wirtschaftsflächen einher
„Es ist deutlich geworden, dass Wachstum vor allem dort entstanden ist, wo Wirtschaftsflächenpotenzial vorherrschte“, erklärte Marzen. „Das zeigt ganz deutlich, dass Investitionen mit Flächen einher gehen.“
Die Stadt verweist dabei auf große Entwicklungsgebiete. Dazu gehören die Stadtkrone Ost, Phoenix-West, die Westfalenhütte und das Gebiet „Im Weißen Feld“. Dort seien neue Flächen entscheidend für Investitionen gewesen.
Diese Flächenentwicklung gilt als zentraler Faktor für weiteres Wachstum. Ohne verfügbare Flächen seien größere Investitionen kaum möglich, so die Einschätzung der Wirtschaftsförderung.
Nordstadt mit den meisten neuen Arbeitsplätzen
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in den Stadtbezirken. Zwischen 2015 und 2025 entstanden die meisten neuen Arbeitsplätze in der Nordstadt mit rund 4.551 Stellen. Dahinter folgen Hörde und Innenstadt-West.

In Hörde entstanden rund 2.915 neue Arbeitsplätze. In Innenstadt-West waren es etwa 2.473. In Eving, Mengede und Huckarde fiel das Wachstum deutlich geringer aus. Die Verteilung zeigt damit große Unterschiede innerhalb der Stadt. Während einige Bezirke stark wachsen, bleibt die Entwicklung in anderen Teilen deutlich schwächer.
Kalouti: In Dortmund ist jeder Tag ein Tag der Arbeit
Seit 2015 wurden in Dortmund insgesamt 709 Investitionsprojekte erfasst. Das Volumen liegt bei rund 5,4 Milliarden Euro. Daraus entstanden etwa 14.800 neue Arbeitsplätze. Insgesamt sind damit rund 77.400 Beschäftigte von den Investitionen verbunden.

Die Wirtschaftsförderung sieht darin eine stabile langfristige Entwicklung. Für die kommenden Jahre erwartet sie weitere große Projekte. Der Fokus wird dabei voraussichtlich auf der Nordstadt, sowie der Westlichen-Innenstadt, Brackel und Huckarde liegen.
Die „Investitionspipeline“ sei gut gefüllt, erklärte Marzen. In den nächsten Jahren rechne man mit Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro. Oberbürgermeister Alexander Kalouti zeigte sich zufrieden. „Wir gehen nach vorn in Dortmund“, sagte er. Arbeit und Wertschöpfung seien entscheidend für die Stadt. In Dortmund sei jeder Tag ein Tag der Arbeit.
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