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Dortmund: 30% der Kinder leben von Hartz IV – DGB: Mit Tarifbindung und sozialem Arbeitsmarkt gegen Kinderarmut

Armut ist in Dortmund leider kein kleines Thema. Viele Kinder sind von Hartz IV betroffen. Foto: S. Schuetze

Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen: Vergangenes Jahr lebten 30 Prozent aller Kinder in Dortmund in Familien, die Hartz IV beziehen, Tendenz steigend. „Nordrhein-Westfalen hat ganz offensichtlich ein Problem mit Kinderarmut. Hier ist dringend politisches Handeln gefordert“, betont Jutta Reiter, Regionsgeschäftsführerin der DGB-Region Dortmund-Hellweg.

Die Hauptursache für Kinderarmut liegt in der Langzeitarbeitslosigkeit der Eltern

In diesen NRW-Städten lebt mehr als ein Viertel der Kinder in Familien, die Hartz IV beziehen. (Angaben in Prozent, Jahresdurchschnitt 2017). Grafiken: DGB NRW

Besonders alarmierend sei die Situation im Ruhrgebiet: In neun Ruhrgebietsstädten lebt mehr als ein Viertel der unter 18-Jährigen in Armut. „Die Landesregierung sollte ihre geplante Ruhrkonferenz nutzen, um an Lösungen für diesen Skandal zu arbeiten“, so Reiter.

Die Hauptursache für Kinderarmut liegt in der Langzeitarbeitslosigkeit der Eltern: In ungefähr drei Viertel der betroffenen Familien ist mindestens ein Elternteil bereits mehr als ein Jahr arbeitslos. „Deshalb ist es zentral, arbeitslosen Eltern einen Arbeitsplatz zu fairen Bedingungen zu bieten. Wir erhoffen uns von dem geplanten sozialen Arbeitsmarkt eine Erleichterung für die betroffenen Familien“, erklärt die DGB-Regionsgeschäftsführerin.

„Dafür ist es wichtig, dass das Programm auch bei den Menschen in den Wohnquartieren mit hoher Kinderarmut ansetzt und hier Arbeitsplätze schafft.“ In Dortmund sind aktuell noch über 12.830 Personen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter als Langzeitarbeitslose registriert.

Der DGB fordert, den Gesetzesentwurf für den sozialen Arbeitsmarkt nachzubessern

Zudem fordert der DGB, dass bei dem aktuellen Gesetzesentwurf für den sozialen Arbeitsmarkt nachgebessert wird. Ziel müsse es sein, unbefristete, sozialversicherte und tariflich bezahlte Arbeit zu schaffen. Jutta Reiter: „Wer Armut bekämpfen will, muss Langzeitarbeitslosigkeit und prekäre Arbeit stoppen. Die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und die Ausweitung der Tarifbindung sind deshalb die wirksamsten Mittel gegen Kinderarmut.“

Hintergrund: Nach Statistiken der Bundesagentur für Arbeit lebten Ende 2017 in Nordrhein-Westfalen über 580.000 Kinder in 300.000 Haushalten von Hartz IV. Die Zahl der Kinder ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent gestiegen.

Der Anteil von Kindern in Hartz-IV-Familien in Dortmund und im Landesvergleich (Jahresdurchschnitt 2017). 

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