Nordstadtblogger

Die Welt mit anderen Augen sehen: Menschen mit Behinderung stehen in Dortmund nicht nur vor „unsichtbaren“ Hindernissen

Im Gespräch bei den Nordstadtbloggern (v.l.): Friedrich-Wilhelm Herkelmann, Siegfried Volkert und Petra Opitz.

Von Thomas Engel (Text) und Alexander Völkel (Fotos)

Zielformulierungen wie Barrierefreiheit, gleichberechtigte soziale Teilhabe und ein genuin diskriminierungsfreies Zusammenleben sind Schlüsselmotive auf der Agenda des Behindertenpolitischen Netzwerks. Aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung sollen ihre Interessen in die kommunale Sozialpolitik, u.a. in den „Aktionsplan Soziale Stadt“ stärker und mit Nachdruck integriert werden. Denn offiziell „behindert“ sind in Dortmund mindestens ein Zehntel der EinwohnerInnen. Im Gespräch mit Nordstadtblogger erläutern Friedrich-Wilhelm Herkelmann und Siegfried Volkert aus dem Vorstand der Vereinigung sowie Petra Opitz die Hintergründe ihrer Initiative. Am Dienstag, den 13. August, um 16 Uhr wird es dazu im Dortmunder Rathaus zudem eine Informationsveranstaltung geben, die offen für alle ist. Konkret geht es um den Bericht zur sozialen Lage in Dortmund und den Aktionsplan „Soziale Stadt“.

Perspektivwechsel und seine Folgen: plötzlich wird eine ansonsten gemütliche Welt zum Problem

Die Welt mit anderen Augen sehen und eigene Selbstverständlichkeiten (bescheiden) zu hinterfragen – das wäre quasi der Minimalkern der Botschaft, die das Behindertenpolitische Netzwerk (BPN) aus Dortmund einem Teil der Stadt vermitteln möchte. – Wem? Jenem Teil ohne „Behinderung“. – Wer ist das? Und: Wer sind „die Anderen“, also, die mit Behinderung, die diesen Perspektivwechsel einfordern?

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Umgekehrt: Ist eine solche Unterscheidung nicht überflüssig, ja unsinnig? – Ist der Autor dieser Zeilen eigentlich gerade nicht auch „behindert“, weil er am Laptop wegen seiner Rückenschmerzen daran gehindert wird, ohne jenen ungemütlichen Widerstand des eigenen Leibes zu schreiben, welcher diese Worte zu diktieren scheint? – Doch: versierte OrthopädInnen sind nicht weit und werden vermutlich zeitnah für Linderung sorgen.

Die betreffenden Ärzte praktizieren morgen früh vielleicht in der ersten Etage; dann wird es – selbstverständlich – einen Aufzug geben. Gäbe es ihn allerdings nicht und säße ich im Rollstuhl, wär’s das mit einer Behandlung an Ort und Stelle gewesen. Zwar können sich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen in der Bundesrepublik alle Menschen einen Arzt ihrer Wahl suchen – nur: Ich, der „mit Rücken“, in diesem Fall nicht. Weil da die Treppen hinauf zur Praxis im Wege sind. – Dumm gelaufen.

Wo die eigene Welt nicht enden darf, weil die der „Anderen“ dort gerade erst anfängt

Barrierefreiheit für Menschen mit Sehbehinderungen. Hier sind die Öffnungszeiten zu ertasten.

Dieses „Dumm-Gelaufen“, diese Abhängigkeit von Zufällen oder von einem guten Willen im Falle irgendeiner Einschränkung/Behinderung/Barriere – physisch, intellektuell („geistig“), psychisch („seelisch“) –, die ein Mensch relativ zu anderen hat oder vorfindet: so etwas darf es nicht geben. Zumindest dann nicht, wenn Rechte Wirklichkeit sind, durch die alle Menschen – unterschiedslos – als gleich anerkannt werden.

Darauf folgt – in einer weltoffenen, toleranten und Menschenrechte (wie das der Gleichheit) anerkennenden Gesellschaft – das Verbot der Benachteiligung. Doch dürfte niemand ernsthaft bezweifeln, dass dieses Postulat in Dortmund angekommen ist. Allein, es spricht zunächst die Theorie, das Bekenntnis, die Absicht. Spannender wird es mit Blick auf die Praxis. Hier allerdings sieht das BPN, die Dortmunder Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung, Handlungsbedarf.

Es geht um die praktischen Details, wie in dem Interview mit drei RepräsentantInnen des Netzwerks deutlich wird. Um Vergegenwärtigung der Interessen von Menschen mit Behinderung in der kommunalen Planung: angefangen beim Bau von Sportstätten bis zum Fahrdienst für Behinderte. Ziel ist die umfassende Institutionalisierung von „Barrierefreiheit“. Womit – durch Räumung oder Vermeidung von Hindernissen – eine „Behinderung“ in diesem Sinne aus der Welt geschafft wäre.

„Behinderung“ und „Krankheit“ – und die Bürde einer unheilvollen deutschen Geschichte

Friedrich-Wilhelm Herkelmann und Siegfried Volkert vom Vorstand des Behindertenpolitischen Netzwerks in Dortmund.

Diese Argumentationsfigur resultiert aus der seit den 70er Jahren diskutierten Frage, ob „Behinderungen“ als eine Form von „Krankheit“ verstanden werden können oder dies von vorneherein auszuschließen sei. Denn über die Herstellung eines solchen Bezugs würden bereits die Bedingungen struktureller Diskriminierung grundgelegt, lautete eine verbreitete Auffassung innerhalb des behindertenpolitischen Diskurses. Es ging einerseits um die gesellschaftliche Verankerung eines Anti-Bias, vorurteilsfreier Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderung.

Erschwerend kommt andererseits die deutsche Geschichte hinzu: der von den Nationalsozialisten – getrieben von Eugenik und „Rassenhygiene“-Wahn – unter der verbrecherischen Phrase einer „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ verübte Massenmord an Kindern und Erwachsenen wegen einer Behinderung (etwa: „Aktion T4“) oder ihre gezielte Verstümmelung durch Zwangssterilisation.

Vor diesem Hintergrund – und dass es nie wieder geschehen dürfe, was dort mit unbegreiflicher Menschenverachtung in deutschem Namen geschah – war die Debatte um Gleichstellung und Gleichberechtigung von Menschen mit und ohne Behinderung unvermeidlich stark emotional aufgeladen. Und färbt bis in die Gegenwart auf andere Themen von gesellschaftlicher Relevanz ab, wie etwa auf Haltungen in der Streitfrage zu rechtlichen Regelungen im Bereich der Sterbehilfe.

„Behinderung“ als Umweltgegebenheit von Barrieren für bestimmte Personengruppen

Ein haptisches Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte – mit einem Stock ertastbar – führt durchs Gebäude.

Das heute prädominante Verständnis von „Behinderung“ orientiert sich nicht an den vorgeblichen Defiziten eines Menschen, dem dieses Prädikat zugesprochen wird. Sondern an Umweltgegebenheiten, die für ihn eine Barriere darstellten, macht Friedrich-Wilhelm Herkelmann, Vorsitzender des BPN klar. Bei einer „Behinderung“ ginge es nicht um eine Einschränkung oder Beschränkung.

Als behindert gelten nach Sozialgesetzbuch IX, § 2, Menschen, „die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können. Eine Beeinträchtigung … liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht.“

Diese Definition ist insofern bemerkenswert, als nach SGB IX eine „Behinderung“ erst dann vorliegt, wenn es durch eine individuelle Beeinträchtigung für die betreffende Person Barrieren gibt, ob sozial oder verankert in der Umwelt. Mit anderen Worten: eine „Behinderung“ ist in diesem Sinne kein Schicksal, sonder lässt sich gesellschaftlich durch Institutionalisierung von Barrierefreiheit auflösen.

Fast ein Viertel der Bevölkerung ist in der Bundesrepublik von Umweltbarrieren betroffen

Der Eingang zum Hauptbahnhof auf der Nordseite – Rolltreppe oder Aufzüge gibt es hier noch nicht.

Die Crux ist also: ob eine Person als „behindert“ gilt, ist abhängig von gesellschaftlichen Barrieren. Dies ist offensichtlich immer dann der Fall, wenn es um gleichberechtigte Zugangsmöglichkeiten geht.

Nun sind nach Einschätzung des BPN in Dortmund etwa 60.000 bis 70.000 Menschen offiziell „schwerbehindert“. Das heißt: sie haben einen Schwerbehindertenausweis, auf dem eine „Behinderung“ von mindestens 50 Prozent ausgewiesen ist und sie dann entsprechend definiert.

Das wären bereits über zehn Prozent aller EinwohnerInnen Dortmunds. Allerdings dürfte die reale Zahl weitaus höher liegen, da viele ältere Menschen in der Stadt, welche die Kriterien einer Schwerbehinderung erfüllen, nicht in den offiziellen Statistiken erfasst werden, weil sie erst gar keinen Ausweis beantragen. Werden Freunde und Verwandte hinzugenommen, schätzt Friedrich-Wilhelm Herkelmann auf Bundesebene einen Anteil von 20 bis 25 Prozent.

Damit wird deutlich, wie groß die geschätzte Anzahl jener Menschen – mit Behinderung oder ihnen nahestehender Personen – ist, die vielfältige Barrieren erfahren, welche Menschen ohne eine Behinderung vielleicht gar nicht erst wahrnehmen. Hier sieht sich das BPN in der Pflicht, zunächst aufzuklären. Eine Erfahrung hat das Netzwerk im Weiteren offenbar gemacht: ohne die Betroffenen selbst geht es in der Kommunalpolitik und ihren Vorhaben nicht.

Fehlende Barrierefreiheit erkennen: eine Aufgabe vor allem für die Betroffenen selbst

Teilhabe an Stadtfesten in Dortmund – für Menschen mit Behinderungen keine Selbstverständlichkeit.

Das bedeutet: Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass gewohnte Umwelten für einen selbst zwar „natürlich“ wie eine zweite Haut, für andere Menschen aber unter Umständen voller Hindernisse sind – das reicht definitiv nicht. Denn keine Theorie kann so gut sein wie persönliche Erfahrungen. Wie der Pudding wirklich schmeckt, ist deshalb nirgendwo nachzulesen: Probieren geht über Studieren, heißt es auch.

Denn das Wissen um konkrete Alltagsschwierigkeiten im Leben eines Menschen mit Behinderung entsteht eben vor allem im Alltag eines Betroffenen selbst. Daher ist dem Netzwerk sehr daran gelegen, wird irgendwo in Dortmund gebaut oder umgebaut, oder etwas installiert, in Planungs- und Entscheidungsprozesse um die Berücksichtigung des Kriteriums der Barrierefreiheit miteinbezogen zu werden.

Dergestalt sollte nach den Vorstellungen des BPN alles, was in der Stadt passiert, idealtypisch und zwingend auch mit Blick darauf unternommen werden, welche Auswirkungen es auf Menschen mit Behinderung hat. Ob sie also faktisch durch vorhandene Barrieren behindert werden oder nicht – und insofern „behindert“ bleiben oder es nicht mehr sind, weil Zugänglichkeit und soziale Teilhabe: die Partizipation am öffentlichen Leben, schließlich an gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen gesichert sind.

Behinderung ist nicht gleich Behinderung – und daher Barriere nicht gleich Barriere

Ein barrierefreier Zugang zu den Stadtbahnen ist noch nicht überall realisiert worden. (Archivbild)

Deswegen insistieren die VertreterInnen des BPN: die Interessen von Menschen mit Behinderung ernst genommen, können Gleichberechtigung und Partizipation nur bedeuten, dass ihre Perspektive ausnahmslos bei allen kommunalen Planvorhaben einfließt, in denen die Zugänglichkeit, sei sie sozial oder räumlich, eine Rolle spielt.

2006 gegründet, setzt sich das BPN dergestalt seit vielen Jahren letztendlich für ein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ein, in welchem „Behinderung“, gedeutet als Abwesenheit von Barrierefreiheit, keine signifikante Rolle mehr zukommt.

Die Komplexität einer solchen Aufgabe wird deutlich, wenn sich der Blick auf verschiedene Arten von Behinderungen und die damit verbundenen besonderen Bedürfnisse von Personen richtet. Eine Sehbehinderung etwa impliziert nachvollziehbar andere Bedürftigkeiten als eine Gehbehinderung; und bei AutistInnen sind Bedürfnisse wiederum anders gelagert. Es muss mithin jeweils eine Menge bedacht werden.

Kosten für den einmaligen Behindertenfahrdienst in Dortmund sind nicht unstrittig

Petra Opitz hat unter anderem auch den Behindertensport in Dortmund  im Blick.

Die Forderung der AktivistInnen innerhalb des BPN ist eindeutig. Petra Opitz formuliert: es ginge um das große Ganze. Die Belange aller Menschen mit Behinderung müssten hier berücksichtigt werden. Dies zumindest ist die leitende Idee für ihr Engagement. – Und leider geht es auch um Bestandswahrung, um die Sicherung dessen, was bislang für Menschen mit Behinderung erreicht wurde.

Konkret ist in Dortmund die Aufrechterhaltung des Behindertenfahrdienstes nicht ganz unstrittig. Jährlich stehen der Mobilitätshilfe in der Stadt fünf Millionen Euro zur Verfügung, die einspart werden sollen. Das Argument: die zunehmende Barrierefreiheit im öffentlichen Leben, in Sonderheit beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mache das Angebot überflüssig.

Dieses einmalige Dortmunder Angebot sichert mobilitätseingeschränkten Menschen aber den Zugang zu Orten, die über den ÖPNV kaum zu erreichen sind und damit die Teilnahme am öffentlichen Leben. Für eine Agenda „Soziale Stadt“, in der behindertenpolitische Themen gegenwärtig sind, wird es hier Diskussionsbedarf geben.

Vor allem öffentliche Gebäude sind mehr oder weniger barrierefrei zugänglich – aber bei weitem nicht alle.

Weitere Informationen:

  • Infoveranstaltung des Behindertenpolitischen Netzwerks: Dienstag, 13. August, 16 Uhr, Rathaus Dortmund, Friedensplatz 1, Saal Tremonia.
  • Behindertenpolitisches Netzwerk Dortmund; hier
  • Startseite „Menschen mit Behinderung“ bei der Stadt: www.mb.dortmund.de
  • (Ehemaliges) Behindertenpolitisches Netzwerk beim Klinikum Dortmund; hier
  • Aktionsplan soziale Stadt Dortmund (Stand Oktober 2008); hier
  • Bericht zur sozialen Lage in Dortmund 2018; hier
  • Bericht zur sozialen Lage in Dortmund (Oktober 2007); hier
  • 10 Jahre Aktionsplan soziale Stadt Dortmund vor Ort; hier

 

 

Mehr zum Thema bei nordstadtblogger.de:

 

Mehr Partizipation wagen!“: Das Behindertenpolitische Netzwerk Dortmund will Betroffene zu Beteiligten machen

Barrierefreie Stadtbahnhöfe der Dortmunder Ost-West-Strecke: Taktiles Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte 

Barrierefrei in Dortmund feiern: Behindertenpolitisches Netzwerk gibt Veranstaltern Tipps und Hinweise

120.000 Euro-Spende der Sparkasse Dortmund: Der Behinderten-Fahrdienst bekommt zwei neue Fahrzeuge

Fünfte Auflage der Broschüre „Frühe Hilfen für Kinder mit Handicaps in Dortmund“ ist kostenlos erhältlich

 

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6 Gedanken über “Die Welt mit anderen Augen sehen: Menschen mit Behinderung stehen in Dortmund nicht nur vor „unsichtbaren“ Hindernissen

  1. Behindertenpolitisches Netzwerk (Pressemitteilung)

    Behindertenpolitisches Netzwerk und Tiefbauamt laden zu einer Veranstaltung ein

    Das Behindertenpolitische Netzwerk und das Tiefbauamt setzen ihre gute Zusammenarbeit mit einer gemeinsamen Veranstaltung fort und laden am Mittwoch, 28. August, 14 Uhr, Menschen ins Rathaus ein, die die Arbeit des Tiefbauamtes kennen lernen möchten und die Gelegenheit nutzen möchten, ihre Erfahrungen mit Behinderungen im öffentlichen Raum mit den Mitarbeiter*innen des Tiefbauamtes zu teilen.

    Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes: „Mit dieser Veranstaltung setzen wir die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Behindertenpolitischen Netzwerk fort. Ich wünsche mir, dass durch den Austausch das Verständnis für die Alltagssituationen von Menschen mit Behinderungen und das Verständnis für die Arbeitssituation meiner Mitarbeiter*innen wachsen. Das gemeinsame Ziel unserer Arbeit im Haupt- und Ehrenamt ist und bleibt dabei unstrittig die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums.“

    Friedrich-Wilhelm Herkelmann, Vorsitzender des Behindertenpolitischen Netzwerks: „Wir haben mit dem Austausch mit dem Tiefbauamt bezüglich kleiner und großer Projekte gute Erfahrungen gemacht. Trotzdem gibt es auch das Erlebnis von Menschen mit Behinderungen, dass vorhandene Barrieren trotz entsprechender Hinweise nicht beseitigt oder sogar neue Barrieren geschaffen werden, z.B. an Baustellen. Wir möchten mit unserer Veranstaltung Gelegenheit zu einem Austausch zwischen Menschen mit Behinderungen und den Mitarbeiter*innen des Tiefbauamts schaffen, um es zukünftig leichter zu machen, gemeinsam am barrierefreien Dortmund zu arbeiten.“

    Menschen in Dortmund machen sich stark für die Rechte der Menschen mit Behinderungen. Das Behindertenpolitische Netzwerk vertritt die Rechte der Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Dortmund. Themen sind Barrierefreiheit, auch barrierefreie Kommunikation, gleichberechtigte Teilhabe und ein diskriminierungsfreies Zusammenleben in Dortmund.

  2. Behindertenpolitisches Netzwerk (Pressemitteilung)

    Behindertenpolitisches Netzwerk fordert 30 öffentliche (Behinderten-)Toiletten für Dortmund

    Zur Sitzung des Behindertenpolitischen Netzwerks (BPN) am 24. September 2019 liegt ein Antrag aus dem Vorstand des Gremiums vor, die Anzahl der öffentlichen (Behinderten-)Toiletten im öffentlichen Raum in Dortmund auf zunächst 30 zu erhöhen.

    Friedrich-Wilhelm Herkelmann, Vorsitzender des BPN: „Wir brauchen endlich Butter bei die Fische. Mit 30 öffentlichen (Behinderten-)Toiletten in ganz Dortmund wäre ein erster Schritt zur erforderlichen Versorgung des Dortmunder Stadtgebiets mit ganztägig und ganzjährig geöffneten Sanitäranlagen gemacht. Mit einem solchen Beschluss kann der Rat der Stadt deutlich machen, dass ihm an einer gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in Dortmund liegt, auch von denjenigen, die häufiger eine Toilette aufsuchen müssen.“

    Menschen in Dortmund machen sich stark für die Rechte der Menschen mit Behinderungen. Das Behindertenpolitische Netzwerk vertritt die Rechte der Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Dortmund. Themen sind Barrierefreiheit, auch barrierefreie Kom-munikation, gleichberechtigte Teilhabe und ein diskriminierungsfreies Zusammenleben in Dortmund.

  3. Behindertenpolitisches Netzwerk (Pressemitteilung)

    Erfolgreicher als gedacht: Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen und Migrationshintergrund muss erhalten bleiben

    Das Behindertenpolitische Netzwerk setzt sich für den Erhalt der Beratungs- und Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund ein.

    Zur Sitzung des Behindertenpolitischen Netzwerks am 24.09.2019 engagieren sich der Vorsitzende Friedrich-Wilhelm Herkelmann und seine Stellvertreter*innen für den Erhalt der Beratungs- und Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund in Dortmund.

    Friedrich-Wilhelm Herkelmann: „Schon in den Beratungen des Masterplan Migration / Integration wurde deutlich, dass es einen großen Beratungsbedarf für Familien mit behinderten Angehörigen und Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund gibt. Dabei geht es um die Sicherstellung von Rahmenbedingungen, die eine gleichberechtigte Teilhabe auch dieser Gruppe am Zusammenleben in der Familie, auf der Arbeit oder in der Freizeit haben. Der große Erfolg der Beratungs- und Kontaktarbeit der Lebenshilfe darf nicht durch das Auslaufen der Förderung durch die Aktion Mensch gefährdet werden. Die gute kultursensible Beratung muss erhalten bleiben.“

  4. Fraktion Linke und Piraten (Pressemitteilung)

    Wie fühlt sich das eigentlich an?

    Menschen mit und ohne Behinderung sind eingeladen zu einem aktionsreichen Nachmittag rund um das Thema „Behinderung“ am Freitag, 20. September 2019, ab 17 Uhr im (barrierefreien) Dortmunder Rathaus. Als besonderer Gast bereits zugesagt hat der Paracycler Hans-Peter Durst, der bei den Paralympics in Rio de Janeiro mit zwei Goldmedaillen für seine Leistungen ausgezeichnet wurde.

    „Wir werden keine langweiligen Vorträge anbieten, sondern das Thema Behinderung einmal ganz anders in den Mittelpunkt stellen“, sagt Martina Siehoff, Inklusionsbeauftrage der Linkspartei in NRW. Zusammen mit dem Behindertenpolitischen Netzwerk der Stadt Dortmund lädt sie alle Interessierten und Betroffenen ein.

    „Wir wollen gesunden Menschen anschaulich zeigen, mit welchen Problemen Behinderte im Alltag zu kämpfen haben. Das muss nicht immer nur eine Treppe sein. Auch Menschen mit einer Psychose können den Alltag nicht so einfach bewältigen“, sagt Martina Siehoff.

    „Wir bieten deshalb am 20. September Interessierten die Gelegenheit, sich einmal in die Situation von Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen hineinzuversetzen und ein paar Minuten als behinderter Menschen zu erleben. Wer mag, kann sich zum Beispiel in einen Rollstuhl setzen und erleben, mit welchen Hürden ein Ausflug in die Dortmunder City verbunden ist. Alternativ kann mit speziellem Zubehör der Alltag von gehbehinderten, hochbetagten oder blinden Menschen simuliert werden. Und in einem separaten Raum wird ein kurzer Film gezeigt, der die Schwierigkeiten im Alltag darstellt, die Menschen mit einer Psychose haben.

    „Wir haben ein buntes Rahmenprogramm ausgearbeitet“, kündigt Martina Siehoff an. Die Stadt stellt ihre FM-Anlage zur Verfügung, die schwerhörigen Menschen die Verständigung erleichtert. Auch zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen stehen zur Verfügung.

    Am Ende, etwa ab 19.15 Uhr, sollen die gerade gemachten Erfahrungen und Eindrücke der Teilnehmer vorgestellt und mit Betroffenen rege diskutiert werde. „Wir freuen uns, wenn sich am 20. September viele Interessierte im Rathaus einfinden“, sagt Christiane Vollmer, Behindertenbeauftragte der Stadt Dortmund, die die Veranstaltung in ihre Reihe „kommunalpolitischer Dialog des Behindertenpolitischen Netzwerks“ einbettet.

    Termin:
    Freitag, 20. September 2019, 17 bis 20 Uhr, Rathaus, Friedensplatz 1 in Dortmund (Stadtbahn-Haltestelle Stadtgarten. Tiefgarage: Prinzenstraße 6)

  5. Behindertenpolitisches Netzwerk (Pressemitteilung)

    Digitalisierung erstmals Thema im Behindertenpolitischen Netzwerk

    Zu ersten Mal beschäftigt sich das Behindertenpolitische Netzwerk in seiner Forum-Sitzung mit dem Thema Digitalisierung und den damit verbundenen Chancen und Barrieren für Menschen mit Behinderungen. Impulsgeber für das Thema Digitalisierung ist Denes Kücük aus der Stabsstelle Chief Information/Innovation der Stadt Dortmund.

    Die Forum-Sitzung des Behindertenpolitischen Netzwerks findet statt am Dienstag, 15. Oktober 2019 um 17.00 Uhr im Rathaus, Friedensplatz 1, Saal der Partnerstädte.

    Ab 18.00 Uhr beschäftigt sich das Behindertenpolitische Netzwerk dann mit dem Koordinierungsgremium und den aktuellen und zukünftigen Aufgaben der Eingliederungshilfe in Dortmund. Gunther Niermann und Sigrid Meyer, Mitglieder des Koordinierungsgremiums, berichten über die aktuellen Entwicklungen.

    Die Forum-Sitzung des Behindertenpolitischen Netzwerks ist öffentlich und alle Anwesenden können sich zu den Themen einbringen. Der Sitzungsraum ist ebenerdig zugänglich und nutz-bar. Behindertentoiletten sind vorhanden, Gebärdensprachdolmetscher*innen sind beauftragt, die FM-Anlage steht zur Verfügung.

    Menschen in Dortmund machen sich stark für die Rechte der Menschen mit Behinderungen. Das Behindertenpolitische Netzwerk vertritt die Rechte der Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Dortmund. Themen sind Barrierefreiheit, auch barrierefreie Kommunikation, gleichberechtigte Teilhabe und ein diskriminierungsfreies Zusammenleben in Dortmund.

  6. SPD-Ratsfraktion Dortmund (Pressemitteilung)

    Kommunalpolitischer Dialog 2019: SPD-Ratsfraktion im Gespräch mit dem Behindertenpolitischen Netzwerk

    Der Alltag von Menschen mit Beeinträchtigungen stand im Mittelpunkt der gestrigen Diskussionsveranstaltung, zu der die SPD-Ratsfraktion eingeladen hatte. Bei der gut besuchten Veranstaltung im Rahmen des kommunalpolitischen Dialoges des behindertenpolitischen Netzwerkes wurde schnell deutlich, wie vielfältig die Probleme sind, mit denen sich die Betroffenen auseinandersetzen müssen.

    Norbert Schilff, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Dortmund bringt es auf den Punkt: „Obwohl der Rat der Stadt Dortmund 2006 das behindertenpolitische Netzwerk gegründet hat und die Umsetzung vieler städtebaulicher Projekte begleiten konnte, muss noch viel getan werden. Unser Ziel in der Kommunalpolitik muss sein, dass Barrierefreiheit vorhanden ist und Menschen mit Behinderungen sich fachorientiert in die Kommunalpolitik einbringen können.“

    Einen besonderen Praxisbezug konnte die SPD-Ratsfraktion durch den Einsatz einer Gebärdendolmetscherin herstellen, die ebenfalls aus Ihrem Arbeitsalltag berichtete. Zukünftig wird die SPD-Ratsfraktion den Dialog mit dem behindertenpolitischen Netzwerk fortsetzen, um die Informationen aus Sicht der Betroffenen zu erhalten und in die politische Arbeit einzubeziehen.

    Susanne Meyer, behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, moderierte die Veranstaltung und zog ein positives Fazit: „Das waren lebhafte Diskussionen mit wichtigen Inhalten für unsere kommunalpolitische Arbeit. Es kann nicht sein, dass in neu gebauten Gebäuden Barrierefreiheit herrscht, aber der Weg dorthin voller Stolperfallen ist. Auch müssen wir kritisch hinterfragen, ob das Urheberrecht eines Architekten höher zu bewerten ist, als ein barrierefreier Zugang für Menschen mit Beeinträchtigungen. Wir jedenfalls sind sensibilisiert, auf die Belange von Menschen mit Beeinträchtigungen bei unseren Veranstaltungen zu achten.“

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