
Die Haushaltssperre zieht erste Folgen nach sich: Die Veranstaltungsagentur „konzeptschmiede-do“, die maßgeblich an der Organisation der Dortmunder DEW21 Museumsnacht beteiligt war, kündigt ihre Schließung an. Grund dafür ist, dass die Ausschreibung für die Museumsnächte 2027–2029 aufgehoben wurde. Das Ende der Museumsnacht muss das nicht bedeuten.
„Schwerwiegendes Versäumnis“ der Verwaltung?
In einem eindringlichen und emotionalen Ton kündigt Kerstin Keller-Düsberg die Schließung ihrer Agentur an: „Ich melde mich heute mit einer Nachricht bei Ihnen, für die mir eigentlich die Worte fehlen: Nach 26 Jahren werde ich meine Agentur konzeptschmiede-do in Kürze schließen.“

Sie schildert, wie sich ihre Agentur – die schon bei den letzten 26 Museumsnächten mitgewirkt hatte – beworben hatte, alle benötigten Dokumente einreichte und ihr Konzept vor einer Jury präsentierte. Dann die Ankündigung: das Vergabeverfahren wird nicht fortgeführt. Grund: Haushaltssperre.
In den Zeilen von Keller-Düsberg scheint sich Wut zu manifestieren, denn nach 26 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit habe es die Stadt nicht als nötig erachtet, die Agentur frühzeitig zu informieren. „Ein Gespräch oder Telefonat seitens der Stadtspitze ist nicht erfolgt“, obwohl sie mehrmals darauf hingewiesen habe, was eine Verzögerung für sie bedeute. Sie spricht von einem „schwerwiegenden Versäumnis der Verwaltungsabläufe.“
In dem Schreiben bleibt ihr nicht mehr viel übrig, als sich bei ihrem Team zu bedanken und an die großen Erfolge der Dortmunder DEW21 Museumsnächte zu erinnern – vor allem an die letzte, die die meisten Besucher:innen in den 26 Jahren hatte. „Dass diese Erfolgsgeschichte nun kein weiteres Kapitel erhalten soll, ist angesichts dieser Entwicklung besonders bitter.“
Kalouti: „Mein Ziel ist, dass die Museumsnacht eine Perspektive hat“
Ob dies wirklich das Ende der Museumsnächte ist, will die Stadt Dortmund nicht bestätigen. „Die Aufhebung der Ausschreibung bedeutet noch keine endgültige Absage an eine Museumsnacht 2027″, schreibt Pressesprecher Christian Stein auf eine Anfrage der Nordstadtblogger.
„Aufgrund der Haushaltslage ist derzeit allerdings offen, ob und in welcher Form die Veranstaltung in den kommenden Jahren stattfinden kann“, heißt es weiter. Darüber soll in den nächsten Monaten diskutiert werden, ein neuer Haushalt soll Klärung bringen. „Die Kulturbetriebe Dortmund setzen sich sehr dafür ein, eine Perspektive für die Museumsnacht zu entwickeln.“

Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) lässt sich wie folgt zitieren: „Dass die Zukunft der Veranstaltung angesichts der schwierigen Haushaltslage offen ist, bedauere ich. Gleichzeitig müssen wir die finanziellen Möglichkeiten der Stadt realistisch bewerten und verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umgehen. Mein Ziel ist, dass die Museumsnacht eine Perspektive hat.“ Der Oberbürgermeister betont die große Rolle, die die Museumsnacht im Dortmunder Kulturleben hat.
Dr. Stefan Mühlhofer, Geschäftsführender Direktor der Dortmunder Kulturbetriebe, würdigt zudem die Arbeit der bisherigen Agentur: „Die Konzeptschmiede hat die Museumsnacht über 26 Jahre hinweg maßgeblich konzipiert, entwickelt und organisiert. Sie hat den Dortmunder:innen viele unvergessliche Kulturnächte beschert. Dafür danken wir Kerstin Keller-Düsberg und ihrem Team ausdrücklich.“
Stadt weist Vorwürfe zurück und dankt für Zusammenarbeit
Doch was ist mit dem Vorwurf, die Verwaltung habe es versäumt, Keller-Düsberg schnell genug zu informieren? Dazu heißt es aus der Pressestelle: „Die Agentur hatte sich wie in den Vorjahren an der Ausschreibung für die Folgejahre beteiligt. Die Kommunikation im laufenden Vergabeverfahren erfolgte wie üblich über die dafür vorgesehenen formellen Wege. Das gewährleistet ein transparentes und vor allem rechtskonformes Verfahren für alle Beteiligten.“

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Die Stadt bedauere „das Ende der langjährigen Zusammenarbeit mit der Konzeptschmiede. Eine so lange Zusammenarbeit ist bemerkenswert und steht für die Kontinuität, mit der die Agentur die Museumsnacht über viele Jahre geprägt hat.“ Ob diese Worte Keller-Düsberg beruhigen können, ist fraglich. Ihre Agentur wird auch ein neuer Haushalt nicht wieder zurück ins Spiel bringen.
Der Namensgeber und Sponsor der Museumsnächte, DEW21, teilt auf Anfrage mit: „Als Hauptsponsor steht DEW21 hinter der Veranstaltung und wir setzen uns dafür ein, dass die DEW21 Museumsnacht auch in Zukunft stattfinden kann. Die Aufhebung des Vergabeverfahrens bedeutet aus unserer Sicht nicht automatisch das Ende der DEW21 Museumsnacht.“
Zu dem Vergabeverfahren könne sich DEW21 jedoch nicht äußern. Dafür sei allein der Auftraggeber und Ausrichter zuständig – also die Stadt Dortmund.
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