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Der alternative Weihnachtsbaum: Stadt fördert inklusive Upcycling-Werkstatt aus dem Klimaschutzfonds

Ein Lattenrost wird zum Tannenbaum: Katja Schneider und Jennifer Kremer, OB Thomas Westphal.

Ein Lattenrost wird zum Tannenbaum: Katja Schneider und Jennifer Kremer, OB Thomas Westphal. Fotos: Alex Völkel

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind große und wichtige Zukunftsthemen. Dass dies aber nicht nur mit riesigen Investitionen in neue Techniken oder Industrien zu tun haben muss, zeigt sich bei der „WERTstatt“ des Vereins MOBILE, einer inklusiven Re- und Upcycling-Werkstatt in der Dortmunder Nordstadt. Dort entstehen derzeit Weihnachtsbäume der ganz anderen Art – aus alten Lattenrosten. 

Im Klimaschutzfonds „Klima ist Heimspiel“ sind noch 24.500 Euro abrufbar

OB Thomas Westphal und Umweltdezernent Ludger Wilde sahen sich die Werkstatt an und überreichten zudem 500 Euro aus dem Klimaschutzfonds „Klima ist Heimspiel“. Daraus werden lokale Initiativen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit unterstützt. Zurzeit sind noch 24.500 Euro im Fördertopf, auf die sich beim Umweltamt beworben werden kann. ___STEADY_PAYWALL___

Die „WERTstatt“ erhielt die Förderung aus dem Klimaschutzfonds zur Erstellung einer Broschüre in verständlichen Worten und Darstellungen zu den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Upcycling. Denn der Verein möchte das Thema auch Menschen mit geistigen Behinderungen und Lerneinschränkungen näher bringen. 

„Wir erstellen damit eine Broschüre in leichter Sprache für Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten“, macht Katja Schneider, die Leiterin der „WERTstatt“, deutlich. Für diese Menschen ist nicht nur im sprichwörtlichen Sinne das „Begreifen“ wichtig. „Wir wählen den handlungsorientierten und nicht den wissensbasierten Ansatz.“

Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sensibilisieren

Birgit Rothenberg, Vorstand von MOBILE e.V., freute sich über die Förderung und berichtete, dass sich der 1983 gegründete Verein dafür einsetzt, dass behinderte Menschen als gleichberechtigte Bürger und Bürgerinnen ihre eigenen Lebenspläne entwickeln und verwirklichen können, so wie es auch nichtbehinderten Menschen offen steht. 

„Wir bieten insbesondere für Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten das Angebot des Ambulant Unterstützten Wohnens an“, führte Birgit Rothenberg weiter aus.

Gemäß dieser Zielrichtung hat MOBILE als Träger das Projekt „Die WERTstatt“ entwickelt. „Hier wird Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten auf konkrete und handlungsorientierte Weise Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt vermittelt“, ergänzt Katja Schneider. 

Die Menschen, die in der „WERTstatt“ kreativ tätig sind, erfahren, dass nicht alles entsorgt bzw. neu angeschafft werden muss und hierdurch Ressourcen geschont werden. „Die Broschüre in verständlicher Sprache wird einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten für die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit sensibilisiert werden“, freute sich Schneider.

OB: „Dortmund braucht solche Initiativen, um der Klimakrise auch lokal begegnen zu können“

Die „WERTstatt“ befindet sich im Hinterhof der Missundestraße 10 und ist freitags von 12 bis 17 Uhr für Jeden und Jede geöffnet. Das Mitmachen ist kostenlos. Materialien, Ideen und Know-how werden bereitgestellt.

Weitere Gegenstände, Möbel und Kreativität können mitgebracht werden. Aktuell werden aus alten Lattenrosten Weihnachtsbäume erstellt.

„Dortmund braucht solche tollen Initiativen, um der Klimakrise auch lokal begegnen zu können“, so Oberbürgermeister Thomas Westphal. Und die Werkstatt sei ein gutes Beispiel dafür, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht immer nur etwas mit großen und teuren Technologien und Investitionen zu tun haben müsse.

Der Klimaschutzfonds „Klima ist Heimspiel“ geht in die nächste Runde

Das Umweltamt entwickelte den Klimaschutzfonds im Jahre 2018. Die Idee war, lokales bürgerschaftliches Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu unterstützen, denn häufig mangelt es den überwiegend ehrenamtlich Tätigen an Finanzmitteln. 

Ermöglicht wurde dieses städtische Förderprogramm durch einen Preisgewinn beim Wettbewerb ‚Kommunaler Klimaschutz‘, den das Bundesumweltministerium in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) 2013 ausgelobt hat. „Viele Bürgerinnen und Bürger setzen sich bereits kreativ und engagiert für den Klimaschutz in Dortmund ein. Mit finanzieller Unterstützung durch den Klimaschutzfonds fällt es leichter“, so Thomas Westphal.

Die damaligen Finanzmittel des Fonds waren daher auch schnell ausgeschöpft. Bislang konnten 22 Projekte aus dem Fonds gefördert werden. „Ein erneuter Preisgewinn der Stadt Dortmund beim Bundeswettbewerb ,Klimaaktive Kommune 2018in Höhe von 25.000 Euro ermöglicht es uns, das erfolgreiche Förderprogramm fortzuführen“, berichtete Stadtrat Ludger Wilde und ergänzte: „Klar ist, dass dieser Gewinn wieder lokalen Klimaschutzinitiativen zu Gute kommen soll“.

Hier gibt es alle Informationen zum Klimaschutzfonds als PDF zum Download:

 

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