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Demonstrationen in Dortmund-Dorstfeld: „Nazikiez? Is‘ nicht!“ – Zivilgesellschaft protestiert gegen Neonazi-Demo

Die Zivilgesellschaft stellte sich auf dem Wilhelmplatz parteiübergreifend gegen die Neonazis auf.

Von Leopold Achilles

Am Freitagabend demonstrierten an die 100 RechtsextremistInnen in Dorstfeld gegen die Präsenz der Polizei im Vorort. Die Partei „Die Rechte“ hatte die Demonstration angemeldet, um gegen den Einsatz der Polizei in dem Dortmunder Stadtteil zu protestieren. Seit September ist die Polizei mit einer zusätzlich verstärkten Präsenz in Dorstfeld vertreten, um Flagge „gegen Rechts“ zu zeigen.

„Nazikiez? Is´nicht!: Friedliche Proteste gegen Neonazi-Gewalt

Die AntifaschistInnen machten deutlich, dass Dorstfeld nicht den Neonazis gehört.

Antifaschistische Bündnisse, Gewerkschaften und Linke riefen zu Gegenprotesten auf. So fanden sich gegen 18.30 Uhr, bei teils starkem Regen und Windböen, rund 200 Personen auf dem Wilhelmsplatz in Dorstfeld ein, um ein Zeichen gegen die Rechten Demonstranten zu setzen.

„Der Arbeitskreis will mit dieser Aktion gleich zum Auftakt der angekündigten Nazi-Aufmärsche deutlich machen, das die absolute Mehrheit der Dorstfelder Bürgerinnen und Bürger für ein friedliches und tolerantes Miteinander in ihrem Stadtteil und unserer Stadt stehen und sich den öffentlichen Raum nicht von anmaßenden Neonazis streitig machen lassen.“

Auch Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange war an dem Abend auf dem Wilhelmsplatz anzutreffen. Die friedliche Kundgebung endete um 19.30 Uhr.

Unter dem Motto „Nazikiez? Is’nicht!“ rief auch Blockado zum gemeinsamen Protest auf: „Wir wollen die DorstfelderInnen nicht alleine lassen, die tagtäglich den Nazis im Stadtteil begegnen müssen! Gegen all die Einschüchterungsversuche, gegen die ständigen Überfälle und die Gewalt durch die Rechten! Wir wollen keinen Nazi-Scheiß! Weder in Dorstfeld, noch anderswo!“ machten die TeilnehmerInnen deutlich.

Neonazis demonstrierten gegen Polizeiwillkür und für eine national befreite Zone

Während ihrer Demonstration durch Unterdorstfeld setzten die Neonazis auch Pyrotechnik ein.

Die Demonstration der Rechtsextremen begann verspätet um 19:45 an der Arminiusstraße. Es hatten sich rund 100 Neonazis vor der Absperrung der Polizei versammelt. Von dort aus lief der Zug eine kleine Runde, mit einem Lautsprecherwagen und Bannern durch Unterdorstfeld.

Während des Umzugs wurde mehrmals Pyrotechnik, durch Rechte, in unmittelbarer Umgebung zur Kundgebung gezündet. Auch mobilisierten die Teilnehmer der Demonstration mehrmals und massiv gegen die anwesenden Foto- und Videojournalisten. Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Bedrängnisse durch Rechtsextreme waren an diesem Abend Normalität.

Auf das Einschreiten durch die Polizei warteten die betroffenen Pressevertreter vergebens, obwohl auf die Einschränkungen der Pressefreiheit mehrmals durch die Betroffenen bei den anwesenden Polizeikräften hingewiesen wurde.

Hier zu sehen: die fortgesetzte Behinderung eines WDR-Reporters durch einen rechten Demonstranten.

Rund 100 AntifaschistInnen protestierten, zeitweise lauthals, in unmittelbarer Nähe zur Rechten Kundgebung. Die Polizei wertete diese friedlichen Ansammlungen in zwei Fällen als Spontankundgebung.

Zwischenfall in Stadtbahnlinie

Nach einer Zwischenkundgebung auf der Bandelstraße lief der Demo-Zug der Rechtsextremen
wieder zurück zur Arminiusstraße, wo, an der Ecke Teutoburgerstraße, die Demonstration um 21.15 für beendet erklärt wurde.

Einen Zwischenfall bei der Abreise der rechten Demonstranten, scheint es in der Stadtbahnlinie U43 auf Höhe der Station Ottostraße gegeben zu haben. Kurz nach dem Ende der Kundgebung, gegen 21.40 Uhr, kam es zu einer Schlägerei in der Stadtbahn Richtung Innenstadt.

Daraufhin war die Rheinisches Straße knapp zehn Minuten lang gesperrt. Mehrere Rechtsextremisten wurden von Polizeikräften kurzzeitig festgesetzt.

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