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Das III. Dortmunder Manifest ist von der Flüchtlingsfrage motiviert: „Wehe, wenn du keine Heimat hast“

Stellten das III. Dortmunder Manifest vor: Walter Liggesmeyer, Georg Masalsky, Gerda Kieninger (SPD-MdL), Udo Fischer, Gerhard Otto und Georg Deventer. Foto: Joachim vom Brocke

Walter Liggesmeyer, Georg Masalsky, Gerda Kieninger, Udo Fischer, Gerhard Otto und Georg Deventer. Foto: J.v. Brocke

Von Joachim vom Brocke

„Wehe dir, wenn du keine Heimat hast, unbehaust in dieser Welt lebst
Wenn du durch Städte gehst, wo du ein Fremder bist
Niemand dich aufnimmt und du deine Träume verlorst
Wehe uns allen, sollten wir gleichgültig sein und das Falsche tun
Und wehe uns, wenn wir uns von falschen Zungen betören lassen“.

Wortlaut des III. Dortmunder Manifest. Der Text stammt aus einem Gedichtband des Malers und Schriftstellers Walter Liggesmeyer, der erst vor einem halben Jahr erschienen ist.  Auch das dritte Bildmotiv stellte der Künstler zur Verfügung.

Das Manifest will nachdenklich stimmen über Flucht und Vertreibung

Am Sonntag werden in Dortmund drei Flüchtlingszüge erwartet. Der erste Zug brachte 800 Menschen, die im DKH versorgt und dann landesweit verteilt wurden.

Die Flüchtlingsfrage motivierte zur Fortschreibung des Manifests.

Von Walter Liggesmeyer und Georg Deventer, Vorsitzender von Pro-Dortmund e.V., war Ende 2010 die Idee zum Dortmunder Manifest angestoßen worden. Die AWo setzte sich an die Spitze der Initiative und übernahm die öffentliche Verantwortung.

Die Fortschreibung mit dem nun III. Manifest will im Zusammenhang mit Flucht und Vertreibung aus großer Not nachdenklich stimmen und warnen: „Wehe, wenn du keine Heimat hast“.

Georg Deventer: „Zugleich soll dieses Manifest auch eindringlich mahnen, nicht gleichgültig zu sein und jetzt nicht das Falsche zu tun“. Zudem sollten sich die Bürger „nicht von Rechtspopulisten und Demagogen“ beirren lassen.

Über 75 prominente DortmunderInnen haben bereits unterschrieben

Inzwischen haben sich bereits 75 Prominente aus der Dortmunder Stadtgesellschaft als ErstunterzeichnerInnen bekannt.

Von Hans-Peter Arens (Vorsitzender des Schaustellervereins Rote Erde) über Martin Eul (Volksbank-Chef) bis Klaus Wegener (Präsident Auslandsgesellschaft) reicht die Palette. Georg Deventer ist sich sicher, dass noch weitere Dortmunder das Manifest unterstützen werden – auch mit eigenen Merksätzen oder Kommentaren.

Bekenntnis zu einer lebens- und liebenswürdigen Stadt Dortmund

Protest gegen den Neonaziaufmarsch

Protest gegen einen Neonaziaufmarsch.

Ziel ist und bleibt das Bekenntnis zu einer lebens- und liebenswürdigen Stadt, die weltoffen, tolerant und solidarisch ist.

Rechter Populismus und Demagogie, Diskriminierung und Rassismus dürfen nie wieder Platz in Dortmund – und natürlich darüber hinaus – finden.

Gewaltbereiter und gewalttätiger Rechtsextremisus und Fremdenfeindlichkeit bedrohen die friedliche und zivile Stadtgesellschaft. Sie müsse dies, so die Organisatoren, unmissverständlich zum Ausdruck bringen: „Dass es keine Alternative zum demokratischen und zivilen Gemeinwesen gibt und dass das friedliche Zusammenleben gewollt ist“.

Etliche Informationen gibt es im Internet

Auf der Internetseite www.dortmunder-manifest.de ist es möglich, zu den beiden vorherigen Manifesten zu wechseln (Themen: „Wir Bürgerinnen und Bürger lieben unsere Stadt“ und „Gegen Hass und Gewalt“) Dort gibt es viele Bekenntnisse und die Aufstellung prominenter ErstunterzeichnerInnen. Über einen Link kommt man auch zu Kompendium über das erste Dortmunder Manifest.

Plakate in verschiedenen Formaten und Postkarten sind im AWo-Stadtzentrum, Klosterstraße 8-10, in Dortmund-Mitte, Telefon (0231) 9934-0, kostenlos zu haben. Dort gibt es auch noch Plakate der ersten beiden Manifeste.

Mehr Informationen:

  • Die Initiatoren bedanken sich bei der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Dortmunder Rathaus. Sie ermöglichte den Druck der Plakate.
  • Der AWO-Unterbezirk ist öffentlich verantwortlich für den Internetauftritt.
  • www.dortmunder-manifest.de

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