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Das Hoesch-Museum trauert um Marlies Berndsen – Ehrenamtliche der ersten Stunde war dem Park verbunden

Die Ehrenamtlichen Horst Klaffke und Marlies Berndsen  in der Ausstellung des Hoesch-Museums. Foto: Horst Müller

Das Hoesch-Museum trauert um Marlies Berndsen. Sie gehörte zu den Ehrenamtlichen der ersten Stunde, die 2004 die Einrichtung eines Museums zur Geschichte und zum Strukturwandel von Eisen und Stahl vorantrieben. Die Heirat in eine Hoeschianer-Familie sah sie als Verpflichtung, auch nach Verschwinden des Namens Hoesch aus der industriellen Stadtlandschaft. Ihr Mann, Heinz Berndsen, war Leiter des Hoeschparks und ihr Schwiegervater, Alfred Berndsen, der erste Arbeitsdirektor von Hoesch.

Die langjährige Vorsitzende des Hausfrauenbundes war vielfältig ehrenamtlich tätig

Hohe Verbundenheit mit dem Hoeschpark: Marlies Berndsen im Jahr 2005 mit ihrem Sohn Hendrik vor ihrem früheren Wohnhaus im Park. Foto: Alex Völkel

Die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes besaß eine einnehmende Art, auf Menschen zuzugehen, fiel nicht nur durch ihr Rollerfahren bis ins hohe Alter auf, verfügte über ein ausgeprägtes Organisationsgeschick, war hartnäckig und unermüdlich im Interesse all der Dinge, von deren  gesellschaftspolitischer Bedeutung sie überzeugt war: Als junge Journalistin der WAZ, als langjährige Vorsitzende des Hausfrauenbundes, als Ehrenamtliche im Deutschen Kochbuchmuseum und im Hoesch-Museum.

Dank ihres Engagements konnten viele für die ehrenamtliche Arbeit im Museum gewonnen werden, und ihr selbstloser, disziplinierter, nicht nachlassender Einsatz war allen Vorbild und Ansporn. Ihr Wahlspruch lautete: „Jeder der das Museum zum Arbeiten betritt, hat seinen Titel und Rang abzulegen – wir sind hier alle gleich und setzen uns für eine gemeinsame Sache ein.“

Das ist sicherlich einer der Gründe, warum das Hoesch-Museum seit 15 Jahren mit dem großen Kreis der über 80 Ehrenamtlichen so hervorragend den Museumsbetrieb meistert.

Marlies Bernden war ein Kind des Ruhrgebiets und eine begehrte Zeitzeugin

Marlies Berndsen war darüber hinaus eine wunderbare Zeitzeugin. Als Kind des Ruhrgebiets,  1932 in einer Bochumer Bergbaufamilie geboren, konnte sie emotional und reflektiert, punktgenau und unterhaltsam über viele Themen berichten: Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges, die „Heiße Eisen-Turniere“ im Hoeschpark, sonntägliche Picknickfahrten als junge Mutter nach Holland oder Austauschtreffen mit DDR-Frauen.

Alle Freundinnen und Freunde des Hoesch-Museums werden Frau Berndsen vermissen und ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Die begeisterte Motorroller-Fahrerin starb am 13. Februar im Alter von 86 Jahren.

 

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