„Da geht noch was!“: Viele Ausbildungsstellen 2021 im Dortmunder Handwerk noch unbesetzt

Christian Sprenger und Rinaldo Mohr zeigten den Besucherinnen Olesja Mouelhi-Ort, Daniela Schneckenburger und Heike Bettermann (v.l.) den Betrieb. Fotos (2): Thea Ressemann

Zum ersten Mal gibt es auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt mehr freie Ausbildungsstellen als gemeldete Bewerber*innen. Trotzdem „ist sowohl die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen als auch die Anzahl der unversorgten Jugendlichen aktuell noch deutlich zu hoch“, berichtet Heike Bettermann. Nun heißt es, die „jungen Menschen und die Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen“, so die Dezernentin für Familie, Jugend und Familie, Daniela Schneckenburger. Sie, die Gschäftsführerin der Agentur für Arbeit, Heike Bettermann, und die Geschäftsführerin der Handwerkskammer Dortmund, Olesja Mouelhi-Ort, berichteten über die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Dafür trafen sie sich in der Walter Viet Stahl- und Metallbau GmbH in Dortmund-Aplerbeck.

Corona-Situation hat nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den Ausbildungsmarkt beeinflusst

Durch die Corona-Pandemie sind viele Jugendliche verunsichert. Sie sind unentschlossen, was sie nach dem Abschließen der Schule machen möchten. Viele Beruforientierungs- und Beratungsangebote konnten während der Pandemie maximal in abgespeckter Version per Telefon stattfinden. „Doch gerade jetzt ist es wichtig, sich um die berufliche Anschlussperspektive zu kümmern und Entscheidungen zu treffen“, bittet wie rät Heike Bettermann. Jede*r, der/die für diese Entscheidung Hilfe braucht, kann sie bekommen. ___STEADY_PAYWALL___

Dafür gibt es die Website „Dortmund at Work“ und die dazugehörigen Social-Media-Kanäle. Dort werden verschiedene Dortmunder Ausbildungsberufe und -betriebe von echten Azubis vorgestellt. Sie erzählen, warum sie sich für ihre Ausbildung entschieden haben, wie sie ihnen gefällt. Und geben Tipps zum Bewerbungsprozess.

Auf der Website gibt es ein Bewerbungstool. Damit soll der Bewerbungsprozess vereinfacht werden, der normalerweise für viele abschreckend wirkt. Man kann sich durch das Portal für fünf Betriebe gleichzeitig bewerben. Das Tool ist so aufgebaut, dass auch Betriebe betont werden, die normalerweise in der Wahrnehmung potenzieller Bewerber*innen untergehen.

Des Weiteren gibt es noch mehr Informationsstellen zum Finden von Ausbildungsplätzen. Zum einen ist da die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Dortmund sowie die Jobbörse der Agentur für Arbeit. Auch auf der Homepage des Jugendberufshauses kann man fündig werden.

Im Handwerk sind noch viele Ausbildungsstellen in Berufe mit guten Zukunftschancen unbesetzt

Noch über 200 Ausbildungsstellen sind in Dortmund im Bereich des Handwerks frei. Die gute Nachricht: es sind deutlich mehr Stellen ausgeschrieben und Lehrverträge abgeschlossen worden als im vergangenen Jahr. Auch können Ausbildungen nicht nur zu den üblichen Terminen (1. August, 1. September), sondern auch zum Oktober oder November hin begonnen werden.

Beim Metallbauunternehmen werden auch Geräte wie Gabelstapler genutzt.

Gute Gründe für eine Ausbildung im Handwerk sind nach Olesja Mouelhi-Ort die familiären Strukturen, die in diesen Berufen üblich sind. Die handwerklichen Berufe haben während der Corona-Pandemie mal wieder gezeigt, dass sie zukunftssicher und krisenfest sind.

Weitere Gründe sind die guten Übernahme- und Aufstiegschancen, von denen die meisten ehemaligen Azubis in den Berufen berichten können. Nicht ganz unschuldig daran ist der Fachkräftemangel. Ganz besonders sind davon die Bau- und Ausbauhandwerke betroffen. Die Unternehmen suchen dringend nach Auszubildenden, um diesem selber entgegenwirken zu können. Heike Bettermann erwartet, dass nach der Pandemie der Fachkräftemangel noch spürbarer wird als bisher.

Der frischgebackene Metallbauer Rinaldo Mohr stellt seine Ausbildung und den Ausbildungsbetrieb vor

Einer der handwerklichen Betriebe, der noch Azubis sucht ist die der Walter Viet Stahl- und Metallbau GmbH. Der Chef Christian Springer sagt, die wichtigste Bewerbungsvoraussetzung sei Motivation und Zuverlässigkeit: „Wir stellen im Handwerk Menschen und keine Schulnoten ein.“

Sein letzter Auszubildender Rinaldo Mohr hat im Januar seine Abschlussprüfung zum Metallbauer bestanden. Er ist froh, dass er vom Betrieb nach seiner Ausbildung übernommen wird. Bei einem Rundgang im Betrieb berichtet er, wie zufrieden er mit seiner Ausbildung ist. Teamarbeit und ein gutes Arbeitsklima werden hier großgeschrieben: „Wir helfen einander immer, wenn etwas schwierig ist.“

Langweilig wird es als Metallbauer*in auch nicht. Es gibt immer andere Aufgaben. Ob die Herstellung von Fenstern, die Verzinkung von Treppen oder vielem mehr. Der Arbeitsplatz ist auch nicht festgelegt. Natürlich hat jeder der Arbeiter einen festgelegten Arbeitsplatz im Werk. Trotzdem gibt es auch Außeneinsätze. Dabei wird vor Ort beim Kunden gearbeitet.

Auch sieht Mohr gute Aufstiegschancen in seinem Beruf. Sein Plan ist es, erstmal ein paar Jahre lang Berufserfahrung sammeln. Danach will er seinen Meister machen. Im Betrieb wird er bei seinen Plänen unterstützt. Auch werden noch andere Weiterbildungsmöglichkeiten geboten.

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  1. Arbeitsagentur begleitet Bewerbertag: Sanitärtechnikunternehmen sucht noch Auszubildende und lädt am 13. Juli zum Vorstellungsgespräch - Anmeldung und Vorauswahl erfolgen über die Arbeitsagentur (PM)Nordstadtblogger-Redaktion

    Arbeitsagentur begleitet Bewerbertag: Sanitärtechnikunternehmen sucht noch Auszubildende und lädt am 13. Juli zum Vorstellungsgespräch – Anmeldung und Vorauswahl erfolgen über die Arbeitsagentur

    „Kunkel kümmert sich“ – so wirbt die Kunkel Sudwischer GmbH, Anbieter nachhaltiger Sanitärtechnik, für ihr Leistungsangebot. Und die Arbeitsagentur Dortmund kümmert sich auch: Das in Dortmund, Waltrop, Lünen und Umgebung tätige Unternehmen sucht nämlich noch Auszubildende zum Anlagenmechaniker – Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (m/w/d). Zwei Expertinnen von der Arbeitsagentur stehen dem Geschäftsführer Thomas Gennat sowie den Bewerberinnen und Bewerbern mit Rat und Tat zur Seite.

    „Wir haben den Ablauf des Bewerbertags gemeinsam mit der Geschäftsführung des Unternehmens besprochen und sind die ganze Zeit vor Ort“, sagt Julia Hartmann vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur. Die individuelle, oft auch spontan erfolgende Unterstützung ist wichtig: „Manchmal ergeben sich Fragen erst im Gespräch, und dann können wir gleich reagieren“, so Hartmann. Es komme etwa immer wieder vor, dass zwischen Bewerbenden und Unternehmen zwar die Chemie stimmt, aber die formalen Qualifikationen nicht ausreichen. Dann kann die Arbeitsagentur mit passgenauen Förderangeboten wie der sogenannten Einstiegsqualifizierung oder der Assistierten Ausbildung (AsA) helfen. Diese Maßnahmen werden in aller Regel von der Arbeitsagentur finanziert, so dass dem Betrieb keine Kosten entstehen.

    Als Ansprechpartnerin für die Bewerbenden ist Martina Jung für den Bereich „Berufsberatung vor dem Erwerbsleben“ vor Ort. Gemeinsam mit Julia Hartmann spricht sie im Vorfeld geeignete Bewerberinnen und Bewerber an. „Wer sich für eine Ausbildung in dieser Branche interessiert, kann sich gerne noch bei uns melden“, ermuntert Jung. Beim Unternehmen Kunkel werden aktuell noch zwei Auszubildende gesucht. Vier bis sechs Interessierte werden zum Vorstellungsgespräch am 13. Juli geladen. Wer hier nicht dabei ist, hat indessen gute Chancen, über die Arbeitsagentur eine der rund 1.500 weiteren gemeldeten offenen Ausbildungsstellen zu ergattern.
    Kontakt:

    Für Ausbildungsplatzsuchende
    Tel 0231 842-9860, Mail berufsberatung@jbh-do.de

    Für Unternehmen, die noch Auszubildende suchen
    Tel 0231 842-1666, Mail Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

  2. Menschen mit Behinderung als Arbeitskräfte im Handwerk - Inklusion: Online-Sprechstunde findet am 16. August statt (PM)

    Menschen mit Behinderung als Arbeitskräfte im Handwerk
    Inklusion: Online-Sprechstunde findet am 16. August statt

    Im Handwerk fehlen Fachkräfte – dabei gibt es gerade hier beste Karrierechancen. Von den zahlreichen beruflichen Möglichkeiten können natürlich auch Menschen mit Behinderung profitieren. Die Handwerkskammer (HWK) Dortmund kann ihnen helfen, einen passgenauen Arbeitsplatz zu finden. Ebenso gibt es vielfältige Unterstützung für Unternehmen, die gern Arbeitskräfte mit Handicap einstellen wollen.

    Vor diesem Hintergrund lädt die HWK Dortmund am Montag, 16. August, von 10 bis 12 Uhr zu einer digitalen Sprechstunde zum Thema Inklusion ein. HWK-Experte Günter Benning berät Betriebe und Menschen mit Handicap kostenfrei.
    Anmeldungen sind bis zum 9. August möglich.
    Kontakt
    Günter Benning
    Inklusionsberater in Kooperation mit dem LWL Münster Tel. 0231/5493-427
    E-Mail: guenter.benning@hwk-do.de
    Weitere Informationen: http://www.hwk-do.de/veranstaltungen

  3. Nachwuchssicherung als wichtige Aufgabe der nächsten Jahre - HWK-Führungsspitze im Gespräch mit MdL Jörg Blöming (PM)

    Nachwuchssicherung als wichtige Aufgabe der nächsten Jahre –
    HWK-Führungsspitze im Gespräch mit Jörg Blöming (MdL)

    igitalisierung, Bürokratieabbau und die duale Berufsausbildung im Handwerk – das waren die Kernthemen eines Austauschs der HWK Führungsspitze mit dem Landtagsabgeordneten Jörg Blöming (CDU).
    „Die Ausbildung im Handwerk hat unter der Corona-Pandemie stark gelitten“, so Kammer-Präsident Berthold Schröder. „In diesem Jahr konnten wir zwar leichte positive Tendenzen verzeichnen, aber die Nachwuchssicherung bleibt eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre.“ Schon jetzt würden vielerorts Handwerker*innen fehlen. „Darum müssen die berufliche und die akademische Bildung endlich sichtbar gleichgestellt werden, damit die Jugendlichen die guten Karrierechancen im Handwerk besser wahrnehmen.“

    Auch beim Thema Bürokratieabbau gebe es noch einiges zu tun. Schröder: „Die Unternehmerinnen und Unternehmer im Handwerk brauchen wieder mehr Kapazitäten, um ihrem eigentlich Geschäft nachzugehen. Daher begrüßen wir es, dass die Landesregierung jetzt die Entfesselungspakete VII und VIII auf den Weg gebracht hat. Positiv bewerten wir, dass die Pakete ebenfalls das Vorantreiben der Digitalisierung in den Fokus nehmen, zum Beispiel mit der Entwicklung eines digitalen Gewerbeamtes.“

    „Ein Beruf im Handwerk ist breit und vielfältig. Handwerk heißt mit Händen, Geschick und Köpfchen arbeiten. Gerade deshalb möchte ich dafür werben, sich für eine Ausbildung im Handwerk zu entscheiden,“ erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Blöming aus Erwitte, der auch Sprecher der CDU-Landtagsfraktion NRW im Haushalts- und Finanzausschuss (Unterausschuss Personal) ist.

  4. Im Tandem durch schwierige Ausbildungssituationen - HWK bietet Workshop für Mentoren an / Unterstützung für Auszubildende (PM)

    Der Ausbildungsstart gehört zu den sensiblen Phasen in der Ausbildung – hier werden die Grundsteine für den Erfolg gelegt. Erfahrene Auszubildende können den Nachwuchskräften ihren Start erleichtern und sie als Mentoren mit Rat und Tat unterstützen. Im Workshop „Azubi-Tandem“ werden sie auf die Patenrolle im Betrieb vorbereitet und erhalten nützliche Informationen und Materialien, um den jungen neuen Auszubildenden einen guten betrieblichen Einstieg zu ermöglichen. Die Veranstaltung im Rahmen der „Qualitätsinitiative betriebliche Ausbildung“ (QiA) findet am Dienstag, 7. September, von 9 bis 12 Uhr online über Microsoft Teams statt.

    Der Workshop richtet sich an Auszubildende aus dem zweiten oder dritten Lehrjahr, die den neuen Lehrlingen mit Einfühlungsvermögen und ihren eigenen Erfahrungen zur Seite stehen wollen. Dadurch können die Mentoren auch die Ausbilder*innen im Betrieb entlasten.

    Hier geht’s zur Anmeldung: http://www.hwk-do.de

  5. Ausbildungsvertrag Online: Kurze Wege, geringe Fehlerquote - viele Ausbildungsbetriebe nutzen das digitale Angebot der HWK (PM)

    Seit einiger Zeit bietet die Handwerkskammer (HWK) Dortmund in Zusammenarbeit mit den fünf Kreishandwerkerschaften im Kammerbezirk die digitale Eintragung der Ausbildungsverträge an. Vorteile sind deutlich verkürzte Eintragungszeiten, bequemes Dokumenten-Upload und eine Fehleranzeige bereits beim Ausfüllen. Der Betrieb und der/die Auszubildende erhalten zudem einen Eintragungs- bescheid, der beim Vorzeigen der Kindergeldkasse o.ä. den Vertrag ersetzen kann.

    „Vor allem in den Sommermonaten geht eine große Flut an Ausbildungsverträgen bei uns ein“, so Björn Woywod, Gruppenleiter der Lehrlingsrolle. Da helfe der digitale Weg ungemein, die großen Papierfluten zu vermeiden, auch im Sinne der Nachhaltigkeit. Darüber hinaus könnten die Verträge schneller bearbeitet werden.

    Mit dem „Ausbildungsvertrag Online“ sollte sich die Bearbeitungszeit durch schnellere Wege und eine geringere Fehlerrate verkürzen. „Das geht jetzt wirklich viel zügiger“, stimmt Nicole Kilian, Mitarbeiterin bei der Frarö Haustechnik GmbH in Dortmund, zu. Ihr gefällt vor allem, dass ihr schon beim Ausfüllen des Formulars Fehler angezeigt würden. Nach 20 Minuten habe sie den Ausbildungsvertrag bereits fertig ausgefüllt, erzählt sie. „Ich arbeite zwar täglich mit dem PC, bin aber auch kein IT- Profi. Trotzdem habe ich das hinbekommen.“

    Ganz ähnlich sieht das auch Astrid Frankiewicz, die für die Bearbeitung der Ausbildungsverträge beim Malerbetrieb Heinrich Schmid GmbH & Co. KG in Bochum zuständig ist. „Ich fand es sehr komfortabel, den Vertrag online einzugeben. Wenn man etwas vergessen hatte einzutragen, kam eine Fehlermeldung“, erklärt sie. Ein weiterer Vorteil sei auch der ersparte Postweg. Die Bestätigung über die Eintragung in die Lehrlingsrolle sei sehr schnell da gewesen, so die Niederlassungs- assistentin. Und sie verrät: „Wir machen das nächstes Jahr wieder so.“

    Melanie Wimber, Kaufmännische Angestellte bei Tecklenborg Bau- & Industriemaschinen in Werne, ist zunächst skeptisch gewesen. „Wir haben nur zwei Auszubildende, es gehört eigentlich nicht zu meinem Tagesgeschäft, die Ausbildungsverträge zu bearbeiten, aber es ging wirklich schnell“, sagt sie.

    Für das Online-Formular ist keine gesonderte Software notwendig, es kann ganz unkompliziert über die Internetseite der Handwerkskammer Dortmund bearbeitet werden. Wurde der Antrag geprüft und ist die Eintragung erfolgt, wird der Bescheid erstellt und verschickt. Der Online- Ausbildungsvertrag wird inzwischen von knapp 70 Prozent der Ausbildungsbetriebe genutzt.

    Mehr Informationen: https://www.hwk-do.de/artikel/ausbildungsvertrag-online-37,0,66.html

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