Bunte Tüte: One-Night-Festival mit Ska, Britpop, Psychobilly und Punk am 30. Mai 2026 im FZW

Pedro Nogueira setzt sich für Konzertvielfalt in Dortmund ein

The DiggerZ stehen für Psychobilly aus dem Ruhrgebiet. Sie sind eine von vier Bands, die beim Festival die „Eine Tüte Buntes“ für die richtige Mischung sorgen. Presse / Pedro Nogueira

Im FZW gibt es am Samstag, den 30. Mai 2026, in der Dortmunder Ritterstraße die zweite Ausgabe des One-Night-Festivals „Eine Tüte Buntes“. Das Lineup ist gemíscht: „Dutch Ska Express feat. Docta Rude“, „atomic“, „The DiggerZ” und „Dirtshore”. Tickets sind im Vorverkauf bereits erhältlich; für spontan Entschlossene gibt es die Abendkasse.

Bunte Tüte, die Zweite: gemischte Gitarren

Wer sich schon einmal eine gemischte Tüte am Kiosk geholt hat, ohne genau zu spezifizieren, was denn reinkommen soll, weiß, dass mit Überraschungen zu rechnen ist. Vom klassischen Weingummi über Pfefferminzpastillen und in Scheiben geschnittene Schokoriegel bis hin zu – Schauder – Lakritze kann sich so gut wie alles darin verstecken.

Ganz so dramatisch sieht das Lineup des kommenden Micro-Festivals „Eine Tüte Buntes“ nicht aus – alle Acts bewegen sich deutlich Richtung gitarrengetriebenen Alternative- und Subkultur-Rock. Bunt wird es aber auf jeden Fall, denn angekündigt haben sich Ska, Britpop, Psychobilly und Punkrock.

Vier Stilrichtungen, vier Acts: das Lineup im Detail

The DiggerZ stehen für Psychobilly aus dem Ruhrgebiet; laut, schnell und mit einer ordentlichen Portion Rock’n’Roll. Treibender Slap-Bass, grelle Gitarren und ein Hang zum Sound in düsterer B-Movie-Ästhetik prägen ihre Musik. Die Band ist fest in der Szene verwurzelt und liefert auf der Bühne genau das, was Psychobilly verspricht: rohe Vibes und Tempo.

Eine Tüte Buntes Flyer 2026 Pedro Nogueira

Dirtshore kommen aus Oberhausen und liefern klassischen Punkrock mit klaren Melodien gepaart mit jeder Menge Live-Energie. Ihr Sound bewegt sich zwischen 90er-Punk und modernerem Alternative-Rock, immer direkt und publikumsnah. Als Band ohne affektierte Attitüde bringen sie einen ehrlichen, unkomplizierten Punkrock-Block ins Festivalprogramm.

Als Co-Headliner und nur für den Festivalabend aus dem fernen Bayern angereist sind Atomic. Die Band aus Furth im Wald bezeichnet sich nicht ohne Grund selbst als „die deutsche Antwort auf Oasis“. Ihr Sound orientiert sich klar am Britpop der 90er, bleibt dabei aber eigenständig und songorientiert, mit eingängigen Gitarren, starken Melodien und jeder Menge Retro-Charme.

Headliner des Abends ist der Dutch Ska Express, eine Allstar-Formation der niederländischen Ska-Szene, in der Musiker aus verschiedenen prägenden Bands zusammenkommen. Das Projekt verbindet klassischen jamaikanischen Ska, Rocksteady und treibenden Reggae mit der Energie europäischer Offbeat-Tradition.

Gleichzeitig steht Docta Rude im Zentrum des Geschehens. Als frühere Stimme von Mr. Review gehört er zu den wichtigsten Figuren des europäischen Ska. Mit seiner markanten Stimme, der großen Bühnenerfahrung und tiefen Szeneverwurzelung prägt er den Sound entscheidend und verleiht dem Auftritt seine charakteristische Handschrift.

Mit Herzblut dabei: Der Mann hinter den Kulissen

Beinahe so wichtig wie die Acts selbst ist der Veranstalter. Denn organisiert wird „Eine Tüte Buntes“ zum zweiten Mal von Pedro Nogueira – ein Name, der Fans außergewöhnlicher Konzerte in und um Dortmund aufhorchen lassen sollte.

Veranstalter Pedro Nogueira Pedro Nogueira

Ältere Semester erinnern sich vielleicht noch an die ersten von Nogueira organisierten Events; „Ich hatte keine Lust mehr, für Musik ständig in andere Städte fahren zu müssen. Also habe ich mir gedacht: Warum nicht einfach selbst was organisieren und die Bands nach Dortmund holen?“

Und so kam es zu Nogueiras erstem Konzert in der Szenekneipe „Hirschkuh“: Zwei Bands, drei Euro Eintritt, 60 Gäste – für den kleinen Laden war das schon ziemlich eng. „Mein zweites Konzert war dann mit mehr als 100 Leuten ausverkauft“, erinnert sich Nogueira.

„Die Hirschkuh ist aus allen Nähten geplatzt und es war mitten im Hochsommer. Klar, dass die Punks nach den Auftritten dann lieber vor der Kneipe weitergefeiert haben. Dabei wurde es leider ein wenig laut und ruppig. Mit Veranstaltungen in der „Hirschkuh“ war danach erstmal Schluss.“

Legendär: Punk trifft Gunter Gabriel in der „Kaktus Farm“

Aber davon ließ Nogueira sich nicht abschrecken: „Ein Kumpel hatte mir von einem Laden in der westlichen Innenstadt erzählt, in dem es eine größere Bühne geben soll. Blöd nur, dass er sich weder an den Namen, noch an die Adresse erinnern konnte. Eventuell hatte er ein Bier zu viel. Also bin ich durch sämtliche Kneipen im Dortmunder Westend getingelt und habe gefragt, ob es dort eine Bühne gibt.“

Anfang des Jahrtausends fand das Leben tatsächlich noch auf der Straße und nicht im Internet statt. Fündig wurde Nogueira schließlich in der legendären „Kaktus Farm“, die für die nächsten Jahre Heimat für seine Konzerte werden sollte. Nogueira erzählt: „Ein Abend ist mir besonders in Erinnerung geblieben: „Schlager meets Punk“. Gespielt haben die Eumels, Emscherkurve 77 – und als Headliner kam Gunter Gabriel. Ich glaube, niemand hatte erwartet, dass er sich darauf einlässt. Hat er aber – und es wurde ein ziemlich genialer Abend. Wer sich selbst davon überzeugen möchte: Auf YouTube schwirren immer noch Mitschnitte rum.“

Für eine Wiederauflage des Events lud Nogueira dann Hannes Wader ein, der ebenfalls zusagte. Ein zweites „Schlager meets Punk“ gab es aber nicht; die Punks zogen den Schwanz ein. Als Warmup-Act für einen Liedermacher aufzutreten, war ihnen dann doch zu nonkonformistisch.

Die „Kaktus Farm“ gibt es inzwischen nicht mehr. Aber aktiv in der Musikszene ist Nogueira immer noch – zum Beispiel als Mitorganisator von „Ska im Westend“ im Rahmen des Westparkfestes und eben mit „Eine Tüte Buntes“ im FZW. Nogueira dazu: „Das Event wird vom Jugendamt Dortmund finanziell unterstützt. Deshalb kosten die Karten im Vorverkauf auch nur 13 Euro. So viel Musik für so wenig Geld gibt es sonst fast gar nicht mehr.“

Das Wichtigste im Überblick

  • Was: One-Night-Festival „Eine Tüte Buntes”
  • Wer: The DiggerZ (Psychobilly), „Dirtshore“ (Punkrock), „Atomic” (Britpop), Dutch Ska Express feat. Docta Rude (Ska)
  • Wo: FZW, Ritterstraße 20, 44137 Dortmund
  • Wann: 30.05.2026, Einlass 18:00 Uhr, erster Act 19:00 Uhr
  • Wieviel: 13 € im Vorverkauf, voraussichtlich 15 €  an der Abendkasse

Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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