Starker Rückgang von Notfallbehandlungen in der Pandemie

Bei Verdacht auf Schlaganfall und Herzinfarkt ist schnelles Handeln überlebenswichtig

In Westfalen-Lippe wurde in den beiden Corona-Jahren ein deutlicher Rückgang bei Notfallbehandlungen aufgrund von Schlaganfall und Herzinfarkt festgestellt. Foto: AOK/hfr.

Plötzlich auftretende Schmerzen in der Brust, Schwindelgefühle oder Lähmungserscheinungen – da gilt es schnell zu handeln, auch in Corona-Zeiten. „Bei Notfall-Symptomen sollte auch unter den Bedingungen der Pandemie nicht gezögert und der Notruf 112 gewählt werden.“ Diesen dringenden Appell richtet AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock an die Menschen in Dortmund anlässlich des Tags des Notrufs am kommenden Freitag, 11. Februar. Die Dortmunder Feuerwehr nimmt den Tag zum Anlass, sich am bundesweiten Twittergewitter zu beteiligen, um über ihre Arbeit und Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten zu informieren.

Viele Menschen meiden die Kliniken aus Angst vor einer Corona-Infektion

Viele Menschen befürchten, sich im Krankenhaus mit COVID-19 zu infizieren. Foto: depositphotos.com

Hintergrund ist, dass in den beiden Corona-Jahren ein deutlicher Rückgang bei Notfallbehandlungen in ganz Westfalen-Lippe festgestellt wurde. Bei stationären Schlaganfall-Eingriffen war ein Rückgang der Behandlungsfälle in der zweiten Pandemiewelle (Oktober 2020 bis Januar 2021) um neun Prozent zu verzeichnen. Beim Herzinfarkt betrug der Rückgang acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Die Corona-Pandemie hat zu großen Einbrüchen bei Notfallbehandlungen geführt. Das gibt Anlass zur Sorge. Aus Angst, sich im Krankenhaus mit Covid-19 zu infizieren, meiden die Menschen trotz typischer Symptome den Weg in die Klinik. Dabei spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. Da bei einem Notfall jede Minute zählt, ist schnelles und konsequentes Handeln wichtig“, so Kock.

Daher sollten die Warnsignale ernst genommen werden. Mögliche Symptome für einen Notruf können plötzlich auftretendes Schwäche- oder Taubheitsgefühl bis hin zu Lähmungserscheinungen einer Körperseite sein.

Im Ernstfall zählt jede Sekunde – 112 kostenlos europaweit erreichbar

Dringender Appell an die Menschen in Dortmund: Auch in Corona-Zeiten bei Notfall-Symptomen nicht zögern und den Notruf 112 wählen. Foto: AOK/hfr.

Warnzeichen sind außerdem eine unverständliche, gestörte Sprache, plötzliche Sehstörungen, Schwindelgefühle oder Gleichgewichtsstörungen mit Übelkeit und Erbrechen sowie in Kombination plötzlich auftretende, bisher so nicht gekannte Kopfschmerzen.

Für den Laien ist aber oft schwer zu beurteilen, wann ein Menschenleben akut bedroht ist. „Unwissenheit führt häufig dazu, dass gefährdete Patient:innen möglicherweise zu lange warten, ehe sie den Rettungsdienst kontaktieren. Das ist kritisch, im Notfall zählt jede Minute“, so Kock.

Im Ernstfall sollte daher sofort der Notruf unter 112 getätigt werden. Dabei sind Name und Adresse sowie ergänzende Hinweise zum möglichst schnellen Auffinden der Patient:innen anzugeben. Die Symptome sollten möglichst genau geschildert werden. Die Notruf-Nummer 112 funktioniert nicht nur in Deutschland, sondern europaweit und ist kostenfrei über Festnetz oder Smartphone zu wählen.

Die Feuerwehr Dortmund beteiligt sich an der bundesweiten Aktion „Twittergewitter“

Zum europäischen Tag des Notrufs zieht wieder ein Twittergewitter über Deutschland. Auch in diesem Jahr werden viele Berufsfeuerwehren deutschlandweit am 11. Februar über Einsätze, Ausbildungsmöglichkeiten, Fahrzeuge und vieles mehr live auf ihren Twitterkanälen berichten sowie spannende Einblicke in die Arbeit der Feuerwehren geben.

Foto: Feuerwehr Dortmund

Die Aktion findet bereits zum vierten Mal statt. Wieder nehmen mehr als 50 Berufsfeuerwehren daran teil und berichten viele Stunden am Stück über ihren Alltag. Zu den Themen gehören zum einen aktuelle Einsatzlagen, aber auch nützliches Wissen rund um Ausbildung, den Alltag bei der Feuerwehr und deren Spezialeinheiten oder auch Präventionstipps und Hinweise.

Die Feuerwehr Dortmund legt bei der Social-Media-Aktion in diesem Jahr ihren Fokus auf das aktuelle Einsatzgeschehen und wird zwölf Stunden lang einen Einblick in das Notrufaufkommen der Stadt gewähren.

Unter dem Hashtag #Dortmund112 können von 8 Uhr bis 20 Uhr die Tweets der Dortmunder Feuerwehr online auf Twitter verfolgt werden (@FW_Dortmund oder https://twitter.com/FW_Dortmund ). Unter dem Hashtag #112live sind alle Tweets der teilnehmenden Berufsfeuerwehren, verstreut über das ganze Bundesgebiet, sichtbar.

Die Dortmunder Feuerwehr ist seit 2012 auf Twitter aktiv und erreicht dort mit ihrer Einsatzberichterstattung rund 27.000 Menschen.

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Reaktionen

  1. Manfred

    Die schnelle Hilfe ist wichtig. Problematisch ist es allerdings, wenn selbst in der Notaufnahme des Krankenhauses der Arzt den Hinweis auf einen Herzinfarkt (Schmerzen in der Brust) nicht erkennt und es nur der Hartnäckigkeit des Kranken zu verdanken ist, dass er von einem Herzspezialisten untersucht wurde.

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