Bei der Veranstaltung stellt Barbara Yelin die Geschichte von Emmie Arbel vor

„Aber ich lebe“: Graphic Novel-Lesung und Gespräch zum Holocaust-Gedenktag im MKK

„Aber ich lebe“ – unter dieser Überschrift steht am Sonntag, 29. Januar, 17 Uhr die Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Zu Gast ist Comiczeichnerin Barbara Yelin, die ihre Graphic Novel zur Schoa vorstellt. Das Grußwort spricht Bürgermeister Norbert Schilff. Der Eintritt ist frei.

Graphic Novel entstand in enger Zusammenarbeit mit vier Zeitzeug:innen

Bislang haben Zeitzeug:innen eine wichtige Rolle gespielt, wenn in Schulen, Gedenkstätten und Bildungseinrichtung an den Holocaust erinnert wurde. Heute, knapp 80 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus, leben nur noch wenige von ihnen.

Wie können ihre Erlebnisse vor dem Vergessen bewahrt werden? Und kann man die Schoa auch mit den Mitteln des Comics erzählen? Die Comiczeichnerin Barbara Yelin und zwei Kolleg:innen sind diesen Fragen nachgegangen. In enger Zusammenarbeit mit vier Zeitzeug:innen entstand die Graphic Novel „Aber ich lebe – Vier Kinder überleben den Holocaust“ (Verlag C.H. Beck, 2022). Enthalten sind drei Geschichten, die die Erinnerung an den Holocaust auf ungewöhnliche Weise bewahren und dabei mit Sehgewohnheiten brechen.

Bei der Veranstaltung im MKK stellt Barbara Yelin die Geschichte von Emmie Arbel vor, die als Mädchen die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-Belsen überlebte. Anschließend spricht sie mit Professor Sascha Feuchert von der Arbeitsstelle Holocaustliteratur über die Möglichkeiten und Grenzen der Darstellungsform.

Der Holocaust-Gedenktag, offiziell „Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“, erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945. Für die Veranstaltung kooperieren Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e.V., Auslandsgesellschaft.de e.V. und Volkshochschule Dortmund.

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Reaktionen

  1. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz: „Die Spur der Schuhe“ – Politische Kunstaktion des Bündnisses Dortmund gegen Rechts (PM)

    43 526 Paar Schuhe, 514 843 Kinder-, Frauen- und Männerkleider fanden die Soldaten der Roten Armee vor, als sie am 27. Januar 1945 die letzten 2819 überlebenden Gefangen in Auschwitz befreit haben: dem Tode geweihte Menschen, die sich kaum selbst fortbewegen konnten und nur zum Teil mit Hilfe der sowjetischen Lazarette dem Leben wiedergegeben werden konnten. „Das Schrecklichste (Lager) von allen war Auschwitz“, erinnerte sich der begleitende Kameraoffizier Alexander Woronzow in seinem Film „OSWIECIM“ von 1945.

    43 526 Paar Schuhe gehörten zu den wenigen Spuren, die von größtenteils jüdischen Menschen übrig geblieben waren: Männer, Frauen, Kinder. Verschleppt und ermordet aus rassistischem Wahn, blindem Antisemitismus und Herrenmenschentum, das aussortiert, für minderwertig und unwert erklärt, beseitigt.

    Antisemitismus und rassistische Verfolgung bis hin zum Mord sind auch heute nicht aus unserem Land verschwunden, sie nehmen eher zu als ab. Gerade das ist ein wichtiger Grund, die Erinnerung an die Verbrechen von Nazideutschland wach zu halten, zu mahnen und zu fordern, heute wachsam zu sein und Antisemitismus und anderen Formen von Rassismus aktiv entgegenzutreten.

    Aus diesem Grund veranstaltet das Bündnis Dortmund gegen Rechts am 27.01.2023 eine politische Kunstaktion auf dem Vorplatz der Reinoldikirche mit dem Titel: „Die Spur der Schuhe“. Es werden u.a. Texte von Überlebenden, von Augenzeugen und aus Vernehmungen vorgetragen.

    Wir erinnern an:
    • Die Situation von Auschwitz bei der Befreiung am 27.01.1945
    • Die „Arbeit“ der Todesfabrik
    • Die Vernichtung durch Arbeit
    • Die Profiteure der mörderischen Zwangsarbeit

    Daten zur Veranstaltung:
    ➢ Titel der Veranstaltung: Die Spur der Schuhe
    ➢ 27. Januar 2023 – 17.00 – 18.00 Uhr
    ➢ Vorplatz der Reinoldikirche
    ➢ Texte gesprochen von: Tirzah Haase, Andreas Weißert und Mitgliedern vom BDgR
    ➢ begleitende Musik: Peter Sturm
    ➢ optischer Mittelpunkt:
    spannen wir mit den Beiträgen einen Bogen vom 27. Januar 1945 rückblickend zum
    Schwarzes Tuch mit geweißten Schuhen – von Scheinwerfern angestrahlt

  2. #WeRemember – DSW21 beteiligt sich am Holocaust-Gedenktag (PM)

    Am 27. Januar 1945, wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, befreiten russische Soldaten die Häftlinge im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Anlässlich des 78. Jahrestages gedenken Menschen auf der ganzen Welt heute wieder der über sechs Millionen Jüdinnen und Juden, die im Holocaust von den Nazis ermordet wurden. Unter ihnen waren auch 2072 namentlich bekannte Dortmunder*innen. Auch die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) weisen am Holocaust-Gedenktag darauf hin, wie wichtig es ist, die Erinnerung aufrecht zu erhalten.

    #WeRemember und #NiemalsVergessen sind Hashtags, unter denen viele Institutionen und Organisationen – unter ihnen der World Jewish Congress und die UNESCO – der Opfer der Nationalsozialismus gedenken. Die meisten von ihnen waren Jüdinnen und Juden, aber auch Sinti und Roma, politisch Unbequeme, Homosexuelle und Künstler*innen waren unter ihnen.

    „Die Erinnerung an diese Menschen aufrecht zu erhalten, ist nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch ein Schutzmechanismus für unsere Demokratie“, sagt Harald Kraus, Arbeitsdirektor von DSW21. „Es ist ein Erinnern für die Zukunft. Antisemitismus war nie weg und nimmt seit einigen Jahren wieder zu. Dem müssen wir als freiheitsliebende Gesellschaft entschieden entgegentreten – ebenso wie Rassismus und jeder anderen Form von Stigmatisierung und Ausgrenzung.“

    Für Harald Kraus ist das auch ein zentrales Thema der Unternehmenskultur. DSW21, DEW21/DONETZ und die Entsorgung Dortmund GmbH haben daher 2021 in enger Zusammenarbeit mit Borussia Dortmund und dem Deutschen Fußballmuseum erstmals ein Bildungsprogramm für Auszubildende durchgeführt. »Von Dortmund nach Auschwitz« ist der Titel des Angebotes, das sich in mehreren Modulen mit Antisemitismus beschäftigt und eine einwöchige Bildungsreise nach Auschwitz beinhaltet. „Die Erfahrungen waren so intensiv, so bewegend und so gut, dass wir uns entschieden haben, das Programm als festen Bestandteil der Ausbildung zu etablieren“, sagt Karin Fließbach, Leiterin Personalentwicklung bei DSW21. Mehr noch: Aktuell denkt das Unternehmen darüber nach, das Angebot auf alle Mitarbeitenden auszuweiten.

    Anlässlich des Gedenktages weist DSW21 auf zwei Veranstaltungen besonders hin:
    Borussia Dortmund lädt für Donnerstag, 26. Januar, zum »Tag gegen das Vergessen« ins BORUSSEM ein. Um 19.09 Uhr beginnt dort die Veranstaltung »Dortmunder Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus«. BVB beteiligt sich an Holocaustgedenktag im deutschen Fußball | bvb.de

    Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) liest die Comiczeichnerin Barbara Yelin am 29. Januar um 17 Uhr aus ihrer Graphic Novel »Aber ich lebe – Vier Kinder überleben den Holocaust« und diskutiert anschließend mit Prof. Sascha Feuchert von der Arbeitsstelle Holocaustliteratur über die Möglichkeiten und Grenzen eines Comics bei der Darstellung eines solchen Themas. 1234 (digistadtdo.de)

  3. Online-Ausstellung zu Biografien jüdischer Fußballer (PM Deutsches Fußball-Museum)

    Das Deutsche Fußballmuseum veröffentlicht anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar eine aktualisierte Online-Ausstellung über das Schicksal heute zumeist vergessener jüdischer Fußballer und Funktionäre. Ihre Lebensgeschichten zeigen, dass in vielen Regionen Deutschlands oftmals Juden zu den ersten Fußballpionieren gehörten und zu Beginn des vorherigen Jahrhunderts die Entwicklung des Sports in den Vereinen maßgeblich vorantrieben.

    Die Recherchen zu den einzelnen Portraits basieren auf neuen Einträgen im Online-Lexikon „Niemals vergessen“, das vor einem Jahr vom Deutschen Fußballmuseum ins Leben gerufen wurde und inzwischen rund 300 Biografien umfasst.

    Museumsdirektor Manuel Neukirchner: „Die Geschichten verfolgter und ermordeter jüdischer Fußballer sind meist noch völlig unbekannt. Viele werden nun sukzessive aufgearbeitet und über unsere Online-Projekte sichtbar. Dabei kooperieren wir mit Vereinen und Archivaren aus ganz Deutschland. In den vergangenen Monaten haben wir neue Texte unter anderem aus Münster, Rostock, Bielefeld und Leipzig erhalten. Gerade konkretisiert sich die Zusammenarbeit mit dem 1. FC Nürnberg. Dort wurde erst kürzlich eine größere Mitgliederkartei gefunden und nach jüdischen Mitgliedern ausgewertet.“

    Zum Thema „Jüdischer Fußball in Deutschland“ steht das Deutsche Fußballmuseum auch mit Makkabi Deutschland in einem intensiven Austausch, der sich unter anderem in gemeinsamer Bildungsarbeit niederschlägt. So wurden im vergangenen Jahr in Dortmund mit Schülerinnen und Schülern Workshops durchgeführt, die Makkabi Deutschland im Rahmen seines Projektes „Zusammen1 gegen Antisemitismus“ entwickelt hat.

    Alon Meyer, Präsident Makkabi Deutschland: „Die enge Partnerschaft mit dem Deutschen Fußballmuseum ist für uns von großem Wert. Sie ermöglicht uns, über den Fußball eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft zu schlagen. Über die Begleitung des Kultur- und Veranstaltungsprogramms ANSTOSS können wir einerseits Themen wie Rassismus und Antisemitismus im aktuellen Sport offen ansprechen, aber auch die Vielfältigkeit und Buntheit unseres Sportverbandes demonstrieren. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

    Die digitalen Formate des Deutschen Fußballmuseums sind auf fussballmuseum.de zu sehen.

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