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Fehlende Grundversorgung: Unternehmen aus Mengede ist seit Monaten ohne stabiles Internet und Telefon

Ratsmitglied Torsten Heymann (li.) und Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann besuchten das Unternehmen GHT und sagten Geschäftsführer Jörg-Uwe Wille ihre Unterstützung zu. Foto: Oliver Schaper

Ratsmitglied Torsten Heymann (li.) und Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann besuchten das Unternehmen GHT und sagten Geschäftsführer Jörg-Uwe Wille ihre Unterstützung zu. Foto: Oliver Schaper

Die GHT GmbH & Co. KG in Dortmund-Mengede benötigt dringend eine stabile, leistungsstarke Internetverbindung. Seit der Hersteller von Baustoffen für geotechnische Anwendungen im Juli 2018 die Telefonie von ISDN auf VoiceOver IP umstellen musste, hat sich für den Betrieb und seine 70 Mitarbeiter*innen eine prekäre Situation entwickelt. Die veralteten Kupferkabel können die erforderlichen Datenmengen nicht mehr übertragen.

„Wenn wir unsere logistischen Dienste nicht ausführen, können ganze Lieferketten zusammenbrechen“

„Seit Monaten sind wir stunden- bis tageweise komplett von der Telefonie und vom Internet abgeschnitten“, erklärt Geschäftsführer Jörg-Uwe Wille, der das mittelständische Familienunternehmen heute in zweiter Generation führt. „Unsere Kunden beschweren sich, dass wir nicht erreichbar sind.“

Wenn Telefonie und Internet nicht funktionieren, ist auch die interne Kommunikation zwischen der Verwaltung und den angeschlossenen Werken stillgelegt. „Viele unserer Mitarbeiter arbeiten zudem im Homeoffice. Wenn sie keinen Zugriff auf unsere Server mehr haben, bricht unsere gesamte Peripherie zusammen“, so Jörg-Uwe Wille.

Für den Dortmunder Unternehmer ist dieser Zustand nicht nur unerträglich, sondern auch komplett nicht nachvollziehbar: Die GHT ist als Logistikdienstleister ein systemrelevantes Unternehmen, das die Versorgung von Kraftwerken, Kläranlagen, Großbaustellen und kommunalen Betrieben per Schiff und eigenen LKWs gewährleistet. „Wenn wir unsere logistischen Dienste nicht ausführen, können ganze Lieferketten zusammenbrechen“, betont der GHT-Geschäftsführer.

Baldige Anbindung des Unternehmens an das Glasfasernetz aus einzige Chance

Der Glasfaserausbau liegt in weiter Ferne – und die Sanierung der Kupferkabel auch. Archivbild: Roland Klecker

Die einzige Chance, mittel- bis langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sieht Jörg-Uwe Wille in einer baldigen Anbindung seines Unternehmens an das Glasfasernetz. Erste Unterstützung fand er mit seinem Anliegen bei der IHK zu Dortmund und der SPD-Bundestagsabgeordneten Sabine Poschmann.

Gemeinsam mit Torsten Heymann, dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Mengede und Mitglied im Rat der Stadt Dortmund, besuchte sie das Unternehmen mit seinem überdurchschnittlich hohen Anteil an gewerblichen Arbeitnehmer*innen.

Die beiden SPD-Politiker versprachen Jörg-Uwe Wille, sich für die Interessen des Familienunternehmens einzusetzen. Torsten Heymann will im Dortmunder Stadtrat erwirken, dass GHT von der Politik als „weißer Fleck“ auf dem Stadtgebiet erkannt wird und im Zuge des geplanten, umfangreichen Breitbandausbaus einen Glasfaseranschluss erhält.

Vom Netzbetreiber fühlt sich der Unternehmer  komplett „im Stich“ gelassen

Sabine Poschmann,  Mittelstandsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und zudem Mitglied im Mittelstandsbeirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), will sich in Berlin für eine Instandsetzung der Kupferleitungen stark machen.

„Es freut mich sehr, dass unserem Unternehmen eine derart starke Unterstützung zugesagt wurde. In diesem Randbezirk fühlen wir uns wie viele andere ansässige Gewerbetreibende und Industriebetriebe zeitweise von der Politik vernachlässigt“, sagt Jörg-Uwe Wille. Vom zuständigen Netzbetreiber fühlt sich der Dortmunder Unternehmer in dieser Angelegenheit allerdings komplett „im Stich“ gelassen.

Jörg-Uwe Wille kritisiert scharf, dass ein Unternehmen von seiner Größe und Bedeutung im Bereich Telekommunikation nicht grundversorgt ist. Die längst veralteten Kupferkabel, die den Firmensitz versorgen, wurden bis heute nicht modernisiert. „Der Netzbetreiber erfüllt aus meiner Sicht seine Aufgaben nicht“, so der GHT-Geschäftsführer. Doch den Namen des Netzbetreibers, um diesen mit den Vorwürfen zu konfrontieren, wollte das Unternehmen nicht nennen.

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