Kampstraße wird umgestaltet: Grünes Band, getrennte Wege und Platz für Veranstaltungen

Weihnachtsmarkt und Rettungswege bleiben in der Planung berücksichtigt

So soll die Kampstraße in Zukunft mal aussehen
Ein zweispuriger Radweg soll sich durch den städtischen Raum schlängeln und eine effizi­ente, schöne und sichere Verbindung durch die Innenstadt schaffen. Visualisierung: Büro GOGL ApS

Die Kampstraße soll neu gestaltet werden. Ein Entwurf des Kopenhagener Stadtplanungsbüros BOGL ApS sieht eine rund 700 Meter lange Parkpromenade mit Grüninseln zwischen dem ehemaligen C&A und der Katharinenstraße vor. Fußgänger:innen und Radfahrende sollen dabei getrennte Wege erhalten.

Grünes Band, Radweg und E-Scooter-Flächen

Das Büro BOGL ApS hatte sich in einem mehrstufigen europaweiten Qualifizierungsverfahren durchgesetzt. Durch den Straßenraum soll sich ein „Grünes Band“ mit unterschiedlich bepflanzten Grüninseln ziehen, die mehr Schatten und Aufenthaltsmöglichkeiten schaffen. Rund um die Reinoldikirche soll der Platz aufgewertet und als Veranstaltungsort attraktiver werden.

Vom Pylon bis zur Petri-Kirche soll umgestaltet werden.
Kampstraße – Von asphaltierten Straßen zu Grüninseln. Foto: Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de

Der aktuell gemeinsam genutzte Weg von Fuß- und Radverkehr soll im neuen Entwurf getrennt werden. In Beteiligungsgesprächen mit Verbänden im Jahr 2025 befürwortete die Stadt eine solche Trennung grundsätzlich. „Wir wollen verhindern, dass der Radweg ein Fußweg ist, sondern die Wege sollen nebeneinander bestehen“, erklärte Baudezernent Arnulf Rybicki. Kreuzungen und Querungen sollen das Wechseln zwischen den Wegen ermöglichen.

Auch für E-Scooter hat die Planung Vorkehrungen getroffen. Gefahren werden sie weiterhin auf dem Radweg, für das Abstellen sind eigene Flächen in den Entwurf integriert. Parallel arbeitet die Stadt an einem gesamtstädtischen Abstellkonzept für die Innenstadt. ___STEADY_PAYWALL___

Kosten offen, Veranstaltungen bleiben möglich

Trotz der vielen geplanten Grünflächen soll die Kampstraße weiterhin für Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt nutzbar bleiben. Die entsprechenden Flächen wurden bei der Planung berücksichtigt, Rettungswege bleiben freigehalten. Wie die Veranstaltungen konkret mit den neuen Grünflächen zusammenspielen, wird im weiteren Prozess ausgearbeitet.

Baustellen, Gebäude, Gehwege und Beton.
Weniger Beton, dafür mehr Grün und Aufenthaltsqualität sind das Ziel. Foto: Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de

Die Kosten des Umbaus stehen noch nicht fest. Baudezernent Rybicki erklärte, der Begriff „wirtschaftlichstes Angebot“ beziehe sich bei der Entscheidung für BOGL auf verschiedene Bewertungskriterien, nicht allein auf die reinen Baukosten. Der Entwurf müsse zunächst weiter ausgearbeitet werden, bevor belastbare Zahlen vorliegen.

Zur Finanzierung will die Stadt auch Fördermittel beantragen. 2027 plant sie einen Förderantrag für die Innenstadt, in dem die Kampstraße als eines der Leitprojekte zur Neugestaltung der City benannt werden soll.

So soll die Kampstraße in Zukunft mal aussehen
Die Kampstraße soll zu einer grünen Park­promenade werden – eine schattige Kühl-Oase mit abwechslungsreichen urbanen Räumen, üppiger Bepflanzung, Farbenpracht und deutlichen jahreszeitlichen Veränderungen. Visualisierung: Büro GOGL ApS

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Reaktionen

  1. DEWFan

    Das sieht toll aus, weniger ist mehr, und viel Grün immer eine gute Gestaltung. Ich hoffen nur, dass es auch mit den Bäumen klappt, da gab es doch mal Probleme mit den U-Bahn-Schächten.

  2. Jasmun

    Ja , tolle Sache, aber leider kiesel und kuppelsteine, da werden sich die Gehbehinderte und ROllstuhlfahrer fteuen, af dem Radweg zu stehen und alle abseitws zu beobachten. Aber wenigstens werden die Obdachlosen und Drogensüchtige ins Stadtbild integriert

  3. furchtbar

    Das „#Boulevard #Kampstraße“-Projekt (oft auch als „Vom Boulevard zur Promenade“ geplant) verschlingt seit Jahren Millionen an #Steuergeldern, um die Innenstadt optisch aufzuhübschen, während an den existenziellen Grundlagen für die Bürger – wie #barrierefreien Wegen, funktionierenden Aufzügen und sauberen #Rollstuhl-WCs – gespart wird. #Dortmund hat mit dem Westfalenpark, dem Rombergpark und den umliegenden Grünflächen tatsächlich bereits enorme Naherholungsgebiete.

    Geld in Kieselwege und Design-Pflaster auf einer zentralen Verkehrsachse zu stecken, anstatt die Stadt für alle Menschen nutzbar zu machen, ist eine massive Fehlpriorisierung. Prestigeprojekte statt Grundversorgung:

    #Dortmund verfügt über hervorragende Parks im Stadtgebiet und der Umgebung. Das #millionenschwere #Konzept für die #Kampstraße ist in dieser Form überflüssig. Das Geld sollte dringend in die #barrierefreie Grundinfrastruktur investiert werden.

    Katastrophale WC-Situation: Der eklatante Mangel an sauberen, zugänglichen Rollstuhl-WCs in einer Großstadt wie Dortmund ist ein #Armutszeugnis und schließt Menschen mit #Behinderung aktiv vom gesellschaftlichen Leben aus.Es ist für mich unbegreiflich, mit welcher Geschwindigkeit und Priorität die Stadt Dortmund Konzepte für hochkomplexe soziale #Brennpunkte umsetzt – wie beispielsweise die Einrichtung von Drogen-Cafés und Konsumräumen im direkten Umfeld von Schulen und Kitas –, während die grundlegendste barrierefreie Infrastruktur für Menschen mit Behinderung seit 20 Jahren stagniert.

    Hier wird mit zweierlei Maß gemessen: Für Prestigeprojekte und akute politische Druckpunkte ist Geld und Handlungswille da, für die alltägliche #Würde und #Teilhabe von Rollstuhlfahrern und andere Gehbehinderte nicht.“

    Danke Dortmund, da fühlt man sich #exkludiert.

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