
Im Konzerthaus Dortmund hat die neue Saison begonnen. Die festliche Eröffnung stand ganz im Zeichen des Friedens: Mit dem West-Eastern Divan Orchestra spielte ein Orchester, das wie kaum ein anderes für gegenseitiges Verständnis und Respekt steht und Brücken baut, wo Politik und Gesellschaft scheitern.
Kurzfristiger Dirigentenwechsel nach Schwächeanfall Barenboims

Vor mehr als 25 Jahren riefen Daniel Barenboim und Edward W. Said das Orchester ins Leben, in dem israelische und arabische Musikerinnen und Musiker zusammenspielen. Ihr Ziel: durch das gemeinsame Musizieren den Dialog zwischen den unterschiedlichen Kulturen des Nahen Ostens zu ermöglichen.
In Dortmund präsentierten die Orchestermitglieder unter Karl-Heinz Steffens ein vom Publikum gefeiertes Programm, das mit Schuberts Siebter Sinfonie, Wagners Vorspiel und Liebestod aus „Tristan und Isolde“ sowie Schumanns Dritter Sinfonie Sehnsucht, Aufbruch und Erneuerung widerspiegelte.
Steffens, Chefdirigent des Norrköping Symphony Orchestra und Protegé des Orchester-Gründers Daniel Barenboim, übernahm das Dirigat kurzfristig. Nach einer noch am Morgen in Dortmund stattgefundenen Probe hatte Barenboim am Nachmittag einen postviralen Schwächeanfall erlitten und musste seine Mitwirkung am Konzert absagen.
Grußworte zwischen Musik und politischer Botschaft

Konzerthaus-Intendant Raphael von Hoensbroech richtete vor Konzertbeginn Genesungswünsche an den Dirigenten und hob die besondere Bedeutung des Orchesters hervor, das „wie kein anderes von einer Person geprägt“ worden sei.
Barenboim sei „wie ein Mentor, wie eine Vaterfigur“ für die Musikerinnen und Musiker; man werde nun hören, was er zuvor mit ihnen geprobt habe.
Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti betonte in seinen Grußworten, es gebe „nichts Besseres als die Musik“, um Feindschaft und Grenzen zu überwinden.

Ina Brandes, NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft, sprach von einer Botschaft, die „wahrscheinlich nie so dringend zu hören war wie heute, wie dieser Tage“, bevor sie dem Konzerthaus-Publikum eine „herrliche Saison“ wünschte.
„Vor uns liegt eine erneut wunderbar programmierte Spielzeit des Konzerthauses. Das ist keine Selbstverständlichkeit, was wir hier jedes Jahr erleben dürfen“, so die Kulturministerin des Landes NRW.

Neuer Ticket-Verkaufsraum in der Brückstraße empfängt das Publikum

Das Konzerthaus Dortmund hat pünktlich vor dem Start der Spielzeit 2026/27 einen neuen Ticket-Verkaufsraum eröffnet. Der Servicebereich sowie die Abendkasse befinden sich ab sofort in neu gestalteten Räumen direkt neben dem Haupteingang in der Brückstraße 21. Vor Ort berät ein elfköpfiges Team das Publikum persönlich beim Kartenkauf und der Programmwahl.
Helle Räume und moderne Glasfassade prägen den neuen Standort
Der neue Standort liegt unmittelbar neben dem Eingang und ist damit auch für Neukund:innen leicht zu finden. Eine Glasfassade mit Drehtür sowie digitale Displays für das aktuelle Veranstaltungsprogramm prägen die Außenansicht. Gestaltet wurde der Komplex von Konzerthaus-Architekt Ralf Schulte-Ladbeck.

Im Inneren dominieren helle Farben und eine offene Architektur, die gestalterisch an den großen Konzertsaal angelehnt ist. Zahlreiche Stammgäste nutzten die Eröffnung bereits für einen ersten Rundgang. Die Abonnent:innen Eva-Maria und Wilfried Hanke aus Waltrop lobten vor Ort: „Da hat man wirklich etwas Tolles draus gemacht.“
Gemeinsam mit Ines Jarzombek und Dagmar Schifke-Ott aus dem Ticketing sowie dem Architekten durchschnitt Anne-Katrin Röhm das Eröffnungsband. Die Leiterin für Marketing und Vertrieb begleitete den Schritt mit den anwesenden Gästen. Der Raum ist ab sofort zu den regulären Zeiten für den Publikumsverkehr geöffnet.
Die Hausleitung setzt bewusst auf den direkten Dialog vor Ort
Das Konzerthaus verbindet mit dem Umzug ein klares Bekenntnis zur persönlichen Beratung an der Kasse. „Mit dem neuen Ticketing möchten wir deutlich machen, wie wichtig uns der direkte Kontakt mit den Menschen ist, die Musik genauso lieben wie wir“, erklärte Anne-Katrin Röhm.
Zwar sei das Konzerthaus mit dem Online-Kartenverkauf auch im Internet digital gut aufgestellt, betonte Röhm weiter. Dennoch bleibe das Gespräch von Mensch zu Mensch unverzichtbar: „Der persönliche Kundenkontakt bleibt für uns in Zeiten zunehmender, vor allem digitaler Anonymität aber weiterhin sehr wichtig.“
Pünktlich zur Saisoneröffnung nahm am Standort Brückstraße 21 auch die offizielle Abendkasse ihren Dienst an. Konzertgänger:innen können an den Schaltern reservierte Tickets abholen oder sich spontan für Vorstellungen entscheiden. Der neue Vorverkaufsraum bündelt damit alle Kassenfunktionen zentral an einer Adresse.
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