Von der Möbelbörse bis zum Pop-Up-Teehaus: 200 neue Termine für ein nachhaltiges Dortmund

Das „Netzwerk Nachhaltigkeit“ präsentiert das Programm bis Ende 2026

Gruppenbild mit Menschen. Sie präsentieren die Nachhaltigkeitsziele.
Stellten das Programm vor (v.l.): Ronja Manthey (Welthaus), Sebastian Kreimer (FH Dortmund), Katharina Wulhorst (EDG), Christoph Struß (Stadt Dortmund), Kerstin Ramsauer (Verbraucherzentrale), Sandra Dreger (EDG), Lena Rutter (Lernbauernhof Schulte-Tigges), Nina Schulze (Mondo Mio), Dr. Andreas Bach (ADFC), Carolin Belgardt (AWO), Martin van der Pütten (Stadt Dortmund) und Julia Mohr (Welthaus) Foto: Jannis Iffland für Nordstadtblogger.de

Egal ob Armut, Artensterben, Geschlechter-Ungleichheit oder Klimawandel: Die Herausforderungen unserer Zeit sind vielfältig und allgegenwärtig. Wer sich dem entgegenstellen will, kann selbst aktiv werden. Das „Netzwerk Nachhaltigkeit“ bietet dafür viele Mitmachangebote. Im Welthaus Dortmund stellten Netzwerk-Partner:innen das Programm für das zweite Halbjahr 2026 vor.

Kooperationen zwischen den Netzwerk-Partnern schaffen Mehrwert

Das umfangreiche Halbjahresprogramm umfasst gut 200 Termine sowie ganzjährige Angebote rund um die 17 Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die sogenannten SDGs. Die Abkürzung steht für „Sustainable Development Goals“.

Auch in der EDG-Möbelbörse werden gut erhaltene Alttextilien angenommen. Foto: Andreas Schneider / EDG Entsorgung Dortmund GmbH

Die vorgestellten Projekte sind vielfältig, das Gesamtangebot ist sogar noch größer: Sandra Dreger und Katharina Wulhorst von der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) informierten über die Möbelbörse in Hacheney sowie über diverse Workshops, unter anderem zu den Themen Abfalltrennung und -vermeidung. Die Angebote richteten sich an Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Altenheime, aber auch an Einzelpersonen, so die EDG-Vertreter:innen.

Kerstin Ramsauer, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale, verwies auf verschiedene Umweltmodule und eine interaktive Info-Ausstellung zur Nachhaltigkeit von Elektrogeräten, ebenfalls in der Möbelbörse.

Nina Schulze, Geschäftsführerin des Kindermitmach-Museums Mondo Mio, berichtete von den ersten Schritten beim Neubau des Hauses im Westfalenpark. Die alte Ausstellung bleibe aber bis zur geplanten Neueröffnung 2029 erhalten, sagte Schulze.

Daten gemeinwohlorientiert nutzen und „Wasser entdecken!“

Lena Rutter vom Lernbauernhof Schulte-Tigges bietet in Zusammenarbeit mit Mondo Mio Workshops für Schulklassen an. Dabei führt sie Kinder spielerisch an die Themen Landwirtschaft und Ernährung heran.

Das Angebot der ADFC-Selbsthilfewerkstatt richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche – aber eben nicht nur. Foto: Sigrid Kreische für NordstadtBlogger.de

Sebastian Kreimer war für die Fachhochschule Dortmund (FH Dortmund) dabei. Er fungiert als Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Allen Interessierten empfahl er das „Civic Data Lab“, das es ermögliche, Daten gemeinwohlorientiert zu nutzen.

Dr. Andreas Bach vertrat den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Dortmund. Mittlerweile betreibe man vier Selbsthilfewerkstätten im gesamten Stadtgebiet und organisiere verschiedene Radtouren und -demos, um den Ausbau der Fahrradinfrastruktur in Dortmund voranzutreiben, so Bach.

Carolin Belgardt vom Lerngarten BunkerPlus der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hob besonders den Programmpunkt „Wasser entdecken!“ hervor. Hier können Vorschulkinder spielerisch vieles rund um die Ressource Wasser erfahren, so Belgardt.

Solidarität und soziales Engagement haben lange Tradition in der Region

Christoph Struß, Nachhaltigkeits-Koordinator der Stadt Dortmund, bildete den Abschluss. Das „Netzwerk Nachhaltigkeit“ sei gut aufgestellt. Mittlerweile habe man über 200 Interessierte im Mail-Verteiler und über 60 verschiedene Organisationen, die sich beteiligten. Das habe auch historische Gründe, so Struß.

Dies sind die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung. Quelle: Stadt Dortmund

Kirchen, Vereine und Parteien hätten in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass sich viele Menschen im Ruhrgebiet engagierten. Von diesen über die Jahrzehnte gewachsenen Strukturen profitiere man nach wie vor.

Das Ehrenamt trage das Engagement in erster Linie, so Struß. Er wisse persönlich aber auch von vielen Fällen, in denen sich Ehrenamtler:innen bis zur totalen Erschöpfung verausgabt hätten. Alle müssten daher auch immer auf die eigenen Kräfte und Ressourcen achten, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, so Struß.

Das Welthaus ist Anlaufstelle für alle Dortmunder:innen und Interessierte

Die Programmvorstellung fand im Welthaus statt – einem vergleichsweise jungen, aber sehr wichtigen Netzwerkpartner in Sachen Nachhaltigkeit. Gastgeberin Julia Mohr stellte das Welthaus als Ort der Begegnung für die Dortmunder Bevölkerung vor.

Es gibt eine kleine Verkaufsfläche für fair gehandelte Produkte und ein Unverpackt-Sortiment. Foto: Javad Mohammadpour für nordstadtblogger.de

Hier treffen sich unterschiedliche Vereine, Initiativen und Privatpersonen mit Bezug zum Thema Nachhaltigkeit. Man findet hier gegenwärtig auch das Pop-Up-Teehaus, entstanden durch eine Kooperation mit der Internationalen Gartenausstellung (IGA). Die IGA kommt 2027 nach Dortmund.

Mitgliedern stellt man außerdem kostenlos Räumlichkeiten für Workshops und einen Co-Working-Space zur Verfügung, so Mohr. Ein offenes Treffen für alle Interessierten findet jeden letzten Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr statt.


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Reaktionen

  1. EDG lädt zu Repair Café und Spielzeugaktionswoche ein (PM)

    Die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) bietet im Oktober zwei kostenlose Nachhaltigkeitsaktionen in ihrer Möbelbörse an der Zeche Crone 12 in Hacheney an. Mitarbeiter:innen der EDG-Umweltbildung begleiten die Veranstaltungen.

    Beim Repair Café am Samstag, 17. Oktober, von 10 bis 13 Uhr können Besucher:innen kleine Schäden an Elektrogeräten unter Anleitung von Fachleuten reparieren. Die EDG veranstaltet das Repair Café in Kooperation mit der Gemeinde Berghofen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Von Dienstag, 27. Oktober, bis Samstag, 31. Oktober, läuft jeweils von 9 bis 13.30 Uhr eine Spielzeugaktionswoche. Interessierte können gut erhaltenes Spielzeug spenden. Die Dortmunder Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Ausbildungsgesellschaft (dobeq) bereitet die Spenden auf und gibt sie im Schatzkästchen an bedürftige Menschen weiter. Auch hierfür ist keine Anmeldung erforderlich.

    Die Teilnahme ist kostenlos. Fragen zu den Veranstaltungen beantwortet die EDG unter umweltbildung@edg.de.

    http://www.edg.de/termine

  2. Pop-up-IGA lädt zum Entdecken und Mitmachen ein (PM)

    Die Pop-up-IGA im Welthaus bietet bis Ende Dezember Raum für Natur, Nachhaltigkeit, Bildung und Begegnung. Im September stehen eine Ausstellung über naturnahe Gärten und ein Vortrag zur Internationalen Gartenausstellung 2027 auf dem Programm.

    Wie können Gärten zu wertvollen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere werden? Und was kann jeder selbst für mehr Artenvielfalt tun? Antworten darauf gibt die Wanderausstellung „Naturgarten“ des Vereins Naturgarten e. V., die noch bis Montag, 21. September, im Welthaus, Rosental 1, zu sehen ist.

    Die Ausstellung zeigt, welche Bedeutung biologische Vielfalt für unsere Lebensgrundlagen hat und wie naturnahe Gärten gestaltet und gepflegt werden können. Artenreiche Wiesen, Säume, Hecken und Gehölze bieten Tieren und Pflanzen wichtige Lebensräume und bereichern zugleich das eigene Umfeld.

    Neben Informationen gibt es praktische Anregungen für den eigenen Garten. Die Ausstellung richtet sich an alle Interessierten – vom Einstieg ins naturnahe Gärtnern bis zu erfahrenen Gartenfans. Sie macht deutlich: Jeder Garten kann ein wertvoller Lebensraum sein.

    IGA 2027: Was kommt auf die Region zu?

    Einen Überblick über die Internationale Gartenausstellung 2027 gibt es am Montag, 28. September, von 17 bis 18 Uhr. Mitarbeitende der IGA informieren darüber, was die Gartenausstellung für das Ruhrgebiet bereithält.

    Im Mittelpunkt stehen die Zukunftsgärten, Veranstaltungen und weitere Formate, die bereits im Vorfeld auf die IGA 2027 einstimmen. Außerdem erfahren die Teilnehmenden, wie sie sich selbst beteiligen können. Im Anschluss bleibt Zeit für Fragen und persönlichen Austausch.

    Raum für Ideen aus der Stadtgesellschaft

    Die Pop-up-IGA ist ein temporäres Teehaus mit dem Namen „MEIN Tee-GARTEN“ im Welthaus, Rosental 1. Sie bringt die IGA 2027 schon vor ihrem eigentlichen Start in die Dortmunder Innenstadt.

    Bis Ende Dezember 2026 können Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Initiativen, Schulen und Kulturschaffende eigene Ideen einbringen und Veranstaltungen anbieten. Im Mittelpunkt stehen Nachhaltigkeit, Bildung, Kultur und Begegnung – und die Frage, wie wir morgen leben wollen.

    Das Teehaus ist montags und donnerstags von 12 bis 17 Uhr, freitags von 13 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Wer selbst eine Veranstaltung oder Idee einbringen möchte, kann den Ort als offene Bühne für die Stadtgesellschaft nutzen.

    Weitere Infos zum Programm: iga2027.ruhr/mitmachen-community/veranstaltungskalender-mein-garten

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