Protest vor dem CSD: TransAction demonstriert gegen Queerfeindlichkeit und für trans Rechte

Die Demo startet Freitagabend am Dortmunder Hauptbahnhof

Symbolbild zum „Trans Day of Visbility (Plakat, CSD 2022 in Dortmund) Foto: Paulina Bermúdez für Nordstadtblogger

TransAction Dortmund ruft am Vorabend des Christopher Street Day (CSD) zu einer Demonstration für queere und insbesondere trans Rechte auf. Unter dem Motto „Keep up the fight! Take back the pride!“ startet die Demonstration am Freitag, 4. September 2026, um 18 Uhr an der Katharinentreppe vor dem Dortmunder Hauptbahnhof. Teile der Route führen über den Dortmunder Wall, sodass dort mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen ist.

TransAction kritisiert politische Reaktionen auf Queerfeindlichkeit

Die Gruppe begründet die Demonstration mit zunehmender Queer- und Transfeindlichkeit. TransAction verweist dabei unter anderem auf den Angriff auf den CSD in Berlin im Juli und kritisiert den politischen Umgang mit Gewalt gegen queere Menschen. „Das war ein Angriff spezifisch auf queere Menschen“, sagt Bruce von TransAction Dortmund.

Die Gruppe wendet sich zugleich dagegen, queerfeindliche Gewalt vor allem für eine ausländerfeindliche Debatte zu nutzen. Bedrohungen gingen von unterschiedlichen extremistischen und queerfeindlichen Ideologien aus. „Jede Ideologie, die gegen Freiheit und Selbstbestimmung ist, schadet uns“, sagt Lulu von TransAction.

Kritik äußert die Gruppe außerdem an der deutschen Abschiebepolitik. TransAction fordert einen stärkeren Schutz queerer Geflüchteter und verweist auf drohende Verfolgung in Herkunftsländern. Queere Menschen müssten auch im Asylrecht besser geschützt werden.

Gesundheitsversorgung für trans Menschen im Fokus

Foto: TransAction Dortmund

Ein weiteres Thema der Demonstration ist die Gesundheitsversorgung. TransAction befürchtet, dass sich Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlungen verlängern könnten. Das könne queere Menschen besonders treffen.

Für trans Personen seien psychotherapeutische Indikationen zudem bei geschlechtsangleichenden medizinischen Maßnahmen von Bedeutung. TransAction fordert deshalb, die medizinische und psychotherapeutische Versorgung queerer und trans Menschen zu sichern und ausreichend Behandlungsangebote zur Verfügung zu stellen.

Kritik an Speicherung früherer Namen und Geschlechtseinträge

Die Gruppe wendet sich außerdem gegen Pläne, frühere Namen und Geschlechtseinträge von Menschen, die diese nach dem Selbstbestimmungsgesetz geändert haben, in Meldedaten stärker sichtbar zu halten beziehungsweise weiterzugeben. TransAction sieht darin die Gefahr eines dauerhaften Zwangsoutings und möglicher Diskriminierung.

Bereits bei einer Demonstration im März hatte sich die Gruppe gegen entsprechende Pläne ausgesprochen. TransAction zieht dabei auch historische Parallelen zur Erfassung queerer Menschen. Angesichts des Erstarkens rechter Ideologien sieht die Gruppe darin eine besondere Gefahr für trans Personen.

Demonstration soll politischen Charakter des CSD betonen

Mit der Vorabenddemonstration will TransAction nach eigenen Angaben den politischen Charakter queerer Proteste stärker hervorheben. Die Gruppe kritisiert, dass große CSD-Veranstaltungen zunehmend kommerzialisiert würden. Auch die Beteiligung von Unternehmen, Polizei und Bundeswehr bewertet TransAction kritisch und wirft ihnen teilweise Pinkwashing vor.

Die Dortmunder Gruppe versteht ihre Demonstration dagegen als politischen und antifaschistischen Protest aus der queeren Community. Sie fordert unter anderem eine bessere Finanzierung queerer Angebote, einen stärkeren Schutz queerer Geflüchteter, eine verlässliche medizinische Versorgung und den Schutz vor Diskriminierung.

Die Demonstration beginnt am Freitag, 4. September, um 18 Uhr an der Katharinentreppe am Dortmunder Hauptbahnhof. Auf Teilen des Dortmunder Walls kann es während des Demonstrationszuges zu Verkehrseinschränkungen kommen.

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